Salzgitteraner spielt große Musical-Rrolle

Salzgitter-Bad  Giacomo Rößler aus Salzgitter-Bad ist Fiddlin‘ John in der Aufführung von „Parade“ des Freie Musical-Ensembles Münster.

Giacomo Rößler (rechts) bereitet sich beim Freien Musical-Ensemble Münster auf seine erste große Rolle in einem Musical vor.

Giacomo Rößler (rechts) bereitet sich beim Freien Musical-Ensemble Münster auf seine erste große Rolle in einem Musical vor.

Foto: Freies Musical-Ensemble Münster

Dienstagabend ins Kino, Mittwoch in die Bar und am Wochenende wird gefeiert – so könnte der ganz gewöhnliche Freizeit-Alltag eines Studenten aussehen. Nicht so bei Giacomo Rößler, der aus Salzgitter-Bad kommt, und nun im westfälischen Münster lebt und studiert. Dort wird er ab November auf der großen Musical-Bühne zu sehen sein.

Zwölf Mal bringt das Freie Musical-Ensemble Münster (FME), das eine Zeitschrift zum besten Laien-Ensemble Deutschlands gekürt hat, den amerikanischen Broadway-Klassiker „Parade“ auf die Bühne.

Und Rößler spielt als „Fiddlin‘ John“ eine tragende Rolle, heißt es in einer Pressemitteilung des Ensembles. Fast täglich laufen die Proben. Mehr als 100 Darsteller, Musiker, Bühnenbildner und viele mehr sind beteiligt. Schließlich gelte es, an den Vorjahreserfolg anzuknüpfen. 5000 Menschen und sogar eine eigens für die Aufführung angereiste Delegation Kulturschaffender aus den USA, Kanada und Israel hatten im vergangenen Jahr „Imagine This“ gesehen, berichtet das Ensemble stolz.

Auch in diesem Jahr werde dem FME eine besondere Ehre zuteil. Denn das Musical „Parade“ werde zum ersten Mal in Deutschland auf die Bühne gebracht. In den USA mit zwei der begehrten Tony Awards prämiert, sei das Musical aus der Feder von Alfred Uhry mit der Musik von Jason Robert Brown daher noch weitestgehend unbekannt in Deutschland. Es basiert auf der wahren Geschichte des jüdischen Fabrikbesitzers Leo Frank.

Frank wurde 1913 der Ermordung seiner 13-jährigen Angestellten Mary Phagan für schuldig befunden und zum Tode verurteilt. Obwohl entlastende Hinweise auftauchten, so dass das Todesurteil in lebenslange Haft umgewandelt wurde, endete Frank als ein Opfer der Lynchjustiz am Strick.

Der Prozess hatte seinerzeit weitreichende Folgen: Der Ku Klux Klan lebte wieder auf, aber auch die Anti-Defamation-League wurde gegründet, die sich für die Rechte von Juden starkmacht.

Für Rößler birgt „Parade“ eine besondere Herausforderung. Der Student der Biowissenschaften spielt mit Fiddlin‘ John seine erste große Rolle auf der Musical-Bühne. „Fiddlin‘ John ist ein junger Geiger, ein Straßenmusiker. Er ist die Stimme des Volkes und ein Frauenschwarm. Wer würde nicht gerne einmal so eine Figur spielen?“, gibt Rößler mit einem Augenzwinkern zu bedenken.

Die nötige Erfahrung für eine große Musical-Rolle zu sammeln begann er früh. Neben Instrumentalunterricht an Gitarre und Klavier nimmt er seit zwei Jahren auch Gesangsunterricht. 2015 gelang Rößler mit einer Rolle in „His Dark Materials“ im Nuffield Youth Theatre in Southampton der erste große schauspielerische Coup. Es folgten weitere Auftritte mit verschiedenen Gruppen in Münster.

Rößlers Anspruch an sich selbst ist ein Besonderer: „Erst wenn jeder Zuschauer im Raum mindestens einmal tief im Inneren vom Gefühl einer Szene überwältigt wurde oder die erste Träne verdrücken musste, erst dann haben wir als Darsteller unser Ziel erreicht.“

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