Salzgitters neuer Werbefilm spießt Klischees rund ums Buch auf

Salzgitter.  Salzgitters Stadtbibliotheken machen humorvoll Werbung in eigener Sache: Im neuen Werk von Filmemacher Maximilian Giller nehmen sie Klischees aufs Korn.

Die Vorsitzende der Bibliotheksgesellschaft, Maria Gröschler, die kommissarische Fachdienstleiterin Barbara Henning und Filmemacher Maximilan Giller sehen sich in der Bücherei um

Die Vorsitzende der Bibliotheksgesellschaft, Maria Gröschler, die kommissarische Fachdienstleiterin Barbara Henning und Filmemacher Maximilan Giller sehen sich in der Bücherei um

Foto: Bernward Comes

Sinkende Besucherzahlen, rückläufige Schulkooperationen und die schier unaufhaltsame Verdrängung des gedruckten Wortes durch die Digitalisierung – es sind schwere Zeiten für kommunale Büchereien. Gemeinsam mit der Bibliotheksgesellschaft wollen Salzgitters Stadtbibliotheken in Lebenstedt, Fredenberg und Salzgitter-Bad nun auch optisch gegensteuern. Mit einem zehnminütigen, unterhaltsam inszenierten Werbefilm, den Videoclips in den sozialen Netzwerken ankündigen, soll bald auf der Homepage der Stadt (www.salzgitter.de) neugierig gemacht werden auf die kommunalen Häuser der Literatur.

Filmemacher Maximilian Giller (18), der schon mit Verfilmung und Hörspiel des Romans „Schatzsuche in Salzgitter“ von Autorin Ursula Wolter Erfolge sammelte, widmet sich nun der Werbung fürs Buch. Auf Grundlage eines fünfseitigen Skripts und aus bis zu fünfstündigem Rohmaterial, das er an zwei Tagen in den Büchereien in Lebenstedt und Salzgitter-Bad abdrehte, schneidet er nun die Endfassung mit dem humorvollen und bewusst in die Irre führenden Titel „Gründe, nicht in die Bibliothek zu gehen“. Die Story, in der gleich zwei Urgesteine der Stadtbibliothek – die Ex-Leiter Irmgard Behnke und Klaus Perlbach – augenzwinkernd-spitzbübisch büchereiresistente Großeltern geben, rechnet ab mit Klischees und Vorurteilen in Sachen Literatur to go.

Dass in Büchereien nicht etwa gestrenge Besserwisserinnen mit Habichtsblick und Dutt Respekt und Ruhe einfordern, sondern dass auch in Salzgitters Bibliotheken längst die moderne Welt eingezogen ist – das zeigt der Film. So gibt es E-Book-Reader, elektronische Ausleihe, professionelle Recherchemöglichkeiten und kompetente Beratung, gepaart mit dem Anspruch, Lesen mit Spiel, Spaß und Freizeit zu verbinden.

Zudem haben sich die Rahmenbedingungen geändert. Nach vier Jahren ist der zeitweise zum Fachgebiet abgestufte Fachdienst Stadtbibliothek wieder selbstständig geworden und damit, „effektiver und schneller“, wie Maria Gröschler, die Vorsitzende der Bibliotheksgesellschaft, hofft. Dabei setzt sie zugleich auf die bislang „sehr gute und konstruktive Zusammenarbeit“ mit Interims-Chefin Barbara Henning und ihrem neuen Chef, dem Kulturdezernenten Jan Erik Bohling.

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