33-jähriger Syrer wegen Mordes in Salzgitter angeklagt

Lebenstedt.  Er hat den katholischen Partner seiner Schwester der „Ehre“ wegen getötet, glaubt die Staatsanwaltschaft Braunschweig.

Polizeikräfte bei der Untersuchung des Hinterhofes, auf dem auf den Iraker geschossen worden war.

Polizeikräfte bei der Untersuchung des Hinterhofes, auf dem auf den Iraker geschossen worden war.

Foto: Rudolf Karliczeck / Archiv

Die Staatsanwaltschaft Braunschweig hat Anklage erhoben gegen einen 33-jähriger Syrer aus Salzgitter. Er soll den Partner seiner Schwester (24) am Abend des 26. Januar heimtückisch und aus niedrigen Beweggründen ermordet haben. Darüber hinaus wird dem Mann ein Verstoß gegen das Waffengesetz vorgeworfen.

Dem Syrer wird zur Last gelegt, dem aus dem Irak stammenden Lebensgefährten in einem Hinterhof aufgelauert und den 25-Jährigen hinterrücks mit mehreren Schüssen getötet zu haben. Zeugen der Tat berichteten unserer Zeitung, sie hätten fünf Schüsse gehört. Der Angeschuldigte konnte am Tag nach der Tat festgenommen werden. Er befindet sich seitdem in Untersuchungshaft.

Der 33-Jährige ist Teil einer kurdisch-islamische Familie, die aus einer ländlichen Region in Nordsyrien stammt und vor wenigen Jahren nach Salzgitter kam. Die Ermittler gehen davon aus, dass die Familie die Liebesbeziehung zwischen der jungen Frau und dem katholischen Iraker nicht tolerierte und ihre „Ehre“ beschmutzt sah, weil die 24-Jährige mit einem Christen liiert war.

Bereits im Vorfeld der Tat habe die Tochter ihre Familie verlassen, um mit dem späteren Opfer zusammenleben zu können. Daraufhin gab es seitens ihrer Angehörigen Drohungen gegen das Paar, erklärt Julia Meyer, Sprecherin der Braunschweiger Staatsanwaltschaft.

Die Polizei fand den regungslosen Körper des Irakers am Abend des 26. Januar gegen 20.35 Uhr am Rande eines Parkplatzes in einem Hinterhof an der Berliner Straße in Salzgitters größtem Stadtteil Lebenstedt. Rettungskräfte versuchten vergeblich, das schwer verletzte Opfer zu reanimieren. Die Tatwaffe – ein Revolver – wurde trotz einer großangelegten Suchaktion bisher nicht gefunden.

Laut Staatsanwaltschaft gibt es jedoch mehrere Indizien, die auf den Angeschuldigten als mutmaßlichen Täter hinweisen. So fanden sich Schmauchspuren an seinen Händen, Zeugen wollen ihn im Umfeld des Tatorts gesehen haben und es existieren Bilder einer Überwachungskamera. Der 33-Jährige schweigt bislang zu den Vorwürfen.

Gegen seine Familie laufen noch Ermittlungen wegen des Verdachtes der Beihilfe oder Anstiftung zu der Tat, erklärt die Erste Staatsanwältin Meyer. Die Schwester des Angeschuldigten und die Familie des Opfers und befinden sich hingen im Zeugenschutz. Die Behörden sehen auch nach der Festnahme des Verdächtigen „eine akute Gefahr“ für sie.

Das Landgericht Braunschweig hat über die Eröffnung des Hauptverfahrens gegen den Syrer noch nicht entschieden. Angesichts der Umstände prüfe man aber bereits, ob die Sicherheitsvorkehrungen für eine Verhandlung erhöht werden, sagt Gerichtssprecherin Maike Block-Cavallaro.

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