Salzgitter will trotz Virus weiter Altkleider sammeln

Salzgitter.  Seit die Absatzmärkte für Altkleider wegen des Virus weltweit kollabiert sind, haben einige Städte die Sammelcontainer gesperrt. Salzgitter nicht.

Altkleider-Container in Salzgitter werden weiterhin geleert.

Altkleider-Container in Salzgitter werden weiterhin geleert.

Foto: Bernward Comes

Die Corona-Krise hat auch die Absatzmärkte für Altkleider weltweit zum Erliegen gebracht. Manche Kommunen in Niedersachsen haben daher bereits ihre Sammelcontainer geschlossen. Doch auch in den Lagerhallen der Verwertungsunternehmen wird es längst eng. Die Stadt hat daher mit ihren Brandschutzprüfern den Betriebshof einer Firma im Stadtgebiet untersuchen lassen. Es habe aber keinen Hinweis auf akute Brandgefahr gegeben, teilte die Verwaltung auf Anfrage unserer Zeitung mit.

Die Luft ist derzeit dünn im einst profitablen Handel mit Alttextilien, seit der Markt Ende März zusammenbrach. Laut Medienberichten sind weltweit angeordnete Maßnahmen zum Infektionsschutz vor dem Coronavirus der Grund: Infolge behördlicher Anordnungen mussten überall, auch in Osteuropa, Second-Hand-Läden schließen. Die Nachfrage nach Altkleidern versiegte somit nahezu komplett. Zum anderen stünden afrikanische und asiatische Märkte ebenfalls nicht zur Verfügung, da sie entweder geschlossen wurden oder aufgrund fehlender finanzieller Möglichkeiten ebenfalls bei Gebrauchtkleidern abwinkten.

Die Folgen sind auch in Niedersachsen zu spüren. So hat jüngst das Abfallwirtschaftsunternehmen in Bramsche seine Sammelcontainer vorübergehend gesperrt und nicht mehr geleert, weil ihr für abgetragene Hosen, Jacken und Pullover kein Verwertungsweg zur Verfügung stand. Das Unternehmen bat daher die Bürger, alte Kleidung zunächst zu Hause zu lagern.

Die Stadt Hildesheim lässt ihre Altkleider-Container ebenfalls nicht mehr entleeren. Die Maßnahme soll vorerst bis Ende dieses Monats gelten. Die Kommune hat ihre Bürger gebeten, Altkleider auch nicht mehr in Plastiktüten neben die geschlossenen Behälter zu stellen.

Anders in Salzgitter. Im Stadtgebiet würden die Altkleidercontainer nach wie vor „nach Plan“ geleert, teilte der zuständige Städtische Regiebetrieb (SRB) mit. Er stehe in regelmäßigem Kontakt mit den beauftragten Sammelunternehmen.: „Momentan gibt es keine gravierenden Probleme“.

Allerdings zeige sich, so Vize-Stadtsprecher Martin Neumann, „dass die Absatzmöglichkeiten für Alttextilien eingeschränkt sind und es Lagerengpässe gibt – hier ist die weitere Entwicklung zu beobachten“. Weil die Container aus Metall seien, erhöhe sich die Feuergefahr allenfalls durch Brandstiftung.

Weil aber im Brandfall bis an die Decke gefüllte Lagerhallen etwa in Gewerbegebieten auch den Arbeits- und Immissionsschutz gefährden könnten, hat sich in den Fall des Verwertungsunternehmens im Stadtgebiet auch das Gewerbeaufsichtsamt in Braunschweig eingeschaltet. „Wir werden eine Ortsbegehung veranlassen“, kündigte Vize-Leiterin Antje Kassens an.

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