Schulkinder protestieren für mehr Sicherheit

Lichtenberg  Die Lichtenberger Grundschüler haben Angst, wenn sie morgens an den parkenden Autos vorbeigehen müssen.

Die Viertklässlerinnen Philine (rechts) und Clara überreichen einem Autofahrer, der indes korrekt geparkt hat, einen Informationszettel über ihre Protestaktion vor der Lichtenberger Grundschule.

Foto: Jörg Kleinert

Die Viertklässlerinnen Philine (rechts) und Clara überreichen einem Autofahrer, der indes korrekt geparkt hat, einen Informationszettel über ihre Protestaktion vor der Lichtenberger Grundschule. Foto: Jörg Kleinert

7.40 Uhr, Grundschule Lichtenberg. Langsam kämpft sich das Tageslicht durch, die Sicht ist aber noch eingeschränkt. Vor dem Schultor stehen einige Viertklässler in neonfarbenen Schutzwesten. Sie halten selbst bemalte Zettelchen in den Händen. Die wollen sie jenen Eltern in die Hände drücken, die allmorgendlich ihre Kinder – teils unter Zeitdruck – direkt vor dem Schultor aus- und mittags wieder einsteigen lassen.

Die Schüler wollen mit ihren im Unterricht gemalten Handzettelchen protestieren, sie wollen mahnen, aufklären, sie haben darauf ihre Ängste geschrieben. „Wenn die Autos vor dem Schultor parken, komme ich nicht mehr durch“, erzählt die Viertklässlerin Clara. Irgendwann fahren die Autos unvermittelt wieder los, „und dabei werde ich übersehen“, erzählt sie weiter. „Ich habe Angst.“

Die Schüler der Grundschule in Lichtenberg haben die Nase voll von diesen gefährlichen Begegnungen mit haltenden und anfahrenden Autos. Mehr noch: Teils würden die Eltern die Motoren ihrer Fahrzeuge laufenlassen, „und wir atmen alles ein“, sagt Claras Mitschülerin Philine.

„Eltern, die ihre Kinder mit dem Auto zur Schule bringen, parken mit ihren Fahrzeugen direkt vor dem Schulhoftor“, erzählt Schulleiterin Petra Binder. Sie begrüßt und unterstützt die kleine Protestaktion der Schüler ausdrücklich, deren Initiative indes von einigen Eltern ausging.

Mehrfach hätten sie und auch einige Lehrerkollegen in der Vergangenheit um mehr Rücksicht auf die Schüler und um das Verständnis der Eltern geworben – „leider vergebens“, so Petra Binder. „Es hat nichts gefruchtet. Appelle auf Elternabenden oder in Anschreiben werden von einigen Eltern immer noch ignoriert“, erzählte die Schulleiterin weiter.

Natürlich könne niemandem vorgeschrieben werden, wie das eigene Kind zum Unterricht gebracht werden soll, sagte Sabine Griesche-Trubjansky vom Schulelternvorstand. Allerdings gehe es den Schülern mit ihrer Aktion darum, Eltern für ihre Sorgen zu sensibilisieren.

Binder regte an, dass Eltern ihre Kinder womöglich schon an der Bushaltestelle Burgbergstraße, Ecke Kornstraße, aussteigen lassen könnten. Der Fußweg zur Schule sei von dort ein kurzer.

Ob die Aktion der Grundschüler für Einsicht und Besserung sorgt? „Hoffentlich“, sagte Viertklässlerin Clara knapp.

Eines hat die Kinderdemo zumindest bewirkt: An diesem Morgen traut sich kein Elternteil, vor dem Gehweg zu parken und den Unmut der Kleinen auf sich zu ziehen.

Allerdings wohl auch, weil eine Streifenwagen-Besatzung der Polizei ihr Fahrzeug neben dem Hauptgebäude abgestellt hatte.

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