Rübenernte in der Region auf der Zielgeraden

Hildesheim.  Die erste Hälfte der Verarbeitungssaison lief trotz Corona gut. Hygienekonzepte minderten auch hier das Infektionsrisiko.

Die Rübenernte dieses Jahr ist zur Hälfte komplett. 

Die Rübenernte dieses Jahr ist zur Hälfte komplett. 

Foto: Zuckerrübenbauerverband Niedersachsen

Die günstigen Witterungsbedingungen der letzten Tage helfen beim Endspurt der Zuckerrübenernte. Der Boden ist gut befahrbar und die süßen Feldfrüchte kommen trocken und mit wenig Erde in die Mieten am Feldrand.

Die Landwirte brauchen allerdings noch Geduld, bis die letzten Rüben abgeholt und in den Zuckerfabriken verarbeitet werden, wie der Zuckerrübenbauerverband Niedersachsen mitteilt. Die Ernte werde bis weit in den Januar hinein laufen.

Keine nennenswerten Beeinflussungen durch Corona

Bisher kam es bei Ernte, Logistik und Verarbeitung zu keinen nennenswerten Beeinflussungen durch Corona. Im Endspurt der Rübenernte hat die süße Feldfrucht vielerorts noch an Ertrag zugelegt – das zeige der aktuelle Ernteverlauf deutlich.

„Wir hoffen, dass die zweite Hälfte der Verarbeitungssaison gut läuft und nicht negativ durch Corona belastet wird“, wird der Geschäftsführer des Zuckerrübenanbauerverbandes Niedersachsen-Mitte, Clemens Becker zitiert. „Die Transportketten in die Zuckerfabriken müssen reibungslos funktionieren, denn die Zuckergewinnung aus unseren Rüben in den Zuckerfabriken ist ein kontinuierlicher Prozess, der nicht so einfach unterbrochen werden kann“, erklärt er weiter.

Hygienekonzepte in der Erzeugungskette

Alle an der Erzeugungskette Beteiligten wie Rode-, Verlade- und Transportunternehmen würden auf Hygienekonzepte setzen, um die Infektionsrisiken zu minimieren. Der Zuckerertrag habe sich zur Ernte 2020 insgesamt positiv entwickelt, wobei auf Feldern mit unterdurchschnittlichen Böden oder in Regionen mit fehlendem Regen oft nicht die erwarteten Erträge erzielt würden.

Mit Witterungsschwankungen leben die Landwirte jedoch seit Jahrhunderten und stellten ihre Produktionsverfahren darauf ein. Zunehmend fehlten allerdings entsprechend wirksame Produktionsmittel, um Unkräuter und Pflanzenkrankheiten gezielt und wirksam zu kontrollieren. Das sei aber neben auskömmlichen Preisen auch notwendig, damit der Zuckerrübenanbau weiterhin nachhaltig und wirtschaftlich bleibe.

Zuckerrübe als Umweltschützer

Die Zuckerrübe trägt übrigens in vielfältiger Weise zum Umweltschutz bei, wie es in der Mitteilung heißt: Als salzliebende Pflanze nimmt sie bis lange in den Herbst hinein den löslichen Bodenstickstoff auf und im Herbst wenig Nitrat im Boden. Das ist perfekter Grundwasserschutz. Auch die Wirkung der Zuckerrübenerzeugung auf den Arbeitsmarkt dürfe nicht unterschätzt werden.

Dabei gehe es nicht nur um die Arbeitsplätze in den drei regionalen Zuckerfabriken Clauen, Nordstemmen und Schladen, sondern ebenso um zahlreiche Arbeitsplätze im vor- und nachgelagerten Bereich.

Jobs sichern

Dies seien beispielsweise Jobs von Spediteuren, Handwerkern und Zulieferern. Insgesamt gehe es zusätzlich zu den landwirtschaftlichen Betrieben um das Einkommen von rund 8.000 Menschen in der Region.

„Damit sichern die von unseren Mitgliedern erzeugten Zuckerrüben die Grundlage für Wertschöpfung in der Region. Gerade in der aktuell volkswirtschaftlich angespannten Zeit leisten unsere Landwirte weiterhin selbstverständlich ihren Beitrag zur wichtigen Versorgungssicherheit mit Grundnahrungsmitteln und sichern auch Arbeitsplätze.“, wird Becker abschließend zitiert.

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