1:5-Klatsche für die Grizzlys Wolfsburg in Straubing

Wolfsburg.  Nach der dritten Niederlage in Folge muss der Eishockey-Erstligist um die Play-off-Teilnahme gewaltig zittern. Vor allem aufgrund der Spielweise.

Straubing jubelt, die Grizzlys (von links Torwart Chet Pickard, Chris Casto und Dominik Bittner sind geschlagen.

Straubing jubelt, die Grizzlys (von links Torwart Chet Pickard, Chris Casto und Dominik Bittner sind geschlagen.

Foto: Stefan Ritzinger

Au weia, Grizzlys! Mit fast komplettem Aufgebot setzte es die dritte Niederlage in Folge für die Wolfsburger in der Deutschen Eishockey-Liga. Beim Überraschungsteam der Saison, den Straubing Tigers, verloren sie vor 4790 Zuschauern mit 1:5 (0:2, 1:1, 0:2), wirkten einfallslos und harmlos. Da die Verfolger siegten, droht dem Team von Trainer Pat Cortina schon am Sonntag (14 Uhr) im Falle einer Pleite gegen Bremerhaven das Abrutschen auf den Nicht-Play-off-Platz.

Nur Dominik Bittner zum zwischenzeitlichen 1:2 (30. Minute) aus Gäste-Sicht traf für die Grizzlys, die nichts aus ihren acht Überzahlsituationen machten. Ganz anders die Tigers, das beste Powerplay-Team der Liga. Der Ex-Wolfsburger Benedikt Schopper (4.) hatte mit einem vielleicht verdeckten Flatterschuss von der blauen Linie noch bei 5 gegen 5 getroffen. Torwart Chet Pickard machte dabei eine etwas unglückliche Figur wie auch bei Marcel Brandts 3:1 (39.), als er den Puck durch die Schoner rutschen und den Straubinger zur Vorentscheidung einschieben ließ. Da standen die Hausherren mit 5 gegen 3 auf dem Eis. Bei einfacher Überzahl hatten sie durch Travis Turnbull (9.) schon das 2:0 nachgelegt. Kael Mouillierat (44.) machte mit dem 4:1 den Deckel drauf. Sena Acolatse (49.) legte zum 5:1 nach.

Offenbar angeschlagen, kehrte Wolfsburgs Verteidiger Ryan Button Mitte des zweiten Durchgangs nicht mehr aufs Eis zurück. Allrounder Christoph Höhenleitner übernahm fortan in der Abwehr.

Warum kommt der Grizzlys-Express einfach nicht auf Hochtouren? Die Antwort auf diese Frage haben die Grizzlys-Verantwortlichen trotz des Zwischenhochs über Weihnachten noch nicht gefunden. Das verdeutlichte der Auftritt in Niederbayern. Cortina hatte den Luxus, drei Spieler aus dem 21er-Aufgebot streichen zu können. Kapitän Sebastian Furchner gab – wie angekündigt – sein Comeback nach siebenwöchiger Verletzungspause.

Auch Toptorjäger Anthony Rech meldete sich einsatzbereit und reiste am Spieltag nach, nachdem er wegen eines grippalen Infekts am Donnerstag noch zu Hause geblieben war. So erwischte es Marius Möchel. Er musste als überzähliger Ü23-Spieler auf die Tribüne. Furchner bildete mit Center Nick Latta und anfangs Höhenleitner die vierte Sturmreihe.

Wie schon so oft in dieser Saison konnten die Grizzlys nicht mithalten mit einem Topteam. Im ersten Drittel stimmten Einsatz und Tempo mal wieder nicht. Das Unterzahlspiel ist außer Tritt, kassierte in den vergangenen vier Partien acht Gegentore. Das Powerplay bleibt maximal Durchschnitt. Nach Bittners Hammer von der blauen Linie zum Anschlusstor war Cortinas Team trotzdem zurück im Match. Spencer Machaceks Nachschuss (35.) klärte Acolatse für seinen bereits geschlagenen Torhüter Sebastian Vogl, der von 2012 bis 2017 in Wolfsburg gespielt hatte. Stattdessen mussten Garrett Festerling und Nick Jones auf die Strafbank und ermöglichten das Straubinger 3:1 bei doppelter Überzahl. Nach dem fünften Gegentor verließ Pickard, der auch etwas angeschlagen wirkte, das Eis. Es kam Felix Brückmann. Die Grizzlys sind insgesamt weit weg von einer Play-off-Form.

Furchner konnte sich über seine Rückkehr nicht freuen. „Es ist ein Mannschaftssport, deshalb sehe ich nur, dass wir verloren haben“, sagte der Kapitän. Nach dem 1:2 hatte sein Team „eine gute Phase“. Aber: „Nach dem 1:3 haben wir es nicht geschafft, den Bock umzustoßen.“

Unterdessen steht fest: Die DEL-Gala findet in Wolfsburg statt. Nachdem der Veranstaltungsort mit der Autostadt gefunden war, gaben die Grizzlys zusammen mit der Liga nun die längst feststehende Entscheidung bekannt. Wenn aber am Freitag, 14. März, die besten Eishockey-Cracks der Hauptrunde geehrt werden, ist ganz sicher kein Wolfsburger dabei.

„Für unsere Organisation und uns als Team hinter der Mannschaft ist die Ausrichtung der DEL-Gala eine echte Auszeichnung und Würdigung. Mit der Autostadt haben wir eine hervorragende Location, welche allen Gästen tolles Ambiente bieten wird“, ließ Grizzlys-Manager Charly Fliegauf verlauten.

Das blieb aber auch seine einzige Erfolgsmeldung des Tages. Wenn seine Mannschaft so weitermacht wie am Freitagabend beim 1:5 in Straubing, steht zu befürchten, dass die Spielzeit für die Grizzlys wie im Vorjahr frühzeitig vorüber ist. Die Hauptrunde endet am 8. März, die Play-offs beginnen am 11. März. Beim Verpassen dieser können sich die Grizzlys ganz auf die Gala-Ausrichtung konzentrieren...

Spiel kompakt:

Straubing Tigers: Vogl – Eriksson, Acolatse; Brandt, Kohl; Daschner, Schopper; Glässl – Schütz, Connolly, Turnbull; Mouillierat, Heard, Mulock; Laganiere, Balisy, Williams; Schönberger, Brunnhuber, Ziegler.

Grizzlys Wolfsburg: Pickard – Likens, Bergman; Bittner, Casto; Jones, Button – Rech, Olimb, Aubin; Machacek, Johansson, Festerling; Busch, Pfohl, Fauser; Höhenleitner, Latta, Furchner; Nijenhuis.

Tore: 1:0 (03:16) Schopper (Brunnhuber, Schönberger), 2:0 (08:16) Turnbull (Balisy, Laganiere/5:4), 2:1 (29:26) Bittner (Machacek), 3:1 (38:35) Brandt (5:3), 4:1 (42:20) Mouillierat (Mulock, Heard), 5:1 (48:54) Acolatse (Heard, Williams).

Strafen: Straubing 18 Minuten, Wolfsburg 8 Minuten.

Schiedsrichter: Mark Lemelin und Lasse Kopitz.

Zuschauer: 4790.

Personal: Den Grizzlys fehlten Verteidiger Armin Wurm (Handverletzung) und Lucas Lessio (muskuläre Probleme). Marius Möchel stand als überzähliger Ü23-Spieler nicht im Kader. Auch die U23-Profis Maximilian Adam und Eric Valentin gehörten nicht zum Aufgebot. Sie spielten für Zweitliga-Kooperationspartner Kassel (3:4 in Frankfurt). Ersatztorwart war Felix Brückmann.

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