So kam es zur Verpuffung am Hochofen bei Salzgitter-Flachstahl

Watenstedt.  Ein technischer Fehler sorgte dafür, dass heiße Schlacke mit Wasser in Berührung kam. Rohre platzten. Mehrere Menschen wurden leicht verletzt.

 Bei der Flachstahl kam es zu einer Verpuffung. Symbolfoto: Paul Zinken/dpa

Bei der Flachstahl kam es zu einer Verpuffung. Symbolfoto: Paul Zinken/dpa

Foto: Paul Zinken

Gegen 13.30 Uhr ist es am Freitag auf dem Werksgelände der Salzgitter Flachstahl am Hochofen A zu einer Verpuffung gekommen, wie die SZAG bereits am Freitag mitteilte.

Verpuffung im Stahlwerk in Salzgitter – Leichtverletzte

Bei der Verpuffung waren vier Menschen leicht verletzt worden. Zunächst gab es Verwirrung, weil es seitens des Unternehmens hieß, es gäbe keine Verletzten, die Polizei berichtete hingegen von vier Leichtverletzten. Bernhard Kleinermann, Sprecher der Salzgitter AG klärt auf: „Zwei Mitarbeiter wurden wegen eines Schocks behandelt, ein Lokführer sprang von seinem Fahrzeug und knickte dabei um.“

Alle drei Kollegen hätten aber weiterarbeiten können, abgesehen von einem weiteren Lokführer, der sich durch den Knall erschreckte und den Kopf stieß – er war laut Kleinermann augenscheinlich nicht schwer verletzt, wurde aber sicherheitshalber im Krankenhaus untersucht.

Verpuffung beim Stahlofen – So kam es dazu

Zu der Verpuffung war es laut Kleinermann gekommen, weil rund 1600 Grad heiße Schlacke beim Herauslaufen aus dem Ofen aufgrund eines technischen Defekts in die falsche Richtung gelaufen war. Sie kam mit Wasser in Kontakt, das schlagartig verdampfte – eine Verpuffung. „Das ist so, als wollten Sie eine brennende Friteuse mit Wasser löschen“, erklärt Kleinermann.

Durch den großen Wasserdruck seien dann noch weitere Rohre geplatzt, so der Sprecher weiter. Von einem Millionenschaden, wie in sozialen Medien spekuliert, sei aber nach derzeitigem Stand nicht auszugehen. „Es sind ein paar Rohre zu reparieren und wir müssen aufräumen. Der Schaden dürfte unter einer Million Euro liegen.“

Generell kritisiert der Sprecher die Gerüchteküche in den sozialen Medien. Die Polizei bat bereits am Freitag, sich nicht an Spekulationen zu beteiligen.

Lage war schnell unter Kontrolle

Die Einsatzkräfte waren am Freitag sofort alarmiert worden, die Berufsfeuerwehr war nach eigenen Angaben vor Ort. Das Unternehmen habe alle erforderlichen Maßnahmen getroffen, heißt es von der SZAG. Die Lage war schnell unter Kontrolle.

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder