Corona-Virus: Salzgitters Krankenhäuser suchen Freiwillige

Salzgitter.  Sie sollen medizinisch vorgebildet sein und in Notfällen helfen. Seit heute ist erstmals in Salzgitter ein Corona-Patient auf der Intensivstation.

Im Helios-Klinikum müssen potenzielle Patienten ihr Anliegen ab sofort zunächst in Zelten vor dem Haupteingang vortragen. Es handelt sich hier ausdrücklich nicht um eine Notaufnahme.

Im Helios-Klinikum müssen potenzielle Patienten ihr Anliegen ab sofort zunächst in Zelten vor dem Haupteingang vortragen. Es handelt sich hier ausdrücklich nicht um eine Notaufnahme.

Foto: Jürgen Stricker

Bereits seit drei Wochen bereiten sich Krisenstäbe in den beiden Salzgitteraner Krankenhäusern auf das Corona-Virus vor. Die aktuellste Maßnahme am Helios-Klinikum in Lebenstedt, wo seit diesem Mittwoch erstmals in Salzgitter ein Corona-Patient intensiv-medizinisch behandelt wird, war das Aufstellen von zwei Zelten im Eingangsbereich. Unterdessen wurden Besucher des St. Elisabeth-Krankenhauses in Salzgitter-Bad am Dienstag und Mittwoch vor dem Eingang von einem Sicherheitsmann begrüßt.

Die beiden Zelte vor dem Lebenstedter Klinikum, die am Mittwochabend vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) aufgebaut wurden, sind ab sofort eine erste Anlaufstelle für mögliche Patienten. Medizinisch geschultes Personal, erläutert Dr. Sebastian Casu, klärt hier ab, ob das Klinikum die richtige Anlaufstelle ist oder doch etwa ein Hausarzt oder vielleicht auch das Gesundheitsamt.

Sollte sich hier ein Patient melden, der sich mit Corona infiziert haben könnte, wird dieser entsprechend in das Krankenhaus geleitet – eben ohne dabei durch den bekannten Eingangsbereich und möglicherweise durch das gesamte Klinikum zu laufen. Ganz klar handele es sich bei den Zelten aber nicht um eine Notaufnahme oder gar ein zusätzliches Angebot, macht der Chef der Intensiv- und Notfallmedizin unmissverständlich klar.

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Ein ungewohntes Bild bot sich derweil am Dienstag und Mittwoch vor dem Eingangsbereich des St. Elisabeth-Krankenhauses in Salzgitter-Bad. Besucher wurden hier von einem von in Schwarz gekleideten, sehr freundlichen Sicherheitsmann begrüßt. Er erklärte, warum es seit Dienstagfrüh nur noch eine sehr eingeschränkte Möglichkeit gibt, Krankenhausbesuche zu machen. Einige Bürger reagierten dabei auch ungehalten und mit Unverständnis. Insgesamt, sagt Krankenhaus-Geschäftsführer Lutz Blume, sei das Verständnis für die notwendigen Einschränkungen allerdings sehr groß. Dr. Dietmar Loitz, Chefarzt der Unfallchirurgie und der orthopädischen Chirurgie am Helios-Klinikum, sieht das ähnlich: „Man muss den Salzgitteranern für ihr umsichtiges Verhalten in den vergangen Wochen, insbesondere auch bei uns im Klinikum, ein Lob aussprechen.“

Der Krisenstab im Lebenstedter Klinikum sei in den vergangenen Wochen sehr konsequent vorgegangen, so Loitz. Zunächst habe es eine personelle und materielle Bestandsaufnahme gegeben. Planbare OPs sind wie am Elisabeth-Krankenhaus bis auf weiteres verschoben worden. Damit ausreichend medizinisches Gerät – wie etwa auch Überwachungsmonitore – zur Verfügung stehen, wenn eine größere Zahl an Corona-Erkrankten aufgenommen werden müsste. Aber auch, damit das Personal geschont wird und sich nicht ohne Not Überstunden aufbauen.

Ausreichend medizinisches Personal zu haben, ist einer der wichtigsten Schlüssel. Dr. Alice Börgel, Geschäftsführerin des Helios-Klinikums, erklärt die Zusammenhänge: „Wir können unsere intensivmedizinische Abteilung bei entsprechender Notwendigkeit ordentlich hochfahren. Baulich und technisch ist das kein Problem. Aber wir benötigen dann auch das Personal, das die Patienten versorgen kann.“ Dr. Wolfgang Wilmsmeyer, Leiter der Anästhesie und Intensivmedizin am Elisabeth-Krankenhaus, erläutert, dass sich im Fall der Fälle eine Pflegekraft kontinuierlich um einen Covid19-Patienten kümmern soll, bis es zum Schichtwechsel komme. Dass habe auch den Vorteil, dass nur ein Mund-Nasen-Schutz pro Mitarbeiter und Schicht verbraucht würde. Zwar dürfe eine entsprechende Maske nur vier Stunden lang verwendet werden, aber eine Pflegekraft sei während einer Schicht ja auch nicht permanent direkt bei dem Patienten, weshalb die Rechnung aufgehe.

Was die Ausstattung mit Schutzanzügen, Desinfektionsmitteln, Mund-Nasen-Schutz, Kitteln und Handschuhen angeht, sind beide Häuser derzeit nach eigenen Aussagen gut aufgestellt. Um den Nachschub kümmern sich, was die Häuser vor Ort derzeit auch sehr entlastet, jeweils die zentralen Einkaufsstellen. Aktuell sind keine Versorgungsengpässe zu befürchten.

Krankenhäuser hoffen auf Freiwillige

Für den Fall, dass sich das Corona-Virus wesentlich intensiver als bisher verbreiten sollte, hoffen beide Krankenhäuser auf Freiwillige, die über medizinisches Fachwissen verfügen. Das können beispielsweise medizinische Fachangestellte sein, die in Teilzeit beschäftigt sind und noch zeitliche Kapazitäten haben, oder auch pensionierte Ärzte oder Krankenschwestern.

Wer sich auf eine Liste für freiwillige Helfer setzen lassen möchte, soll sich ab sofort melden per E-Mail an: freiwilligendienst.salzgitter@helios-gesundheit.de oder an die folgende E-Mail-Adresse: kontakt@st-elisabeth-sz.de

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