Vier Saxophone und die pure Freude am Musizieren in Salder

Salder.  Sistergold nimmt die Besucher mit auf eine rasante Reise durch die Musiklandschaft mit Spielwitz und ideenreichen Interpretationen von Ohrwürmern.

Mit viel Spielwitz und Leidenschaft begeisterte Sistergold in Salder.

Mit viel Spielwitz und Leidenschaft begeisterte Sistergold in Salder.

Foto: Stefan Lohmann

Es brauchte gerade mal einen einzigen Swing-Klassiker, um die Sommergäste im rappelvollen Mühlengarten in Jubelstimmung zu versetzen. Tänzelnd schlenderten die vier Saxophonistinnen von Sistergold zu einer virtuos-lässigen Interpretation von Gershwins „I’ve got music“ durch die Zuschauerreihen.

Eine gehörige Portion Schalk in den Augen der Musikerinnen verriet gleich zum Auftakt ihres Programms „Frische Brise“: An diesem Abend geht es nicht nur um die hohe Kunst, sondern vor allem um die Freude am Musizieren. Für das Kultursommer-Publikum sollte es ein rasanter Ritt quer durch die Musiklandschaft werden.

Pure Leidenschaft verströmten Inken Röhrs am Sopran-, Bettina Matt am Alt-, sowie Sigrun Krüger am Tenor- und Kerstin Röhn am Bariton-Saxophon mit dem 20er-Jahre-Evergreen „Bei mir bist Du schön“. Temperamentvoll auch ihr Klezmer-Hochzeits-Medley, charmant kommentiert von „Bariton-Sister“ Röhn: „Es wird auf jeden Fall eine turbulente Ehe!“.

Staunend konnten die Gäste mitanhören und -sehen, mit welcher Leichtigkeit Sistergold sich über die breit- und buntgefächerte Musikpalette von Jazz über Klassik bis zum Pop bewegten. Da erklang ein festlich-schillernder „Einzug der Königin von Saba“ des Barock-Komponisten Händel, um nach Röhrs koketter Ankündigung „mal eben ganz geschmeidig zum Funk überzugehen“. Und der hatte es dann auch in sich.

Bei „Blondes Gift“, einer Eigenkomposition von Kerstin Röhn, reizten die vier Blechbläserinnen die Klangmöglichkeiten ihrer Instrumente spektakulär aus. Wo sonst Bass- und E-Gitarre gemeinsam mit Schlagzeug den funkigen Rhythmus erzeugen, klonten die Saxophon-Sisters ebendiese kurzerhand durch wirkungsvolle Blas-Techniken.

So funktionierte dann auch die täuschend echte Strand-Soundkulisse zum Buena-Vista-Social-Club-Hit „Chan Chan“. Während zu „Ain’t she sweet“ im Charleston-Stil nach Anleitung im Sitzen getanzt wurde, legte Röhrs schließlich eine lupenreine Stepp-Einlage hin.

Für so viel Spielwitz und ideenreiche Interpretationen oft gehörter Ohrwürmer belohnten die Kultursommer-Fans die goldigen Saxophonistinnen mit tosendem Applaus. Getreu des Superhits der Pop-Götter Abba: „Thank you for the music“, danke für die(se) Musik!

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder