Corona in Salzgitter: Alle Fakten auf einen Blick

Lesedauer: 14 Minuten

Impfkommission empfiehlt flexiblere Reihenfolge bei Corona-Impfungen

Impfkommission empfiehlt flexiblere Reihenfolge bei Corona-Impfungen

Die Ständige Impfkommission (Stiko) plädiert dafür, die Reihenfolge bei den Corona-Impfungen nicht allzu starr einzuhalten. In allen Impfzentren sollte es Listen dafür geben, "wer an die Reihe kommt, wenn Dosen übrig bleiben", sagte Stiko-Chef Thomas Mertens in einem Interview.

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Salzgitter.  Stand von Sonntag, 18. April: Die 7-Tage-Inzidenz sinkt leicht auf 351,9. Das ist bundesweit in der oberen Hälfte.

Das Landesgesundheitsamt hat am Sonntag, 18. April, für Salzgitter aktuell 523 Infizierte gemeldet. Die 7-Tage-Inzidenz ist leicht auf 351,9 gesunken.

Oberbürgermeister Frank Klingebiel richtet einen Appell an alle Bürger, sich an die geltenden Corona-Maßnahmen zu halten. Die Zahl der Covid-Patienten auf den Intensivstationen steigt. Am Mittwochmorgen befanden sich neun Covid-19-Patienten im Krankenhaus St. Elisabeth, vier davon in intensivmedizinischer Behandlung. Bleiben zwei freie Intensivbetten, plus eine gewisse Reserve. Im Helios-Klinikum wurden Klingebiel zufolge 13 Covid-Patienten behandelt, drei davon intensiv, bei einer Kapazität von zehn Betten. Invasiv beatmet würden in den beiden Kliniken insgesamt fünf Personen.

Das Gesundheitsamt der Stadt bittet Nutzerinnen und Nutzer der Corona-Warnapp, sich sofort und selbstständig im häuslichen Umfeld zu verbleiben, sobald sie ein positives Testergebnis übermittelt bekämen. Bis das Amt zu ihnen Kontakt aufgenommen habe, sollen sie dort verbleiben. Das gleiche gelte für im Haushalt lebende Angehörige.

Auf Grundlage der aktuellen Infektionslage hat Oberbürgermeister Frank Klingebiel mit seinem Krisenstab entschieden, dass seit Montag, 12. April, an allen Salzgitteraner Schulen kein Präsenzunterricht stattfindet.

Konkrete Hotspots sind laut Stadt weiter nicht auszumachen, es seien aber „Familiencluster“ erkennbar. Die Ansteckungsrate sei hier durch die britische Corona-Mutante häufig weitaus höher. Impfungen mit dem Wirkstoff von Astrazeneca sind seit Freitagvormittag, 19. März, wieder möglich, nachdem sie zwischenzeitig ausgesetzt wurden – allerdings wird er nunmehr nur noch bei über 60-Jährigen verimpft.

Im Impfzentrum werden aktuell neben über 70-Jährigen und Risikopatienten auch Personen geimpft, die beispielsweise in Schulen, Kitas, im Einsatzstreifendienst, in Arztpraxen oder im öffentlichen Gesundheitsdienst tätig sind.

Die aktuellen Zahlen im Überblick (Stand: Freitag, 16. April)

7-Tage-Inzidenz: 351,9 (Berechnungsgrundlage für Salzgitter: 104.291 Einwohner)
Infizierte seit Ausbruch: 4224
Aktuell Erkrankte: 523
Todesfälle: 62
Genesene: 3639
Krankheitsverdächtige in häuslicher Isolation: 1206

Impfstand: 24.820 Dosen, davon 6.886 davon als Zweitimpfung (Stand 14. April)

Verlängerter Lockdown auch in Niedersachsen

Niedersachsens Landesregierung hat den Lockdown bis zum 18. April verlängert. Am Samstag, 6. März, veröffentlichte sie die neue Landesverordnung über Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus. Darin festgeschrieben sind auch Lockerungen, die in Niedersachsen somit am 8. März in Kraft getreten sind.

Hier finden Sie die Beschlüsse im Überblick, weitere Angaben gibt es hier.

Kontaktbeschränkungen:

Bis zu fünf Personen aus zwei Haushalten dürfen sich demnach treffen. Kinder unter 14 Jahren werden dabei nicht mitgezählt, ebenso „Begleitpersonen, die erforderlich sind, um Menschen mit einer wesentlichen Behinderung oder Pflegebedürftigkeit eine Teilhabe am Leben in der Gesellschaft zu ermöglichen“. Paare gelten generell als ein Haushalt.

Fällt die 7-Tage-Inzidenz lokal auf , könnten sich bis zu drei Haushalte mit bis zu zehn Personen treffen. Auch hier gilt, dass Kinder unter 14 Jahren und nicht zusammenlebende Paare als Haushalt gelten.

Steigt die Inzidenz an drei aufeinanderfolgenden Tagen auf mehr als 100, tritt dort eine „Notbremse“ in Kraft – so derzeit auch in Salzgitter. Dann dürfen sich Angehörige des eigenen Haushalts nur noch mit maximal einer weiteren Person von außerhalb treffen.

Weiterhin gilt auch die Maskenpflicht – etwa im ÖPNV, in Lebensmittelgeschäften oder generell auch dort, wo der vorgeschriebene Mindestabstand von 1,50 Meter nicht eingehalten werden kann.

Aktuelle Corona-Meldungen aus Salzgitter

Ende Oktober hat Salzgitter bei der 7-Tage-Inzidenz erstmals die kritische Marke von 50 Infektionen pro 100.000 Einwohner überschritten. Mittlerweile gilt die Stadt aufgrund des dauerhaft hohen Wertes (um die 100 beziehungsweise meist darüber) offiziell als sogenannte „Hochinzidenzkommune“.

Bereits seit einiger Zeit gilt nun die Maskenpflicht in festgelegten Bereichen sowie die erneute Schließung gastronomischer (hier sind nur noch Liefer- und Abholdienste möglich) Betriebe. Betroffen sind unter anderem auch der Einzelhandel (außer Supermärkte), Hotels (nur Geschäftsreisende sind erlaubt) und Fitnessstudios (Ausnahme: „Individualsport“).

Friseure dürfen seit Montag, 1. März, wieder öffnen – allerdings unter strengen Regeln. Auch Gartencenter sind wieder offen, Baumärkte bieten einen Abhol-Service an. Nun ebenfalls geöffnet: Büchereien und „körpernahe Dienstleistungen“ wie etwa Kosmetikstudios. Auch hier gilt die Maskenpflicht.

Am Montag, 15. März, kündigte die Stadt zudem an, wegen der negativen Entwicklung der Zahlen die Einhaltung der Corona-Regeln (inklusive Quarantäne) stärker kontrollieren und Verstöße schnell bestrafen zu wollen. In diesem Zuge soll unter anderem auf den Parkplätzen am Salzgittersee das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes verordnet werden.

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Maskenpflicht:

Die Verpflichtung zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes gilt in der Lebenstedter Innenstadt (Montag bis Samstag zwischen 9 und 19:30 Uhr), in der Innenstadt von Salzgitter-Bad (Montag bis Freitag zwischen 9 und 18:30 Uhr sowie am Samstag zwischen 9 und 14 Uhr), am Fredenberg (Montag bis Freitag zwischen 7:30 und 18 Uhr sowie am Samstag zwischen 9 und 18 Uhr) im Bereich des Einkaufszentrums und Einkaufsmarktes zwischen den Straßen Gausstraße, Hüttenring, Einsteinstraße und Kurt- Schumacher-Ring.

Außerdem betroffen sind die Wochenmärkte Chemnitzer Straße, Am Schölkegraben, Marktplatz Salzgitter-Bad und Gausstraße (Fredenberg). Das Land Niedersachsen hat in seiner Corona-Verordnung geregelt, das hier grundsätzlich medizinische Masken getragen werden müssen (FFP2-Maske oder OP-Maske).

Schulen:

Aufgrund der immer noch sehr angespannten Corona-Lage wird der Präsenzunterricht an allen Salzgitteraner Schulen ab Montag, 12. April, für zwei weitere Wochen abgesagt. Das hat OB Klingebiel mit seinem Krisenstab entschieden. Möglich ist der Schulbesuch in dieser Zeit nur dann, wenn er dazu dient, anstehende und nötige mündliche, schriftliche oder praktische Prüfungen abzulegen.

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Gesundheitsamt und Krankenhäuser:

Salzgitters Gesundheitsamt wird bei seiner Arbeit mittlerweile von Bundeswehrsoldaten sowie „Containment-Scouts“ des Robert-Koch-Instituts unterstützt, ebenso von abgestellten Mitarbeitern anderer städtischer Fachbereiche.

Die beiden Krankenhäuser haben Regeln für Besucher aufgestellt. Demnach sind Besuche auf ein Minimum beschränkt. Jeder Patient darf von einer (jeweils vorher definierten) Person einmal täglich besucht werden, die auch ihre Kontaktdaten angeben muss. Dabei muss darauf geachtet werden, dass in Zweibettzimmern nicht alle Besucher gleichzeitig anwesend sind.

Die Besuche sind zeitlich begrenzt (Helios: eine Stunde, St. Elisabeth: 30 Minuten, 15 bis 17 Uhr Besuchszeit). Es gelten Maskenpflicht (FFP2), die Abstandsregel und das Desinfektionsgebot. Zudem müssen Besucher selbst gesund sein.

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Salzgitters Impfzentrum ist in Betrieb

Salzgitters Impfzentrum ist in der früheren Flüchtlingsunterkunft an der Hans-Birnbaum-Straße im Gewerbegebiet in Engelnstedt untergebracht. Es wurde bereits Mitte Dezember fertiggestellt, ging aber erst am Montag, 15. Februar, in Betrieb. Ein 25-köpfiges Team spritzt seitdem zunächst 1100 Dosen des Serums von Biontech und Pfizer. Medizinisch-technische Fachkräfte, Krankenschwestern und -pfleger, eigens von der Stadt eingestellt, impfen montags bis freitags von 8 bis 18 Uhr gegen Corona. Als erstes sind Senioren an der Reihe, die 80 Jahre und älter sind, aber nicht in Pflegeheimen leben – denn dort wurde und wird durch mobile Impfteams bereits seit Ende vergangenen Jahres geimpft.

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Der Weg zur Impfung:

Derzeit ist eine Impflinie in Betrieb. Die zweite geht Anfang März an den Start – sie soll den Zweitimpfungen dienen, die 21 Tage später fällig sind. Die Taktzahl könnte bei vier möglichen Linien von 80 auf 600 pro Tag erhöht werden. Der Impfstoff, der an einem öffentlich unzugänglichen, videoüberwachten Lager bei Temperaturen von mindestens 70 Grad Minus in Kühlschränken gelagert wird, gibt es her. Pro Ampulle seien sechs Impfungen möglich.

Vor der Impfung wird die Temperatur geprüft. Wer fiebrige 38,5 Grad Celsius anzeigt, darf gleich wieder gehen. Dann werden die Unterlagen der zu Impfenden geprüft und die Barcodes auf der Terminangabe des Landes.

Es gibt derzeit zwei Impfzimmer, sechs sollen es werden. Dort wird der Impfstoff von medizinisch geschultem Personal gespritzt. Wer diese Station gemeistert hat, muss 15 Minuten entspannen im Ruheraum nebenan. Dann heißt es: Auf Wiedersehen bei der Zweitimpfung.

Wer kommt wie zum Impfzentrum?

Die konkrete Termine vergibt das Land. Es schreibt die Senioren an, die auf einer Warteliste stehen. Nachfragen waren bislang möglich über die Landes-Telefonnummer 0800/9988665 oder das Online-Portal des Landes unter der Adresse: www.impfportal-niedersachsen.de. Zusätzlich bietet die Stadt eine Hotline an (montags bis freitags, 9 bis 15 Uhr, 05341/ 8397777). Sie bleibt vorerst geschaltet. Mehr als 300 Anrufe wegen Terminnöten gab es bereits.

Die Buslinie 641 fährt im Halbstundentakt direkt zum Impfzentrum. Sie startet am Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) in Lebenstedt. Wer aus gesundheitliche Gründen weder mit dem Auto noch mit dem Bus kommen könne, lässt sich vom Hausarzt eine Transportbescheinigung für eine Krankenfahrt oder eine Krankenbeförderung ausstellen. Die Kostenübernahme erfolgt über die Krankenkasse. Wer seine Wohnung nicht verlassen kann, muss warten, bis ein transportfähiger Impfstoff vorliegt.

Was ist vorzulegen?

Für den Impftermin ist die Terminbestätigung des Landes mitzubringen, zudem der Personalausweis oder Reisepass, der Schwerbehindertenausweis, der Rentenbescheid oder (soweit vorhanden) der Impfpass. Weitere Informationen gibt es auf der Stadt-Website.

Wie sind die städtischen Einrichtungen erreichbar?

Bis zunächst 28. März befindet sich die Stadtverwaltung in einem „Notbetrieb“: Neue Termine werden in dieser Zeit nur noch in dringenden Fällen vergeben. Während des Besuches im Rathaus muss ausdrücklich ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden.

Alle Fachdienste und Organisationseinheiten sind telefonisch und per E-Mail zu den bekannten Sprechzeiten (Montag, Dienstag, Mittwoch und Freitag von 9 bis 12 Uhr, Donnerstag 14 bis 18 Uhr) zu erreichen. Weitere Informationen bietet die Stadt Salzgitter auf ihrer Website.

Das Bürgertelefon beantwortet unter der Rufnummer (05341) 839 7000 alle Fragen zum Dienstbetrieb der Stadtverwaltung und zur Terminvergabe (montags bis freitags von 8 bis 18 Uhr sowie samstags von 10 bis 14 Uhr).

Seit dem 2. November geschlossen sind: die Eissporthalle am Salzgittersee, das Stadtbad in Lebenstedt, das Thermalsolbad in Salzgitter-Bad, die Standorte der Stadtbibliothek, das Städtische Museum Salder, das Gesundheitsamt in Salzgitter-Bad. Alle städtischen Veranstaltungen fallen bis auf Weiteres aus.

Verdacht auf Covid-19: Was tun?

Typische Covid-19-Symptome sind etwa Fieber, Husten, Abgeschlagenheit, Muskel-/Gelenkschmerzen, Halsschmerzen, Kopfschmerzen, Kurzatmigkeit, Luftnot sowie ein eingeschränkter Geschmacks- und Geruchssinn.

Menschen, die solche Symptome aufzeigen und Kontakt zu einem bestätigten Covid-19-Fall hatten, sollten sich telefonisch an ihren Hausarzt wenden oder, außerhalb der Praxiszeiten, den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter der 116117 kontaktieren. Bis das Testergebnis dann feststeht, bleiben die Betroffenen im Regelfall daheim (häusliche Absonderung).

Das – durch den Arzt informierte – städtische Gesundheitsamt klärt zudem, mit wem der Patient Kontakt hatte, und wendet sich an diese Personen. Treten bei den Kontaktpersonen Symptome auf, müssen sie sie dem Gesundheitsamt melden und werden dann automatisch als krankheitsverdächtig eingestuft.

Das Gesundheitsamt hat für Fragen etwa zu Themen wie Reiserückkehr oder Verdachtsfälle zudem unter (05341) 839 5000 ein „Corona-Telefon“ geschaltet. Erreichbarkeit: Montag bis Freitag, 7 bis 18 Uhr; Samstag, Sonntag und an Feiertagen: 12 bis 18 Uhr.

Bei allgemeinen Fragen, beispielsweise zu Symptomen oder Risikogebieten, wird hingegen darum gebeten, die zentrale Corona-Hotline der Niedersächsischen Landesregierung unter (0511) 120 6000 anzurufen. Erreichbarkeit: Montag bis Freitag, 8 bis 19 Uhr; Samstag und Sonntag, 10 bis 17 Uhr.

Was ist bei Reisen zu beachten?

Für Einreisen aus ausländischen Risikogebieten nach Deutschland wurde neben der bestehenden Quarantänepflicht zusätzlich eine Testpflicht bei Einreise eingeführt. Dieser Corona-Test kann binnen 48 Stunden vor der Einreise, unmittelbar während oder unmittelbar nach der Einreise absolviert werden. Das Testergebnis muss innerhalb von zehn Tagen nach der Einreise dem Gesundheitsamt auf Verlangen unverzüglich vorgelegt werden.

Eine Übersicht zu internationalen Risikogebieten stellt das Robert-Koch-Institut zur Verfügung.

Reisende, die aus Risikogebieten innerhalb Deutschlands nach Hause zurückgekehrt sind, sind von der Melde- sowie Quarantänepflicht nicht betroffen. Für sie gilt jedoch der Hinweis, sich beim Auftreten von Krankheitssymptomen unbedingt telefonisch an die Rufnummer 116 117 oder den Hausarzt zu wenden.

Eine Übersicht und weitere Infos zu den deutschen Risikogebieten finden Sie hier.

Weitere Infos der Stadt Salzgitter für Reiserückkehrer gibt es hier.

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