Raubtier in der Geldbörse

Salzgitter-Bad  Ein Unternehmen erfindet eine Silber-Münze für den Kongo, in der Geparden-DNS steckt.

Bisher war Abay, der Gepard aus dem Braunschweiger Zoo Arche Noah, in der Region schon relativ bekannt. Und nun wird sein Gesicht vielleicht richtig berühmt – zumindest im Kongo und unter Münzsammlern. Denn der Münzgroßhandel Numiscom aus Salzgitter-Bad hat für den Kongo eine Gedenkmünze aus Silber entworfen, auf der Abays Konterfei prangt – und in der seine DNS (Desoxyribonukleinsäure), also Genmaterial, enthalten ist. Das befindet sich in einem von beiden Seiten zu sehenden Reagenzglas in der Münze und ist blau gefärbt. Es soll sich sogar bewegen, wenn man die Münze dreht. Eine Weltneuheit, betont Numiscom.

„Die Münze soll vor allem auf das Schicksal der vom Aussterben bedrohten Tiere aufmerksam machen.“
Nina Kaminski, Produktmanagerin bei Numiscom

Nina Kaminski, Produktmanagerin bei Numiscom, ist auf die Idee gekommen, wie sie gestern erzählte. „Man kann ja auch sein eigenes Blut in Schlüsselanhänger bringen lassen“, berichtet sie, was ihr den Denkanstoß gegeben hat. „Mit neuen Ideen und Innovationen versuchen wir den Nachwuchs und generell die breite Masse auf dieses Hobby aufmerksam zu machen“, erläutert sie. Aber hier sollte es auch einen guten Zweck haben: „Die Münze soll vor allem auf das Schicksal der vom Aussterben bedrohten Tiere aufmerksam machen“, sagt Kaminski. Und schon startete die Suche nach einem Tier. Der Zoo in Braunschweig hat vier Geparden und sagte zu – schließlich, betont Edith Wilhelm, die den Zoo mit ihrem Mann Uwe führt, gibt es dort den zahmen Abay. Dem Tier werde dafür kein Leid angetan, betont Kaminski.

Zum Kongo wiederum, in dem der Gepard heimisch ist, hat Numiscom alte Beziehungen aus anderen Projekten, berichtet Kaminski. Nun gibt es also einen Vertrag mit dem Kongo, der hauseigene Designer setzte sich ans Münzen-Entwerfen, produziert wird in Idar-Oberstein, schildert sie. Fast 300 der Gedenkmünzen habe Numiscom an Großkunden bereits verkauft. Ein Festbetrag geht dafür an den Zoo, zwei Euro pro verkaufter Münze werden an die Gepardenschutz-Organisation CCF (Cheetah Conservation Fund) gespendet.

Die Salzgitteraner Münze wird im Kongo Zahlungsmittel sein – deshalb ist sie auch Münze und nicht Medaille – für 2000 Francs congolaises. Neben Abays Gesicht ist dort auch die Doppel-Helix zu sehen, die die gewundene Leiterstruktur des DNS-Moleküls wiedergibt. Auf der Vorderseite befindet sich das kongolesische Wappen.

Die Münze ist etwa ab Ende November für einen Preis von rund 220 bis 250 Euro über die Internetadresse www.muenzen-outlet.de erhältlich.

Und neue Ideen für die Münze mit Genmaterial schweben Kaminski auch schon vor: Mit Tiger, den es im Braunschweiger Zoo auch gibt, Neandertaler oder Mammut.

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder
Leserkommentare (3)