Streicher-Ensemble spielt Debütkonzert in Salzgitter

Gebhardshagen.  Die Formation „Concertino Nuovo“ begeisterte mit einem abwechslungsreichen Programm, volkstümlichen Themen und sphärischen Klängen.

Das Streicher-Ensemble "Concertino Nuevo" lieferte ein tolles Debutkonzert. 

Das Streicher-Ensemble "Concertino Nuevo" lieferte ein tolles Debutkonzert. 

Foto: Stefanie Hiller

Debütkonzert gelungen: Seinen ersten öffentlichen Auftritt hatte das Streicher-Ensemble „Concertino Nuovo“ am Sonntagnachmittag während einer musikalischen Andacht in der Heilig-Kreuz-Kirche in Gebhardshagen. Pfarrer Holger Hübner begrüßte die rund 30 Besucher, die er wegen Corona Plätze zuwies, und trug zwischendurch kleine Texte vor.

Auftakt mit Rosenmüller

Den Auftakt gestaltete die Formation mit Musikerinnen und Musikern aus Salzgitter und Wolfenbüttel unter der Leitung von Rainer Hertrampf mit einer Sonate des deutschen Komponisten Johann Rosenmüller, der in Wolfenbüttel im Jahr 1684 mit 64 Jahren beigesetzt wurde. Schon hier wurde deutlich, wie präzise das Ensemble ihre Stücke einstudiert hatte.

Es folgte eine meditative Musik des noch lebenden lettischen Komponisten Peteris Vasks, der sich für sein Werk „The Fruit of Silence“ für Streichquartett von einem Friedensgebet von Mutter Theresa hat inspirieren lassen. Zu hören waren geradezu sphärische Klänge, die schließlich in ein strahlendes C-Dur mündeten.

Nähe zur russischen Volksmusik

Der russische Komponist Alexander Glasunow (1865 - 1936) lässt in seiner Musik nationalrussische Klänge und volksliedhafte Themen einfließen, so auch bei seinem Thema und Variationen G-moll für Streichorchester, dass das Ensemble „Concertino Nuovo“ sehr differenziert zur Geltung brachte. Mit dem russischen Komponisten Wassili Sergejewitsch Kalinnikov, der 1901 verstarb und nur 35 Jahre alt wurde, ging es weiter. Dessen Werk weist ebenfalls die Nähe zur gefühlsbetonten russischen Volksmusik auf. Auch hier waren die Musiker wieder in ihrem Element.

Barock zum Abschluss

Den Abschluss bildete schließlich das „Concerto polonois“ des bekannten Barockkomponisten Georg Philipp Telemann (1681 - 1767). Vor allem die schnellen Sätze des viersätzigen Werkes lassen Themen der Mazurka, einem polnischen Gesellschaftstanz, durchklingen. Rainer Hertrampf und seinem Ensemble gelang es, den tänzerischen Charakter dieser Musik spürbar zu machen und das Publikum zu begeistern, das zum Schluss lange applaudierte und sich eine Zugabe erklatschte.

Das wunderbare Konzert ließ für eine gute Stunde lang die Corona-Pandemie vergessen. Es machte Spaß, ganz in die musikalische Welt von Klassik, Romantik und Barock, aber auch modernen Klängen einzutauchen. Dieser Konzertnachmittag hatte etwas Meditatives.

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