Grizzlys Wolfsburg holen Kanada-Stürmer Jordan Boucher

Wolfsburg.  Von top bis Flop ist alles drin bei der jüngsten Neuverpflichtung der Grizzlys Wolfsburg. Jordan Boucher (26) aus Örebro ist eine Wundertüte.

Die Körperspannung stimmt: Jordan Boucher bejubelt Anfang Januar einen Treffer für seinen damaligen Klub Örebro aus Schweden.

Die Körperspannung stimmt: Jordan Boucher bejubelt Anfang Januar einen Treffer für seinen damaligen Klub Örebro aus Schweden.

Foto: imago images/Bildbyran

Spieler Nummer 23 für die auf wackligen Beinen stehende Eishockey-Saison 2020/21 haben die Grizzlys Wolfsburg gefunden. Der kanadische Flügelstürmer Jordan Boucher (26) wechselt vom schwedischen Erstligisten Örebro HK zum DEL-Klub und erhält hier einen Ein-Jahres-Vertrag und die Trikotnummer 28.

Im Vergleich zu den vorangegangenen Transfers des Finnen Matti Järvinen und des Schweden Max Görtz ist Boucher ein kleineres Kaliber, nicht nur körperlich. Der in Montreal geborene Linksschütze ist 1,83 Meter groß und wiegt 82 Kilogramm. Seine Vita klingt auch unspektakulär. 2018 spielte Boucher beim schwedischen Mittelfeld-Klub Örebro auf Try-out-Basis vor – und durfte bleiben.

Erstes Jahr top, zweites Flop

Sein erstes Jahr in Schwedens Top-Liga SHL verlief gut. Er absolvierte alle 52 Hauptrunden-Partien und kam auf sechs Treffer, 16 Assists sowie einen Plus-Minus-Wert von +5. Nach zwei Play-off-Spielen (null Punkte/-3) schied Boucher mit dem damaligen Tabellenzehnten jedoch in der 1. Runde aus.

Im zweiten Jahr in Örebro lief es schlecht für den Neu-Grizzly. Das Team wurde zwar Achter in der coronabedingt nach der Hauptrunde abgebrochenen Saison. Aber Bouchers Anteil daran war eher gering. Auch deshalb, weil er wegen unfairer Checks im Oktober (6 Spiele Sperre) und Dezember (5) insgesamt elf Partien gesperrt fehlte. „Es war keine Absicht“ beteuerte er hinterher jedes Mal. In seinen 40 Einsätzen brachte er es nur auf vier Tore und sieben Assists (Plus-Minus-Wert: -1). 12:55 Minuten stand er pro Match auf dem Eis – zu wenig in den Augen der Klub-Verantwortlichen. Boucher musste gehen.

„Fitteste Spieler bei uns“

Bei seinem Abgang hatte er sich bereits darauf festgelegt, wo er seine Zukunft sieht: „Ich will auf jeden Fall in Europa spielen“, sagte er in schwedischen Medien. Vielleicht auch deshalb, weil er in Nordamerika früh keine Perspektive für sich sah. Vor seinem Europa-Engagement besaß er für 2017/18 einen Zwei-Wege-Vertrag für den AHL-Klub Laval Rocket (54 Spiele inklusive Play-offs/10 Tore/12 Assists/-4) und dessen Kooperationspartner Brampton Beast (4/2/1/-1).

Warum ihn die Grizzlys trotzdem verpflichteten, erklärt Manager Charly Fliegauf: „Jordan wird in unserem Team eine sehr wichtige Rolle einnehmen. Er ist extrem professionell und wahrscheinlich der fitteste Spieler bei uns in der Mannschaft. Jordan ist unheimlich schnell unterwegs und durch seine läuferischen Fähigkeiten ein Spieler, der in der Lage sein wird, für seine Mitspieler viele Freiräume zu schaffen. Wir haben sein Spiel sehr intensiv beobachtet und analysiert und sind uns alle sehr sicher, dass seine Vorzüge für unser Spielsystem perfekt passen werden.“

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