Planungen für neue B6-Brücke in Salzgitter schreiten voran

Lebenstedt.  Die neue Brücke im Süden Salzgitters wird deutlich breiter. Im Interview erklärt Günter Hartkens die Herausforderungen beim Bau.

Günter Hartkens von der Landesstraßenbaubehörde auf der B6-Brücke. „Die neue Brücke wird deutlich breiter sein, da sie eine zusätzliche Spur für die Auf- und Abfahrt der unmittelbar angrenzenden Anschlussstelle erhält.“

Günter Hartkens von der Landesstraßenbaubehörde auf der B6-Brücke. „Die neue Brücke wird deutlich breiter sein, da sie eine zusätzliche Spur für die Auf- und Abfahrt der unmittelbar angrenzenden Anschlussstelle erhält.“

Foto: Jürgen Stricker

Viele Leser haben sich bei unserer Redaktion über die B6-Brücke im Süden Salzgitters beklagt. Sie ist teilweise nur einspurig befahrbar, der Straßenbelag holprig, es gibt Geschwindigkeitsbeschränkungen. Redakteur Jürgen Stricker hat mit Günter Hartkens über die Erneuerung der Brücke gesprochen. Im Interview äußert sich Hartkens, Leiter des Goslarer Geschäftsbereichs der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, unter anderem zu den Kosten für den Neubau, zum Zeitplan und den geplanten Umleitungsstrecken.

Mehrere Leser unserer Zeitung wollen wissen, ob die Brücke nahe des Gittertorkreisels saniert oder ganz erneuert werden soll und warum es so lange dauert, bis hier etwas passiert?

Günter Hartkens: Bei der Planung zum Neubau der B6-Brücke mussten eine Reihe von Problemen im Vorfeld abgestimmt und geklärt werden. Es handelt sich dabei insbesondere um diese Themen: Verkehrsführung während der Bauzeit, der genaue Umfang der Baumaßnahme, der neue Brückenquerschnitt, Abstimmungen mit der Deutschen Bahn und dem Naturschutz sowie die künftige Entwässerung. Der Antrag auf Durchführung des Planfeststellungsverfahrens wurde Ende Mai diesen Jahres gestellt. Derzeit liegen die Planfeststellungsunterlagen bei der Stadt Salzgitter aus.

Wie sieht der Zeitplan zum Brückenneubau aus? Spielt die Verwaltung der Stadt Salzgitter hierbei auch eine Rolle?

Der Zeitplan sieht vor, dass in 2019/2020 das Planfeststellungsverfahren bei der Stadt Salzgitter durchgeführt wird und in der zweiten Jahreshälfte 2021 die vorbereitenden Arbeiten beginnen. Dies setzt jedoch voraus, dass der Planfeststellungsbeschluss nicht beklagt wird und ausreichende personelle und finanzielle Ressourcen zur Verfügung stehen. Die gesamte Bauzeit wird zirka zweieinhalb Jahre betragen.

Die Brücke ist bereits mit mehreren Stahlträgern gesichert worden. Seit wann ist das so und welche Schäden haben dazu geführt, dass dies notwendig geworden ist?

Die Brücke weist Schäden an den sogenannten Gerbergelenken auf. Damit ein plötzliches Versagen der Brücke ausgeschlossen werden kann, wurden die Stahlkonstruktionen in der zweiten Jahreshälfte 2013 eingebaut.

Wird denn die Tragfähigkeit der B6-Brücke häufiger geprüft als bei anderen Bauwerken?

Ja, aufgrund des Schadensbildes finden zweimal im Jahr Sonderprüfungen zur Beurteilung der Tragfähigkeit der Brücke statt. Die Prüfungen werden von externen Bauwerksprüfern durchgeführt.

Droht möglicherweise irgendwann eine Komplettsperrung wegen Einsturzgefahr oder kommt der Neubau noch rechtzeitig?

Nach den bislang vorliegenden Ergebnissen der Brückenprüfungen kann eine Komplettsperrung vor Beginn der Bauarbeiten vermieden werden.

Die Brücke ist ja erstaunlich lange in Betrieb. Liegt das an einer besonders soliden Bauweise? Wird der Brückenneubau technisch vergleichbar sein oder ganz anders aussehen?

Die Brücke wurde im Jahr 1944 neu gebaut und weist somit ein Alter von 75 Jahren auf. Dies entspricht in etwa der zu erwartenden Nutzungsdauer für eine Straßenbrücke von zirka 80 Jahren. Die neue Brücke wird deutlich breiter sein, da sie eine zusätzliche Spur für die Auf- und Abfahrt der unmittelbar angrenzenden Anschlussstelle erhält. Zudem wird die neue Brücke eine deutlich bessere Betonqualität aufweisen und für eine höhere Verkehrslast bemessen sein.

Wie viele Fahrzeuge fahren täglich über die Brücke, für welche Belastungen wird der Neubau ausgelegt sein?

Die Verkehrsbelastungen vor und hinter der Brücke sind aufgrund der benachbarten Anschlussstellen unterschiedlich. Der durchschnittlich tägliche Verkehrs beträgt daher zwischen 9.000 und bis zu 15.000 Kraftfahrzeugen binnen 24 Stunden.

Gibt es beim Neubau der Brücke besondere Herausforderungen, auf die Sie Rücksicht nehmen müssen?

Der Bau der neuen Brücke muss unter dem laufenden Eisenbahnbetrieb erfolgen. Hierfür sind bereits weit im Voraus zeitlich eng begrenzte Sperrpausen mit der Deutschen Bahn abzustimmen. Diese können zeitlich nicht verändert werden und stellen bereits lange Zeit im Voraus fixe Termine für den Bauablauf dar. Zudem ist vor Beginn des eigentlichen Brückenbaus eine Behelfsbrücke im Zuge des Ütschenweges über die DB-Strecke einzurichten. Die Behelfsbrücke dient zur Einrichtung einer lokalen Umleitungsstrecke.

Auf welche Einschränkungen müssen sich Verkehrsteilnehmer während des Neubaus einstellen?

Es wird eine großräumige Umleitungsstrecke für den überregionalen Verkehr und eine kleinräumige Umleitung für den lokalen und regionalen Verkehr über den Ütschenweg angeboten.

Wie hoch sind die veranschlagten Kosten für den Neubau und wer trägt sie?

Die bisherige Kostenberechnung weist ein Gesamtvolumen von zirka 14 Millionen Euro aus, davon zirka acht Millionen Euro für die Brücke. Die vom Bund zu tragenden Kosten werden aufgrund der Baupreisentwicklung und im Rahmen der fortschreitenden Planung voraussichtlich noch ansteigen.

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