Corona-Zeit: Jugendfeuerwehr macht Schule

Haverlah.  In Haverlah wurde die Ausbildung der Kinder und Jugendlichen nach Coronaregeln vorbildlich umgesetzt – mit Spiel, Spaß und Lernerfolg.

Eine Ausschnitt von der Facebookseite der Jugendfeuerwehr.

Eine Ausschnitt von der Facebookseite der Jugendfeuerwehr.

Foto: Verena Mai / Mai

Den Kontakt zu den Kindern und Jugendlichen des Feuerwehrnachwuchses halten, Wissenswertes für die Jugendflamme und die allgemeine Ausbildung zu vermitteln: Das hat das Team der Jugendfeuerwehr Haverlah so gut umgesetzt, dass viele Jugendfeuerwehren dem Beispiel gefolgt sind. „Wir haben viel Konkurrenz“, betont Jugendfeuerwehrwart Marcel Kamphenkel die Notwendigkeit, sich etwas Gutes einfallen zu lassen für eine Zeit, in der der Kontakt bei Erster Hilfe und beim Zeigen von Ausrüstungen nicht möglich ist. Kamphenkel: „Wenn man den Draht verliert, dann sind die weg.“

Feuerwehrdienst im Home-Office

Tatsächlich wurde der wöchentliche Dienst im Home-Office erledigt. Es gab Aufgaben, die die Fertigkeiten der Feuerwehrschüler verbessern sollten, und das mit offenbar viel Spaß, wie man auf der Facebook-Seite der Jugendfeuerwehr verfolgen kann. Das Team um Kamphenkel, unter anderem mit Finn Klapproth und Jessica Wasner, hat sich bereits im März Gedanken gemacht, wie man trotz Corona die Feuerwehr zu den Kindern bringen kann, erläutert Kamphenkel. Im Brainstorming entwickelten sie gemeinsam Ideen, wie man Aufgaben aufbereitet, so dass der Nachwuchs zuhause üben und Ergebnisse posten konnte.

Kommunikation mit Legobausätzen lernen

So wurde den derzeit 27 Kindern und Jugendlichen Ausrüstungsgegenstände oder kleine Päckchen vor die Tür gelegt, mit den sie Aufgaben bewerkstelligen sollten. Mal mussten Feuerwehrschläuche fachgerecht gerollt werden, mal Erste Hilfe an Eltern, Geschwistern oder zur Not Kuscheltieren geübt werden, auch Stiche und Knoten, und auch die Umweltbildung (Kürbispflanzen, Insektenhotel bauen) und das Thema Kommunikation – vermittelt über Legobausätze – bereicherte den Lehrplan.

Vor der Tür liegen Strahlrohre

Aber auch Strahlrohre wurden den Jugendlichen und Kindern vor die Tür gelegt, und per Film konnten sie verfolgen, wie damit umgegangen wird und die Handhabung auch selbst ausprobieren – erstmal ohne Wasser, aber immerhin. Kamphenkel: „Wir wollten, dass sie zuhause auch etwas in der Hand haben und nicht nur die Theorie verfolgen.“ Dafür gibt es viel Lob in den Kommentaren – und Posts von Jugendfeuerwehren aus der ganzen Republik, die sich ein Beispiel an den Haverlahern nahmen und im Gegenzug ihre Ergebnisse präsentierten.

Baupläne aus Haverlah für Deutschland

Besonders beliebt scheint das Insektenhotel und der Bau eines Stuhls aus Paletten und alten Feuerwehrschläuchen gewesen zu sein, hier erreichten die Jugendfeuerwehr etliche Bitten um die Bauanleitung. „Das war gewollt“, betont Kamphenkel, der sich über die Schule machende Wirkung freut und über die Resonanzen auch von den Eltern. „Wir haben das auch über Instagram medial begleitet.“ Es sei toll zu sehen, dass die Ideen für gut befunden und nachgemacht werden. Kamphenkel: „Ein besseres Lob gibt es nicht!“ Dafür hat das Team den höheren Aufwand gern in Kauf genommen.

Feuerwehrwagen wurde Eiswagen

Wichtig war dem Jugendfeuerwehr-Team aber auch, dass sich die Mitglieder wiedersehen, wenn auch in anderer Form, um „die Kameradschaft zu halten und Freundschaften zu festigen.“ Zum Abschluss vor der Sommerpause wurde ein Feuerwehrwagen sogar zum Eiswagen umfunktioniert und an alle Mitglieder Spaghettieis verteilt, mit Abstand natürlich. Und so seufzte eine (erwachsene) Kommentatorin bei Facebook: „Ich wäre auch gerne bei Euch in der Jugendfeuerwehr!“

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