Nationalmannschaft

DFB-Generalprobe ohne Kapitän - der Arbeitsauftrag bleibt

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Musste seine Koffer schon wieder packen: Nationaltorwart Manuel Neuer.

Musste seine Koffer schon wieder packen: Nationaltorwart Manuel Neuer.

Foto: dpa

Frankfurt.  Ohne Manuel Neuer, Leon Goretzka und Julian Brandt trifft das DFB-Team am Freitag auf Ungarn. Zwei Spieler wurden nachnominiert.

Um kurz vor 13.30 Uhr wurde es langsam unruhig im Medienraum der neuen DFB-Akademie in Frankfurt am Main. Bereits seit einer Dreiviertelstunde war die für 12.45 Uhr angesetzte Pressekonferenz mit den Nationalspielern Jonas Hofmann, Thilo Kehrer und Manuel Neuer überfällig, als dann doch endlich die Türen aufgingen. Kehrer und Hofmann nahmen neben Pressesprecherin Franziska Wülle Platz, da fiel den meisten schon auf, was Wülle direkt ansprach. „Sie sehen, dass einer hier auf dem Podium fehlt: Manuel Neuer.“ Der Grund: Corona. Der Torhüter war wenige Minuten zuvor positiv getestet worden – genauso wie Bayern-Kollege Leon Goretzka.

„Nach zwei Jahren mit der Pandemie greifen die gewohnten Abläufe unserer medizinischen Abteilung“, sagte Pressesprecherin Wülle. Es habe im privaten Umfeld eines Spielers einen Corona-Fall gegeben, daraufhin seien die Tests vorgenommen worden. Die Ergebnisse wirbelten zwei Monate vor der WM den so wichtigen letzten Lehrgang der Fußball-Nationalmannschaft kräftig durcheinander, bevor er richtig begonnen hatte.

Neuer und Goretzka waren mit Bayern-Team auf dem Oktoberfest

Neuer (36) und Goretzka (27), die am Wochenende mit der Bayern-Mannschaft auf dem Oktoberfest waren und nun zurück nach München reisten, werden also bei den Nations-League-Spielen gegen Ungarn in Leipzig am Freitag (20.45 Uhr/ZDF) und gegen England in London am Montag (20.45 Uhr/RTL) ausfallen.

Auch BVB-Profi Julian Brandt (26) wurde nach Hause geschickt – sein Coronatest war zwar negativ, doch er leidet an einem grippalen Infekt. Neben Bundestrainer Hansi Flick dürfte vor allem das Leipziger Publikum von den Ausfällen enttäuscht sein – mal wieder. Beim letzten Länderspiel in Leipzig vor knapp zwei Jahren gegen die Ukraine wurden am Abend vor dem Spiel gleich fünf Ukrainer positiv getestet. Lange Zeit stand auf der Kippe, ob die Partie überhaupt angepfiffen werden kann. Am Ende entschied die Uefa, dass das Spiel stattfinden müsse. Die Ukraine verlor zunächst 1:3 gegen Deutschland – und anschließend vier weitere Spieler aufgrund von Corona.

Zwei Jahre und etliche Mutationen später hält sich die Aufregung um den einen oder den anderen Corona-Fall in Grenzen. „Der Umgang hat sich ein bisschen verharmlost, generell im Alltagsleben“, sagte Mönchengladbachs Jonas Hofmann. „Ich hoffe, dass wir keine weiteren Fälle mehr haben.“ Am Mittwoch war der Rest des DFB-Trosses zunächst negativ.

Hofmann weiß, wovon er spricht. Er und Marcel Halstenberg hatten im März 2021 als erste deutsche Nationalspieler aufgrund von Corona ein Länderspiel verpasst. Vor einem Jahr musste nach einem positiven Test von Niklas Süle gleich eine ganze Reihe Nationalspieler aus dem Teamhotel in Wolfsburg abreisen, darunter der damals noch ungeimpfte Joshua Kimmich.

DFB-Trainer Flick nominiert Baumann und Arnold nach

Nun also Neuer und Goretzka. Immerhin: Beide seien symptomfrei, versicherte Wülle. Für Neuer wurde Hoffenheim-Torhüter Oliver Baumann (32) nachnominiert, für Goretzka Maximilian Arnold vom VfL Wolfsburg (28). Anders als beim letzten Länderspiel in Leipzig sei eine Spielabsage gegen Ungarn diesmal kein Thema. Der Arbeitsauftrag für Freitag lautet weiterhin, ein positives Ergebnis zu erzielen. Selbstverständlich nur auf dem Spielfeld. „Die Nations League zu gewinnen, wäre ein Statement“, sagte DFB-Geschäftsführer Oliver Bierhoff. Der viermalige Weltmeister würde sich vor der WM gern international wieder mehr Respekt verschaffen.

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