Wartjenstedt: Erdkabel für 380-kV-Leitung kommen

Wartjenstedt.  Nächtliche Schwertransporte bringen 150 Kilometer Erdkabel zur Tennet-Trasse.

Blick auf die TenneT Baustelle bei Wartjenstedt , im Hintergrund ist die A39, der Ort links ist Luttrum (LK Hildesheim)

Blick auf die TenneT Baustelle bei Wartjenstedt , im Hintergrund ist die A39, der Ort links ist Luttrum (LK Hildesheim)

Foto: Andrea Leifeld

Im Licht der Nachmittags-Novembersonne wirkt der übergroße, zehn-achsige LKW auf der Baustelle imposant. 120 Tonnen Gewicht bringt das Ungetüm beladen auf die Straße. Bei mehr als vier Metern Gesamthöhe und einer sichtbaren Überbreite transportiert das mächtige Vehikel in zahllosen Fahrten die riesigen Kabeltrommeln für die 13 Kilometer lange Erdkabelstrecke der 380-kV Höchstspannungs-Stromtrasse vom Hannoveraner Hafen nach Wartjenstedt.

Bis zu 50 Tonnen wiegt eine Kabeltrommel

Und sein Anblick wirkt gar mystisch, wenn der Schwertransporter seine schwere Fracht durch die neblige Nacht chauffiert. Rollte der erste Schwertransport am Montag vergangener Woche vom Hannoveraner Hafen auf die Tennet-Baustelle bei Wartjenstedt, folgten schon in den nächsten Nächten weitere Transporte. Im Hafen bei Hannover lagert die Firma Südkabel ihre Kabeltrommeln, mit denen ein Kabelsystem der Erdtrasse bestückt wird. Die Schwertransporte laden dort die 50 Tonnen schweren Kabeltrommeln auf und transportieren sie, von der Polizei begleitet, nachts auf die Baustelle, um den Verkehr tagsüber nicht zu behindern.

Die LKW fahren nicht mehr als Tempo 50

Für die knapp 70 Kilometer Strecke von Hannover nach Wartjenstedt benötigt der Schwertransport gut zweieinhalb Stunden. An engen und kniffligen Stellen kriecht er oft nur mit fünf Stundenkilometern über die Landstraße. Seine Höchstgeschwindigkeit wird keinesfalls mehr als Tempo 50 betragen. Der Trassen-Bauer Tennet hat auch einen ausreichenden, zeitlichen Puffer für den nächtlichen Transport eingebaut, so Andreas Jäger als Referent für Bürgerbeteiligung. Zwischen zwei und drei Uhr sollte jeder Transport auf der Baustelle ankommen. „Man weiß ja nie, was unterwegs dazwischen kommen kann.“

Die nächsten Kabeltrommeln kommen am Hafen an

Mit dem Eintreffen des ersten Transporters begannen in der zurückliegenden Woche die ersten Kabelzüge durch die in der Erde liegenden Leerrohre. „Damit ist ein weiterer Meilenstein beim Bau von Deutschlands derzeit längster Erdkabelstrecke im Drehstrom-Höchstspannungsbereich ist erreicht“, betonte Jäger. Ab Montag, 23. November, wird die Firma NKT als Lieferant für das System des zweiten Kabelgrabens herangezogen. Diese Kabeltrommeln werden dann im Hafen Beddingen aufgenommen.

150 Kilometer Kabel werden verlegt

Tennet bittet die Bürger und Anwohner der Transportrouten um Verständnis, sollte es zu Beeinträchtigungen bezüglich der nächtlichen Transporte kommen. Bis zur Weihnachtspause werden über 20 Schwertransport-Kabeltrommeln auf die Baustelle geliefert. Sind schon die Zahlen des Schwertransportes beeindruckend, ist es das ganze Projekt sowieso: Pro Schwertransport wird eine viereinhalb Meter hohe und etwa 50 Tonnen schwere Kabeltrommel bewegt, auf der gut ein Kilometer Kabel gespult ist. Auf den 13 Kilometern Erdtrasse zwischen Lesse und Holle werden insgesamt rund 150 Kilometer Kabel verlegt.

Es gibt Führungen an der Baustelle

Mag das alles super-spannend klingen und Technik-Freaks begeistern, muss Andreas Jäger unangemeldeten Besuchern eine klare Absage erteilen. „Wir bitten zu respektieren, dass das Betreten der Baustellen verboten ist. Abends ab 18 Uhr und am Wochenende ist zudem die automatische Bauüberwachung online geschaltet. Sie ist mit der Polizei verbunden, die umgehend bei Bewegungen auf der Baustelle alarmiert wird.“ Informationen und Führungswünsche können im Erdkabel-Infozentum in Westerlinde angefragt werden.

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