200 Menschen zeigen in Salzgitter-Bad Flagge gegen Rechts

Salzgitter-Bad  Die NPD hatte eine Kundgebung angemeldet – die aber letztlich ausfiel. Der Protest gegen sie war zahlreich und friedlich.

Salzgitter steht auf – gegen Rechts, für die Demokratie. Rund 250 Teilnehmer folgten am Samstagmittag am „Esel“ an der Vorsalzer Straße in Salzgitter-Bad einem kurzfristigen Aufruf der IG Metall Salzgitter-Peine und des Aktionsbündnisses „Salzgitter passt auf“ zur Kundgebung gegen einen von der NPD angekündigten Aufmarsch. Doch die ließ auf sich warten.

Die NPD-Anhänger wollten das benachbarte Bahnhofsgelände nutzen, um dort für den sogenannten „Tag der deutschen Zukunft“ werben, einem bundesweitem Neonaziaufmarsch, der am 2. Juni in Goslar stattfinden soll. Doch die NPD-Vertreter tauchen zunächst nicht auf. Bis zu 100 hatten sich für 13.30 Uhr zu einer Kundgebung angemeldet, die das Verwaltungsgericht Braunschweig nach Untersagung durch die Stadt kurzfristig doch erlaubte. Teile des Edeka-Parkplatzes waren hierfür abgesperrt – um sie von den Gegendemonstranten auf der anderen Seite des Bahnhofs zu trennen.

Die lassen sich durch die Abwesenheit der Rechtsextremen nicht beirren. Einige „Metaller“ schwenken Fahnen, auch Vertreter einiger Ratsfraktionen sind gekommen. Sie haben Transparente dabei, darauf deutliche Botschaften: „Gegen Rechts, für mehr Toleranz“ oder „Salzgitter ist bunt, nicht braun“. Diese Botschaft unterstreicht Wolfgang Räschke, 1. Bevollmächtigter der IG Metall Salzgitter-Peine. Er kündigt an, dass die Salzgitteraner auch am 2. Juni in Goslar, so es dort zum rechten Aufmarsch kommt, beim Gegenprotest dabei sein werden.

Salzgitters Oberbürgermeister Frank Klingebiel ist ebenfalls vor Ort. Er fordert einen neuen Vorstoß für ein Verbot der NPD: „Ich bin es leid, dass die Kommunen vom Staat alleingelassen werden. Ich verstehe nicht, warum die NPD nicht endlich verboten wird“, sagt der Oberbürgermeister. Kurz vor 14 Uhr endete die Kundgebung des Bündnisses.

Rechte Protestler bis hierhin: null. Die treffen erst gegen 14.30 Uhr mit dem Zug aus Braunschweig ein, wo sie wenige hundert Meter vom AfD-Landesparteitag eine ebenfalls verspätete Blitz-Kundgebung abgehalten hatten. Etwa 20 Mann, begleitet von doppelt so vielen Polizisten. Die ist auch mit einem starken Aufgebot vor Ort, dazu zahlreiche Zaungäste. Zu einer NPD-Kundgebung kommt es aber nicht mehr. Der Anmelder sei mit den veränderten Modalitäten vor Ort nicht einverstanden gewesen, erklärt Polizeisprecher Matthias Pintak – und zieht deshalb lieber wieder ab. Kurz muss noch der Zugverkehr stillgelegt werden, weil zwei Personen im Gleisbett sind. Dann lösen sich die Gruppen auf. Ohne Zwischenfälle.

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