Das Fischstäbchen, das die Panade verlor

Salzgitter-Bad  Neuntklässler des Gymnasiums drehten Kurzfilme zum Thema Anderssein.

Neuntklässlerin Marie Gieler (am Klavier) spielte eine schwangere 15-Jährige.

Neuntklässlerin Marie Gieler (am Klavier) spielte eine schwangere 15-Jährige.

Foto: Jörg Kleinert

„Ganz schön anders“ oder auch „Für Inklusion, gegen Ausgrenzung“ – Unter diesem Titeln drehten Neuntklässler des Gymnasiums Salzgitter-Bad gestern im Rahmen eines Workshops Kurzfilme, mit denen sie am ersten inklusiven Kurzfilmwettbewerb Niedersachsens teilnehmen.

Federführend für das Projekt sind Blickwechsel aus Göttingen, ein Verein für Medien- und Kulturpädagogik sowie das Königsworth Medienbüro aus Hannover. Unterstützt wurde der Workshop, an dem sich 30 Schüler der Klasse 9FL mit den Lehrerinnen Stefanie Kirstein und Beate Köbrich beteiligten, vom Medienzentrum der Stadt Salzgitter. „Von den 204 Filmteams, die ihre Beiträge bei uns eingereicht haben, haben wir 50 eingeladen , um an Filmworkshops an zehn Orten in Niedersachsen teilzunehmen“, sagte Markus Götte (Königsworth)

Seit Schuljahresbeginn hatten die Neuntklässler aus Bad nach Filmthemen gesucht, Drehbücher geschrieben und sich schließlich mit ihren Ideen zum Thema Inklusion beworben. Kurz darauf erhielten sie aus Hannover den Zuschlag für einen Drehbuch- und Filmworkshop.

Einer dieser Workshops fand gestern am Gymnasium in Bad statt. Blickwechsel stellte den Schülern Filmexperten zur Seite, die wertvolle Tipps zu Kameraführung, Dramaturgie, Umsetzung und Schnitthandwerk gaben. „Weil wir so viele Filmideen hatten, haben wir uns in drei Teams mit jeweils neun bis zwölf Schüler aufgeteilt“, erzählte Lehrerin Stefanie Kirstein.

Die jungen Filmemacher übernahmen die Regie, feilten noch am Drehbuch, führten die Kamera und machten den Filmschnitt. Heraus kamen fünfminütige Beiträge über eine 15-Jährige, die sich mit Freunden, Mitschülern und Eltern über ihre Schwangerschaft auseinandersetzte, über ein taubstummes Mädchen, das neu in eine Klasse kommt und sich in einen Mitschüler verliebt, sowie über einen Schüler, der in seiner neuen Klasse auf Gossip-Mädchen, Punks und Computer-Freaks trifft – „Und mit diesen Extremen muss er dann klarkommen“, sagte Stefanie Kirstein.

In landesweite Konkurrenz treten die Salzgitteraner Schüler mit Beiträgen wie den über das Fischstäbchen, das seine Panade verlor und gemobbt wird, einen Film über Außerirdische oder einen Familienvater, der ein Doppelleben als Transvestit führt.

FAKTEN

Der Kurzfilmwettbewerb läuft noch bis zum Einsendeschluss am 31. Dezember.

Filmbeiträge können beim Medienbüro Königsworth, Königsworther Straße 23A, 30 167 Hannover, eingereicht werden.

Mitmachen können Schüler aller Schulformen aus den Jahrgängen 9 und 10. jk

„Wir sind einfach froh, dabei zu sein“, sagte Stefanie Kirstein. „Die Schüler ziehen viel Positives aus dem Workshop. „Und es macht unheimlich viel Spaß“, ergänzte Schülerin Marie Gieler.

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