Ein Kanadier ist der „Mister Perfect“ der Grizzlys Wolfsburg

Wolfsburg.  Ein 31-Jähriger aus Kanada erfüllt das Verteidiger-Anforderungsprofil des Eishockey-Erstligisten Grizzlys Wolfsburg perfekt. Aber wird es was?

"Mister Perfect" für die Grizzlys: Ryan Stanton (rechts) passt hervorragend ins Anforderungsprofil der Wolfsburger. Aber greifen diese beim Kanadier auch zu?

"Mister Perfect" für die Grizzlys: Ryan Stanton (rechts) passt hervorragend ins Anforderungsprofil der Wolfsburger. Aber greifen diese beim Kanadier auch zu?

Foto: Michael Cazaresvia / imago

Auf der Suche nach Import-Spielern kommen die Grizzlys Wolfsburg voran. Von den drei laut Manager Charly Fliegauf gefundenen Stürmern hat der Eishockey-Erstligist den finnischen Center Matti Järvinen (KalPa Kuopio) als Neuzugang verkündet. Der schwedische Rechtsaußen Max Görtz (Malmö) hat nach WN-Informationen auch längst zugesagt. Und der Transfer eines weiteren Stürmers steht kurz vor der Verkündung. Aber auch bei der Verteidigersuche wird der Kandidatenkreis kleiner.

Die interessanteste Frage lautet: Läuft da was mit Ryan Stanton? Der 31-jährige Kanadier, der zuletzt für den AHL-Klub Ontario Reign spielte, passt hervorragend in das Anforderungsprofil der Grizzlys. Recht groß, kräftig, aber nicht behäbig, ein Vielspieler mit „Pferdelunge“ und vor allem ein zuverlässiger Defensiv-Verteidiger, gegen den man ungern spielt, soll der Mister X sein und auch Erfahrung und Leader-Fähigkeiten besitzen. Und am besten ein Linksschütze sein, damit ein Top-Rechtsverteidiger wie Nationalspieler Dominik Bittner nicht wieder notgedrungen auf die linke Seite wechseln muss.

Vertrag ist ausgelaufen

All das trifft auf den 1,88 Meter großen und 93 Kilogramm schweren Stanton zu. Normalerweise ist so jemand unbezahlbar für einen DEL-Klub wie Wolfsburg, zumal Stanton auch auf 120 Einsätze (4 Tore, 23 Assists) in der nordamerikanischen Top-Liga NHL für Chicago, Vancouver beziehungsweise Washington verweisen kann. Doch die liegen schon fünf Jahre und länger zurück. Der Mann aus St. Albert aus der Provinz Alberta passt auch sonst gut zu den Grizzlys. Er ist Familienvater und hat zwei kleine Kinder, die noch nicht schulpflichtig sind. Wolfsburg und sein Eishockey-Klub sind bekannt dafür, dass es Familien hier gut haben. So manches Mal gaben die weichen Faktoren schon den Ausschlag für einen Wechsel in die VW-Stadt, obwohl Angebote anderer Standorte deutlich höher dotiert waren. Stantons Vertrag ist jedenfalls ausgelaufen, er sucht einen Klub.

Doch weder von den Grizzlys noch von Stantons Berater-Agentur war eine Antwort zu erhalten. Für den Spieler wäre es die erste Auslandsstation und möglicherweise auch die letzte Chance dazu in seiner Karriere.

Es gibt Alternativen

Aber Stanton ist nicht die einzige Alternative der Grizzlys auf einem allerdings auch nicht zu großen Markt. Rob Hamilton (26/Stockton Heat), Dillon Simpson (27/Cleveland Monsters) und Reece Willcox (26/Lehigh Valley) aus der AHL sollen ebenfalls in den Notizbüchern der DEL-Scouts stehen. Auch sie wären gute Verpflichtungen für die Grizzlys. Aber kein Kandidat passt so gut ins Anforderungsprofil wie Stanton. Zumal Simpson auch eher in die Offensive eingreift und deshalb eine überraschende Wahl wäre. Für den Part haben die Grizzlys ja bereits den Dänen Phillip Bruggisser aus Krefeld geholt.

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