Jagd im Salzgitter-Höhenzug soll auch Schweinepest eindämmen

Salzgitter.  Die Bewegungsjagd dient zudem der Verkehrssicherheit auf der B 6. mehr als 30 Jagdgäste der Jagdgemeinschaft Othfresen waren im Revier unterwegs.

Eberhard Kaiser (5. von links), der 88-jährige Vater von Jagdleiter Stefan Kaiser, hatte zahllose Nistkästen für heimische Wildvogelarten vom Käuzchen bis zum Zaunkönig, aber auch Futterhäuser und Weihnachtskrippen angefertigt und verschenkte sie an die Jagdteilnehmer und Helfer.  

Eberhard Kaiser (5. von links), der 88-jährige Vater von Jagdleiter Stefan Kaiser, hatte zahllose Nistkästen für heimische Wildvogelarten vom Käuzchen bis zum Zaunkönig, aber auch Futterhäuser und Weihnachtskrippen angefertigt und verschenkte sie an die Jagdteilnehmer und Helfer.  

Foto: Andrea Leifeld

Mit dem Wegfall jeglicher Zeremonien erschien die revierübergreifende Bewegungsjagd am Samstag selbst für einen außenstehenden Beobachter alles andere als normal. Coronabedingt wurde nicht in jagdlicher Tradition geblasen und zum Abschluss auch keine Strecke gelegt. Auch kein Bruch wurde überreicht. Gejagt wurden in den Revieren Othfresen, Gitter, Liebenburg und Mahner.

Für Spaziergänger, Biker und Pilzsucher war der Wald gesperrt

Still und ohne Aufgesehen bezogen die mehr als 30 Jagdgäste der Jagdgemeinschaft Othfresen am Samstag in den Morgenstunden die gut 20 Hochsitze in dem Revier, das vom Bismarckschacht bei Heimerode über die Bärenköpfe bis zum Grenzweg nahe des Schäferstuhls in der Gemarkung Salzgitter-Gitter reicht. Umfangreich und in aller Deutlichkeit war auf den Jagdtag hingewiesen und alle Spaziergänger, Biker und Pilzsucher im Wald zur Einhaltung der Absperrungen aufgefordert worden.

Auch in angrenzenden Revieren wurde gejagt

„Es ist eine revierübergreifende Bewegungsjagd“, betonte der Othfresener Jagdleiter Stefan Kaiser. Sprich: Exakt zur selben Zeit würden auch in den angrenzenden Jagdrevieren Treiber und Hundeführer agieren, um das Schalwild (Wildschweine und Rehe) aus der Deckung aufzuscheuchen. „Das hat den Vorteil, dass nur für einen Tag jagdbedingte Unruhe im Revier herrscht“, so Kaiser.

Durch den revierübergreifenden Ansitz seien die Erfolgschancen deutlich höher, weil die Tiere nicht in das Nachbarrevier abwandern können. „Dadurch lässt sich auch der tatsächliche Wildbestand sicher feststellen, denn alle Jäger und Verantwortlichen sind gut vernetzt“, so Kaiser. Kaiser legte Wert auf die Feststellung, dass nach der aktuellen niedersächsischen Corona-Verordnung die Jagd unter Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln weiterhin ausgeübt werden darf, wie auch das Niedersächsische Landwirtschaftsministerium in einer Pressemeldung ausdrücklich vermerkte.

Wildschweine zählen zu den akuten Überträgern der Afrikanischen Schweinepest

Auch ein Erlass des niedersächsischen Ministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz verweist auf die Dringlichkeit, den Schwarzwildbestand zu verringern. „Ich will jetzt nicht das Wort systemrelevant für Jäger in den Mund nehmen und auch nicht so sehr die vorgeschriebene Abschlussplanerfüllung“, betonte er. Den Nutzen der Jagd sehe er deutlich mehr im Eindämmen der sich ausbreitenden Afrikanischen Schweinepest (ASP). Wildschweine zählen zu den akuten Überträgern. „Ich sage dazu die ,Schwarze Pest’, weil sie vom Schwarzwild übertragen wird!“ Aber nicht nur das: Sollte die Krankheit die Zucht- und Mastschweinebestände erreichen, wäre es tatsächlich ein schwarzer Tag für die Tierbestände der Landwirte.

Aber im Jagdgeschehen sehe er noch eine weitere Aufgabe, so Jagdleiter Kaiser: Durch das Revier der Jagdgemeinschaft Othfresen zieht sich die vielbefahrene Bundesstraße B 6. Und da biete gerade sein zu betreuender Abschnitt vom Othfresener Posthof in Richtung Salzgitter einen wahren Schwerpunkt für Wildunfälle. „Durch die Jagd machen wir auch die Straße für die Verkehrsteilnehmer sicherer“, so Stefan Kaiser.

In Othfresen wurden 15 Wildschweine und 5 Stück Rehwild erlegt

In sorgfältiger Durchführung der revierübergreifenden Bewegungsjagden waren zahllose Helfer zur Nachsuche und Wildbergung noch bis zum Sonntag in das Geschehen eingebunden.

Erlegt wurden im Othfresener Zuständigkeitsbereich 15 Wildschweine und 5 Stück Rehwild. In den Nachbarrevieren Gitter und Liebenburg benannten die Jäger 18/1 und 12/6 Tiere. Die Vermarktung der erlegten Tiere beginnt umgehend.

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