Diese MAN-Azubis gehören zu den Besten

Watenstedt.  Die Zwillinge Sara und Nicole Heise sowie Patric Timm haben über gute Abschlüsse ein IHK-Stipendium erreicht.

Salzgitteraner Spitzenkräfte bei MAN (von links): Sara Heise (Lobmachtersen), Personalreferentin Monika Krollmann, Ausbildungskoordinator Burkhard Dube, Patric Timm (Lichtenberg), Betriebsrätin Anja Lange-Kitroschat und Nicole Heise (Lobmachtersen).

Salzgitteraner Spitzenkräfte bei MAN (von links): Sara Heise (Lobmachtersen), Personalreferentin Monika Krollmann, Ausbildungskoordinator Burkhard Dube, Patric Timm (Lichtenberg), Betriebsrätin Anja Lange-Kitroschat und Nicole Heise (Lobmachtersen).

Foto: Bernward Comes

Drei Azubis sind die besten ihres Jahrgangs bei MAN, und das ist allein schon etwas Besonderes. Diesmal kann die Ausbildungsabteilung aber noch mehr bieten, denn es ist ein Zwillingspaar dabei, das auch noch die gleiche Prüfungsnote erhalten hat, und ein Teilnehmer der Einstiegsqualifizierung (EQ). Die drei haben, natürlich, inzwischen Festverträge bei MAN bekommen.

Patric Timm (20) ist halbseitig beeinträchtigt. Er hatte als frühgeborener Säugling einen Schlaganfall. An seiner ersten Ausbildungsstelle wurde er, wie er erzählt, „schlecht behandelt“. So sei er als Linkshänder, der mit einer Rechtshänderschere arbeiten musste, wegen des Ergebnisses getadelt worden. Timm: „Ich hatte von niemandem Unterstützung.“ Er brach die Lehrzeit ab und wusste erstmal nicht weiter. Beim Arbeitsamt erkundigte er sich und stieß schließlich auf die Einstiegsqualifizierung bei MAN. Die ist gedacht für Menschen, die aufgrund persönlicher Vermittlungsperspektiven keinen Ausbildungsplatz erhalten, eine Maßnahme, die von Arbeitsagentur und IG Metall gefördert wird.

Der Leiter der Ausbildung bei MAN in Salzgitter, Hans-Werner Ruhkopf, erinnert sich noch, als Timm zum ersten Mal vor ihm stand. „Er sagte: ,Da habe ich endlich was, wo ich mich drauf freue!’“, erinnert er sich. „Die Einstiegsqualifizierung ist kein Freibrief, da wird auch mal abgebrochen“, betont Burkhard Dube (Koordination Berufsausbildung), „auch diese Teilnehmer müssen sich bewähren!“ Viele wollten mitmachen, nur wenige tun es dann tatsächlich, informiert Personalreferentin Monika Krollmann. „Viele können die Einstiegsvoraussetzungen nicht erfüllen“, sagt sie.

Die Teilnehmer durchlaufen quasi ein Ausbildungsjahr inklusive Berufsschule, Klausuren und Noten. Maximal drei Teilnehmer gibt es pro Jahr. Dube: „Wenn sie dem Anspruch genügen, gibt es einen Vertrag. Dass sie dann eine Schippe drauflegen, erwarten wir dann schon.“

Patric Timm jedenfalls hat sich durchgebissen. Zusammen mit zwei anderen Teilnehmern hat er die EQ mit Erfolg absolviert, den Vertrag bekommen und nun mit Bravour auch die Ausbildung zum Fachlageristen abgeschlossen. 94 Prozent hat er erreicht – und damit ein Stipendium der IHK. Damit will er sich in Richtung Betriebswirt oder Fachwirt weiterbilden, kündigt er an. Und ist dankbar für die Chance, die MAN ihm eröffnet hat. „Wir lassen keinen fallen“, sagt Dube. Timm will keine Extrabehandlung. Und freut sich, dass er an seiner – überdurchschnittlichen – Leistung gemessen wird. Er lobt auch das Engagement der Ausbilder.

Sara und Nicole Heise (19) sind nun Fachkräfte für Lagerlogistik. Die zweieiigen Zwillinge, deren Vater ebenfalls bei MAN arbeitet, haben in ihrer Abschlussprüfung jeweils 93 Prozent erreicht, und das in zwei von einander getrennten Prüfungen bei unterschiedlichen Prüfern, wie sie betonen. Auch ihr Weg war total unterschiedlich und führte doch zum selben Ausbildungsberuf. Nicole wusste nämlich gar nicht so recht, was sie sich vorstellen sollte, wie sie erzählt, hatte aber ein Praktikum im Metallbereich absolviert und dabei auch die Logistik kennengelernt. Dafür hat sie sich dann beworben, in der Region und in Thüringen, wo die Großeltern wohnen. Sara hat um die 60 Bewerbungen für den kaufmännischen Bereich geschrieben – und zwei Zusagen bekommen. Als sie bei MAN anfingen, hatten sie sich laut Dube gleich ausbedungen, nicht zusammen versetzt zu werden und nicht verglichen zu werden. Daran haben sich die Ausbilder offenbar gehalten.

Die beiden möchten ihr IHK-Stipendium für das gute Abschneiden nun ebenfalls in eine Weiterbildung stecken. Sara in wirtschaftlicher Richtung, Nicole will erstmal Geld verdienen und gucken, wie sich die Lage entwickelt. Gerade bei den Logistikern sind Frauen bei MAN übrigens ganz vorne dabei. MAN ist stolz auf seine Frauenquote mit deutlich über 30 Prozent – und das als Betrieb in der Metallbranche. „In Zukunft legen wir darauf noch mehr den Fokus“, sagt Betriebsrätin Anja Lange-Kitroschat. Und Personalreferentin, Betriebsrätin und Ausbildungskoordinator haben auch ansonsten einen guten Eindruck von den drei Salzgitteranern. Engagement, soziale Kompetenz, Kommunikation heben sie hervor. Dube berichtet von seinem ersten Eindruck, vom Händedruck und dem Augenkontakt. Da habe er gedacht: „Die wollen.“

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