Staatsanwaltschaft

Vermisstenfall in Liebenburg – Anklage der Staatsanwaltschaft

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Die Staatsanwaltschaft Braunschweig ist im Vermisstenfall Karsten M. möglicherweise einen Schritt weiter.

Die Staatsanwaltschaft Braunschweig ist im Vermisstenfall Karsten M. möglicherweise einen Schritt weiter.

Foto: Stephan Jansen / dpa

Braunschweig.  Ein 50-jähriger Liebenburger soll den Vermissten aus Groß Döhren mit einer Schlag- oder Stichwaffe ermordet haben. Wo das Opfer ist – unklar.

Die Staatsanwaltschaft Braunschweig hat im Fall des weiterhin vermissten Karsten M. aus Groß Döhren vor einigen Tagen Anklage gegen einen 50-jährigen Mann aus Liebenburg vor dem Landgericht Braunschweig wegen heimtückischen Mordes aus niedrigen Beweggründen erhoben. Wie die Staatsanwaltschaft heute in einer Mitteilung schreibt, wirft sie dem Verdächtigen vor, sich am 13. April in den frühen Morgenstunden, etwa gegen 4.30 Uhr, zur Wohnanschrift seines Freundes Karsten M. in Groß Döhren begeben und sich dort heimlich auf dem Gartengrundstück verborgen gehalten zu haben.

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In der Folge soll der Tatverdächtige den wie jeden Morgen zu dieser Zeit in der Küche sein Frühstück vorbereitenden Karsten M. nach draußen in den Garten- beziehungsweise Terrassenbereich gelockt haben. Dort soll er den völlig arg- und wehrlosen Karsten M. durch eine Schlag- oder Stichwaffe, möglicherweise eine sogenannte Pistolenarmbrust, verletzt haben, um ihn zu töten. Karsten M., der laut Staatsanwaltschaft wegen einer dem Tatverdächtigen auch bekannten Herzerkrankung das Medikament Marcumar einnehmen musste, begann sodann erheblich zu bluten und verlor das Bewusstsein.

VW-Caddy wurde am 16. April in Hannover gefunden

Währenddessen, so die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft, begab sich der Tatverdächtige leise in das ihm vertraute Wohnhaus und nahm den bei der Eingangstür verwahrten PKW-Schlüssel für den Wagen des Angeklagten an sich. Anschließend brachte er den Wagen von seinem Stellplatz vor dem Haus zur rückwärtigen Grundstücksseite und lud den schwer verletzten Karsten M., den er zuvor bis zum Fahrzeug geschleift hatte, in den Caddy ein und fuhr davon. Das erheblich blutende Opfer hinterließ nach Angaben der Staatsanwaltschaft auf der Terrasse eine größere Blutlache sowie eine blutige Schleifspur auf dem Rasen, die bis zur Grundstücksgrenze reichte. Zusätzlich verlor Karsten M. an der Grundstücksgrenze seine Brille, die später sichergestellt werden konnte und erhebliche Beschädigungen aufwies. Der weitere Verbleib von Karsten M. ist bis heute ungeklärt. Sein VW Caddy wurde am 16. April auf dem Expo-Gelände, in unmittelbarer Nähe zum Holländischen Pavillon, aufgefunden. Angesichts der im Inneren des Fahrzeugs festgestellten erheblichen Blutansammlungen, die dem Opfer Karsten M. zugeordnet werden konnten, bestehen keine berechtigten Anhaltspunkte mehr dafür, dass er noch am Leben ist.

Der Verdächtige handelte nach Angaben der Staatsanwaltschaft in dem Bestreben, nach dem Tod von Karsten M. eine dauerhafte und offizielle Liebesbeziehung mit der Ehefrau des Getöteten eingehen zu können. Sie und der Verdächtige führten seit 2016 eine geheim gehaltene Beziehung, ohne dass die Frau eine Bereitschaft zeigte, ihren Ehemann zu verlassen. Diesen Zustand konnte der Verdächtige, der auch beabsichtigte, seine Geliebte zu heiraten, nicht länger hinnehmen und sah sich daher veranlasst, das Hindernis, nämlich seinen besten Freund Karsten M., dauerhaft zu beseitigen.

Der Angeklagte sitzt seit dem 18. Mai in Untersuchungshaft. Er bestreitet die Tat und ist nicht vorbestraft.

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