MAN Salzgitter: Dienstag Betriebsversammlung zum Stellenabbau

Watenstedt.  Betriebsrat und IG Metall informieren über den möglichen Stellenabbau und Standortschließungen. Auch die CDA protestiert.

Ann Katrin Eggebrecht arbeitet im MAN-Werk Salzgitter in der Tank-Montage.

Ann Katrin Eggebrecht arbeitet im MAN-Werk Salzgitter in der Tank-Montage.

Foto: Bernward Comes

„MAN will die Belegschaft für die Fehler des Vorstandes zur Rechenschaft ziehen“, so überschreibt die Industriegewerkschaft (IG) Metall Salzgitter-Peine eine Mitteilung zum angekündigten Arbeitsplatzabbau bei MAN: Der Betriebsrat von MAN Truck & Bus in Salzgitter und die IG Metall wollen die Belegschaft am Dienstag, 15. September, in einer schichtübergreifenden Versammlung ab 12.30 Uhr auf dem Parkplatz am Haupttor in Watenstedt informieren.

Seit 2012 ist MAN Nutzfahrzeuge Teil der VW-Gruppe. Für Salzgitter wurde 2015 im Standortvertrag vereinbart, eine Beschäftigtenzahl von 2552 festzulegen und den Standort von einem LKW-Bauer in ein Komponentenwerk mit Logistikanbindung umzuwandeln. In der vergangenen Woche kündigte der MAN Vorstand an, bis zu 9500 Stellen abzubauen und gegebenenfalls Standorte zu schließen.

IG Metall spricht von Skandal

„Es ist ein Skandal, in dieser Art und Weise die betrieblichen Mitbestimmungsorgane zu hintergehen und Fakten zu schaffen. Wir werden uns auf jeden Fall zu wehren wissen und fordern, dass alle Verträge eingehalten werden“, so Brigitte Runge, 2. Bevollmächtigte der IG Metall Salzgitter-Peine, in der Mitteilung: „Die Beschäftigten haben ihre Seite der Verträge eingehalten und fordern den Vorstand auf, seine Versprechen, die in den Standortverträgen verankert sind, zu erfüllen.“

Die Christlich-Demokratische Arbeitnehmerschaft (CDA) Niedersachsen fordert ebenfalls Klarheit von MAN, inwieweit der Standort Salzgitter vom angekündigten Arbeitsplatzabbau betroffen sein wird, und fordert gegebenenfalls staatliche Investitionen zur Forcierung der Wasserstoff-Initiative der Großindustrie in Salzgitter.

CDA: Ankündigung löst Existenzängste aus

Max Matthiesen, Landesvorsitzender der CDA, schreibt: „Die Ankündigung von MAN, bis zu 9500 Arbeitsplätze abbauen zu wollen und dabei auch die Schließung mehrerer Standorte in Kauf zu nehmen, ist eine schlechte Nachricht. Auch wenn der Standort Salzgitter nicht explizit genannt wurde und somit offensichtlich bestehen bleibt, löst die Ankündigung, ,in allen Bereichen’ Stellen streichen zu wollen, Existenzängste aus, die jetzt schnellstens ausgeräumt werden müssen.“

Für die CDA Niedersachsen sei auch unverständlich, warum in den Ankündigungen von MAN das Thema Wasserstoffwirtschaft und Brennstoffzelle keine Rolle spielten. Uwe Lagosky, Landesvorsitzender der CDA Braunschweig, wird zitiert: „Eine CO2-neutrale Mobilität im Schwerlastverkehr ist ohne Einsatz von Wasserstofftechnologie kaum vorstellbar. Das Land Niedersachsen hat bereits seine Hausaufgaben gemacht und den Wasserstoff-Campus Salzgitter ins Leben gerufen, der gemeinsam von Stadt Salzgitter, Land Niedersachsen, dem Braunschweiger Fraunhofer-Institut, MAN, Alstom, VW, Bosch und der Salzgitter AG getragen wird. Die Ankündigungen von MAN zum Stellenabbau passen schlecht in dieses Umfeld, da im Bereich der Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie noch gewaltiger Forschungsbedarf besteht, der nur durch zusätzliches Personal geleistet werden kann.“

CDA-Landesvorstandsmitglieder: „Land ist in der Pflicht“

Die drei CDA-Landesvorstandsmitglieder aus dem Braunschweiger Land, Alexander Börger aus Helmstedt, Stefani Steckhan aus Salzgitter und Uwe Lagosky aus Wolfenbüttel seien sich einig: „Wir brauchen MAN in Salzgitter, und gegebenenfalls muss das Land Niedersachsen einen angemessenen Beitrag leisten, denn nur so lässt sich der Wasserstoff-Campus erfolgreich fortsetzen.“

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