Rund 700 oder gar 2200 Fans? So planen die Grizzlys

Wolfsburg.  Das Hygienekonzept des Wolfsburger Eishockey-Erstligisten umfasst drei Pandemie-Phasen – und Sitzplätze im Stehplatzbereich.

Der eigentliche Stehplatz-Bereich der Grizzlys-Fans würde im Zuge des Hygienekonzepts wegfallen.

Der eigentliche Stehplatz-Bereich der Grizzlys-Fans würde im Zuge des Hygienekonzepts wegfallen.

Foto: Darius Simka / regios 24

Noch sind es fast drei Monate, bis die DEL wieder loslegen will mit dem Saisonstart am 13. November. Doch in Wolfsburg so wie allen anderen Standorten wird neben der Vorbereitung auf das Sportliche ein großes Augenmerk auf ein stimmiges Hygienekonzept gelegt. Hierfür stecken bei den Grizzlys in diesen Tagen die Geschäftsführer Charly Fliegauf, Rainer Schumacher sowie Dr. Axel Gänsslen als Hygienebeauftragter und Yannick Imler, eigentlich Marketing und Organisation, als sein Stellvertreter die Köpfe zusammen. Einige Ergebnisse ihrer Arbeit sind bereits bekannt.

Was die Fans am brennendsten interessieren dürfte, steht dabei in der Herangehensweise dieser Arbeitsgruppe hintenan: Wie viele Fans dürfen mit Saisonbeginn in die Eis-Arena? Denn für alle Standorte gilt: Eine Saison ohne Zuschauer ist nicht bezahlbar. Die kurze Geschichte dieser Corona-Pandemie hat vor allem eines gelehrt: Wenig ist in Stein gemeißelt und kann ganz schnell wieder vorbei sein. Und so erarbeiten die Grizzlys nicht ein Konzept, sondern drei für verschiedene Pandemie-Level.

Im günstigsten Fall werden rund 2200 Fans zuschauen dürfen

Im günstigsten Fall, so bestätigt Imler, dürften in etwa 2200 Fans zu den Heimspielen der Grizzlys, die Eis-Arena hat voll ausgelastet ein Fassungsvermögen von 4503 Zuschauern. „Das“, so betont er, „ist die optimistischste Variante“. Für den Fall, dass die Pandemie weiter abklingt oder zumindest die Fälle nicht weiter steigen. Dieses Level 1 geht davon aus, dass Gruppen von bis zu zehn Personen bei den Spielen zusammensitzen, das Tragen von Mund- und Nasenschutz, die sogenannte Maskenpflicht, wird vorausgesetzt. Die Eis-Arena wird dazu in vier eigene Zonen unterteilt, um klarere Trennungen zu ermöglichen. In die gleiche Kerbe schlägt die Idee mit unterschiedlichen „Boarding“-Zeiten für die einzelnen Besucher. Das heißt, dass der Einlass nur in einem bestimmten Zeitfenster möglich ist, Schwimmbäder oder Zoos verfahren da ähnlich. Der eigentliche Stehplatzbereich der Grizzlys-Fans in der Kurve würde in einen Sitzbereich umfunktioniert werden.

Der schlimmste Fall, Level 3, würde bedeuten, dass vielleicht nur etwa 700 Fans ein Spiel besuchen dürfen. Für alle Fälle gilt, dass die Belüftungsanlage der Halle mit Zu- und Abluft auf einem guten Stand ist, und sich die Fans an die Vorgaben, die auch ein Alkoholverbot und vorübergehenden Ausschluss der Gästefans umfassen dürften, halten.

Neustart des Trainingsbetriebs hat aktuell Priorität

Doch für diesen Augenblick sind die Planungen für den Start im November noch nachgeordnet, denn erst einmal muss der Wiedereinstieg ins Eis-Training geregelt sein. „Das sicherzustellen“, so Imler, „hat aktuell oberste Priorität“. Abstand zu halten ist in den Kabinen nicht möglich – weder für die Profis mit Heim- und Gästekabine noch für den Nachwuchs, der wie auch Hobbyteams und Eiskunstläufer des TV Jahn die Kabinen unter der Gegengerade nutzt. Für die Profis sollen feste Plexiglasscheiben installiert werden, die die einzelnen Spielerplätze trennen. Für Young Grizzlys und Co. wird es eine mobile, weniger kostenintensive Lösung geben.

In dieser Woche wird es Gespräche mit dem Gesundheitsamt und der Stadt als Hallenbesitzerin geben, um die Rückkehr aufs Eis zu gewährleisten. Die Gespräche über die Rückkehr von Zuschauern führen sie bei den Grizzlys dann nachgeordnet mit der niedersächsischen Landesregierung. Diese hatte bereits die Profiklubs aus Eishockey, aber auch Basketball, Handball und Volleyball zu einem Austausch nach Hannover eingeladen, bei dem die Vereine ihre Interessen hinterlegt haben und offenbar viel Verständnis erhielten.

Imler sagt mit Blick auf den Fahrplan dieser Grizzlys-Task-Force: „Erst einmal geht es für uns darum, das Go des Gesundheitsamts für den Trainingsbetrieb zu bekommen, dann das der Landesregierung für den Spielbetrieb.“

Lesen Sie mehr:

https://www.wolfsburger-nachrichten.de/sport/ehc-wolfsburg/article230097040/Vernuenftig-Grizzlys-Start-erst-am-13-November.html

https://www.wolfsburger-nachrichten.de/sport/ehc-wolfsburg/article229627530/Ein-Kanadier-ist-der-Mister-Perfect-der-Grizzlys-Wolfsburg.html

https://www.wolfsburger-nachrichten.de/sport/ehc-wolfsburg/article230118894/Perfekt-Grizzlys-holen-Schweden-Brocken-Max-Goertz.html

https://www.wolfsburger-nachrichten.de/sport/ehc-wolfsburg/article229577248/Grizzlys-Wolfsburg-verpflichten-finnischen-Eishockey-Huenen.html

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