Salzgitter: Mann rammt Frau ein Messer in den Kopf

Lebenstedt.  Am Freitagabend hat ein Mann auf offener Straße vier Frauen mit einem Messer attackiert. Es soll sich um eine Beziehungstat handeln.

Nach einem Wortgefecht mit seiner getrennt lebenden Frau soll ein 41-Jähriger Tunesier ein Messer aus einem Auto geholt haben. Dann, so berichtet die Polizei, begann er, wahllos auf seine Ex und drei weitere Frauen einzustechen, die ihr zur Seite standen.

Nach einem Wortgefecht mit seiner getrennt lebenden Frau soll ein 41-Jähriger Tunesier ein Messer aus einem Auto geholt haben. Dann, so berichtet die Polizei, begann er, wahllos auf seine Ex und drei weitere Frauen einzustechen, die ihr zur Seite standen.

Foto: Erik Westermann / BZV

Es ist die nächste schwere Gewalttat gegen Frauen: Wie jetzt bekannt wurde, kam es am Samstagmorgen neben einer Shisha-Bar in Salzgitter-Lebenstedt zu einem Messerangriff, der beinahe tödlich endete. Ein 41-jähriger Tunesier hat offenbar gegen 1.50 Uhr auf vier Frauen eingestochen. Dies bestätigten die Polizei Salzgitter sowie die Staatsanwaltschaft Braunschweig auf Anfrage unserer Zeitung.

Nach ersten Erkenntnissen kam es auf dem Gehweg an der Albert-Schweitzer-Straße zunächst zu einer verbalen Auseinandersetzung zwischen dem 41-Jährigen und seiner von ihm getrennt lebenden 36-jährigen Ehefrau. Offenbar zur Unterstützung der Ehefrau erschienen drei weitere Frauen im Alter von 20 bis 52 Jahren, die allesamt mit der 36-Jährigen verwandt sind.

Daraufhin entfernte sich der 41-Jährige kurzzeitig. Er holte ein Messer aus seinem Auto, das unmittelbar in der Nähe stand, und begann, wahllos auf die Frauen einzustechen. Ein Opfer wurde dabei lebensgefährlich verletzt, eine Frau schwer und eine weitere leicht. Das vierte Opfer erlitt leichtere Verletzungen ohne Einwirkung des Messers.

Nach Informationen unserer Zeitung soll der mutmaßliche Täter den Angriff möglicherweise beendet haben, weil sein Messer im Kopf einer der Frauen abbrach. Diesen Punkt wollte die Staatsanwaltschaft Braunschweig weder bestätigen noch dementieren. Anschließend sei der 41-Jährige geflüchtet und stellte sich unmittelbar nach der Tat auf der Wache der Polizeiinspektion in Lebenstedt. Seitdem schweigt er zu den Vorwürfen, erklärte Sascha Rüegg, Sprecher der Braunschweiger Staatsanwaltschaft.

Die verletzten Frauen wurden mit dem Rettungsdienst in verschiedene Krankenhäuser gebracht. Das Amtsgericht Salzgitter erließ am Sonntag einen Untersuchungshaftbefehl gegen den 41-jährigen Beschuldigten. Die Staatsanwaltschaft legt ihm versuchten Totschlag zur Last.

Die Frau, in deren Kopf das Messer steckte, wurde notoperiert. Inzwischen ist sie der Polizei zufolge außer Lebensgefahr. Die weiteren Ermittlungen dauern an.

Dem Angriff sollen schon längere Streitigkeiten zwischen dem getrennten Paar vorangegangen sein. Zur Frage, inwieweit der Tatverdächtige bereits straffällig geworden ist, wollte sich die Staatsanwaltschaft zum jetzigen Zeitpunkt nicht äußern.

Augenzeugen: Überall war Blut

Ein Augenzeuge beobachtete, dass der mutmaßliche Täter im Anschluss an die Stiche in sein Auto sprang, den Messerrest aus dem Fenster warf und davonraste. „Eine der Frauen hatte überall Stiche: vorn, hinten. Wir sollten auf die vielen Wunden pressen“, berichtet der Zeuge, der wie andere aus der angrenzenden Bar nach draußen gelaufen war. Ein junger Mann soll noch versucht haben, sich auf den Verdächtigen zu stürzen, bevor der floh. Bei den Frauen handelt es sich teils um Schwestern, sagen Zeugen. Die am schwersten Verletzte sei angeblich für einen Urlaub in Deutschland gewesen.

Extreme Gewalt gegen Frauen

Derartige Gewaltausbrüche gab es in Salzgitter in jüngster Zeit häufiger. Erst am Samstag war eine 52-Jährige in Lebenstedt von ihrem Ex-Mann mit Benzin übergossen worden, hatte die Polizei gemeldet. Der psychisch angegriffene Mann soll dann ein Feuerzeug vor ihrem Kopf geschwenkt haben.

Vor wenigen Tagen verurteilte ein Schöffengericht einen alkoholkranken 63-Jährigen in Salzgitter, weil er nach Überzeugung der Richter das Auto seiner Frau und weitere Fahrzeuge in Brand steckte.

Ein 31-Jähriger wurde vor zehn Tagen für schuldig befunden, die Radmuttern am Vorderrad des Autos einer Freundin seiner Ex gelöst zu haben. Das mutmaßliche Motiv: Er gab ihr die Schuld für die Trennung.

Im Januar war ein junger Iraker erschossen worden. Dringend tatverdächtig ist ein 33-jähriger Syrer. Er soll den Partner seiner Schwester (24) ermordet haben, weil seine Familie die Liebesbeziehung zwischen der jungen Frau und dem katholischen Iraker nicht tolerierte, glauben die Ermittler.

Bereits im Vorjahr hatte ein 38-Jähriger seine frühere Partnerin vor den Augen der gemeinsamen Kinder erschossen.

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