Frank Rosin hilft Salzgitteraner Restaurant

Lebenstedt.  „Auf zu Manu“ ist Ende des Jahres Austragungsort der TV-Serie „Rosins Restaurants“, in der der Sternekoch Restaurants hilft.

Frank Rosin beim Pressegespräch zur Fernseh-Show „Rosins Restaurants“.

Frank Rosin beim Pressegespräch zur Fernseh-Show „Rosins Restaurants“.

Foto: Foto: Lukas Exner

Die Schlagzahl ist offenbar hoch: Frank Rosin und sein Team kommen verspätet zum Pressegespräch, das auch gleich noch als Mittagspause dienen muss. Während der Sternekoch bei Rinderbraten Frage und Antwort steht, entspannt der Rest des Teams in der Sonne auf den Rasenstreifen vor „Auf zu Manu“. Die kleine Gaststätte an der Neißestraße wird Ende des Jahres ein Austragungslokal von „Rosins Restaurants“ (Kabel 1) sein.

Seit zehn Tagen begleitet ein Fernsehteam den Koch dabei, wie er den Betreibern zur Seite steht, um dem Restaurant wieder auf die Sprünge zu helfen. Und das, betont er, war zum Teil sehr emotional. „Es ist alles das passiert, wofür ich bekannt bin“, sagt Rosin.

Das Hauptproblem: Für das Führen eines Restaurants sei eine Ausbildung vonnöten, betont der Sternekoch, viele unterschätzten dies. Den Salzgitteranern fehle – wie vielen anderen – fachliches Wissen, etwa, was Marketing, Kalkulation oder Kommunikation angehe. Noch während des Gesprächs wird prompt das alte Schild, das an der Straße auf das Restaurant hinweist, abmontiert. Es wird neu gemacht. Die Außendarstellung sei eine Visitenkarte, sagt Rosin dazu.

„Wir lieben unseren Job“, sagt Betreiberin Manu Erlitz, und deshalb habe man sich an Frank Rosin gewandt und um Hilfe gebeten. In den vergangenen zehn Tagen sei dann jedenfalls diskutiert, gestritten und gekocht worden, wobei Rosin betont, dass er Empfehlungen ausspricht und niemandem etwas vorschreibt. „Hilfe zur Selbsthilfe“, so beschreibt er sein Serien-Konzept, das nun ins zehnte Jahr geht. Seine Leitfrage dabei: Warum geht man hier hin?

Und dabei muss ehrlich analysiert werden. „Das ist psychologischer Tiefbau“, sagt Rosin, „ein echt harter Job“. Es gehe schließlich um Lebenseinstellungen. Man überschreite eine Grenze, springe in das Leben eines Menschen und bekomme sofort intimste Probleme aufgetischt, beschreibt der Sternekoch. „Damit muss man erstmal umgehen.“

Und wie sehen die Betreiber die Rosin-Zeit? „Er hat uns die Augen geöffnet und in den Hintern getreten“, beschreibt Manu Erlitz schonungslos, die seit drei Jahren das Restaurant führt. „Und er hat uns als Team wieder zusammengebracht.“ Was man jetzt von dem Sternekoch gelernt habe, wolle man umsetzen und auch weiter lernen, sagt sie. Bei der Inneneinrichtung und auch draußen vor der Tür solle einiges verändert werden, die Speisekarte werde kleiner. Und was die Grünflächenreinigung angeht, findet Rosin, sei auch die Stadt in der Pflicht.

Am Donnerstag findet das finale Testessen statt. Danach verschwindet das Fernsehen wieder. Fast 80 Leute gehören zum Team, in Salzgitter waren immerhin 12 bis 15 vor Ort. Es werde aber nichts fürs Fernsehen gestellt, betont Rosin. Im Gegenteil: Zum Teil lasse man „30 Prozent der scharfen Inhalte“ raus, sagt der Koch – weil man die Menschen nicht bloßstellen möchte.

Ein Jahr noch will das Team Rosin „Stand-by“ sein, kann von den Salzgitteranern um Manu angerufen und um Rat gefragt werden. Zu vielen Restaurants im Laufe der vergangenen zehn Serien-Jahre habe er noch Kontakt, sogar tiefe Freundschaften seien entstanden, berichtet Rosin. Er schätzt, dass es die Hälfte der Restaurants nach seinem Eingreifen geschafft hat. „Eine sehr gute Quote“, urteilt er.

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