Reaktion auf Erdgas-Umlagen

WEVG Salzgitter erhöht Gaspreise

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Heizen mit Gas wird ab November für Kunden der WEVG Salzgitter teurer. Grund sind die Erdgas-Umlagen.

Heizen mit Gas wird ab November für Kunden der WEVG Salzgitter teurer. Grund sind die Erdgas-Umlagen.

Foto: Fabian Sommer / dpa

Salzgitter.  Der Energieversorger WEVG Salzgitter reagiert auf die Erdgas-Umlagen und erhöht ab 1. November die Preise. Was Kunden künftig zahlen müssen.

Die WEVG Salzgitter erhöht die Preise für Erdgas. Darüber informiert der Energieversorger in einer Pressemitteilung. Hintergrund sind die Erdgas-Umlagen, welche die Bundesregierung im Zuge des Ukraine-Krieges beschlossen hat. Der Mitteilung zufolge steigen ab 1. November die Erdgaspreise erneut in allen Erdgastarifen um 3,86 Cent pro Kilowattstunde netto. Hinzu kommt die dann gültige Umsatzsteuer, bei den temporär gültigen 7 Prozent beläuft sich der Brutto-Betrag auf 4,13 Cent pro Kilowattstunde.

„Bei einem Jahresverbrauch von beispielsweise 14.000 Kilowattstunden für Erdgas bedeuten dies Mehrkosten von etwa 48,18 Euro inklusive 7 Prozent Umsatzsteuer im Monat,“ erläutert Matthias Giffhorn, Vertriebsleiter der WEVG. „Die Abgrenzung des Verbrauchs nach alten und neuen Preisen wird die WEVG zeitanteilig vornehmen.“ Die Höhe der monatlichen Abschläge passt die WEVG ab dem 30. November den aktuellen Preisen an.

Zum Hintergrund erklärt das Unternehmen: Am 8. August hat die Regierung die Erdgasbeschaffungsumlage, kurz Gasumlage beschlossen. Durch diese Umlage sollen ab 1. Oktober die den Großhandelsunternehmen entstehenden Mehrkosten der Gasbeschaffung auf alle Endkunden verteilt werden.

Senkung der Umsatzsteuer wird an Kunden weitergegeben

„Diese Mehrkosten entstehen, weil die Importeure ausfallende russische Vertragslieferungen teuer am Weltmarkt nachbeschaffen müssen,“ erklärt Rainer Krause, kaufmännischer Geschäftsführer der WEVG in der Mitteilung. „Sie wird voraussichtlich pro Quartal neu berechnet und ist bis zum 1. April 2024 befristet.“

Zusätzlich wird ab dem 1. Oktober die Umlage zur Sicherung der Füllstandsvorgaben für Gasspeicheranlagen (Speicherumlage) erhoben. Sie wird voraussichtlich halbjährlich neu berechnet und soll bis zum 1. April 2025 gelten. Damit sollen zusätzliche Kosten ausgeglichen werden, die durch die gesetzlich beschlossene Mindestbefüllung der nationalen Gasspeicher entstehen. Matthias Giffhorn erklärt: „Vorgegeben ist, dass die Speicher zum 1. November einen Füllstand von mindestens 95 Prozent erreicht haben müssen. Aktuell sind es rund 88 Prozent.“

Neben Einführung dieser Umlagen wird auch die bestehende Regelenergieumlage beziehungsweise Bilanzierungsumlage zum 1. Oktober erhöht. Regelenergie, also Gas, wird immer dann eingesetzt, wenn im bundesweit zusammenhängenden Gasnetz das Verhältnis zwischen ein- und ausgespeisten Gasmengen nicht ausgeglichen ist. Auch diese Kosten werden auf die Verbraucher umgelegt.

Die Umsatzsteuer auf den gesamten Gasverbrauch soll nach derzeitigem Stand ab 1. Oktober bis Ende März 2024 von 19 auf 7 Prozent gesenkt werden. Die niedrigere Steuer für Gas soll erhoben werden, solange auch die neue Gasumlage fällig wird. Der verminderte Umsatzsteuersatz wird der WEVG zufolge in den Jahresverbrauchsabrechnungen der Kunden berücksichtigt.

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