Grizzlys: DEL-Klubs vertagen Entscheidung über Saisonstart

Wolfsburg.  Bis zum 2. Oktober soll geklärt sein, ob die Eishockey-Saison am 13. November beginnt. Gesellschafterversammlung mit Fliegauf sendet „Hilferuf“.

Wolfsburg, 11.09.2019, EISHOCKEY - EHC Grizzlys Wolfsburg, Pressekonferenz in der Mannschaftskabine, DEL, Saison 2019/20. Bild zeigt: Manager Karl Heinz „Charly“ Fliegauf (Grizzlys Wolfsburg) Foto: regios24/Darius Simka

Wolfsburg, 11.09.2019, EISHOCKEY - EHC Grizzlys Wolfsburg, Pressekonferenz in der Mannschaftskabine, DEL, Saison 2019/20. Bild zeigt: Manager Karl Heinz „Charly“ Fliegauf (Grizzlys Wolfsburg) Foto: regios24/Darius Simka

Foto: Darius Simka / regios 24

Wird die neue Saison in der Deutschen Eishockey-Liga stattfinden? Am Montag tagte zur aktuellen Diskussion um die Rückkehr von Zuschauern in Frankfurt/Main die ordentliche Gesellschafterversammlung der DEL-Klubs. Eine Entscheidung über den bereits auf den 13. November nach hinten geschobenen Saisonstart wurde nicht getroffen. Die Klubs vertagten sich mit einer Entscheidung auf den 2. Oktober. Charly Fliegauf, der Geschäftsführer der Grizzlys Wolfsburg, war zusammen mit Hartmut Rickel, dem Geschäftsführer Finanzen, in Frankfurt, sagte: „Der 2. Oktober ist die Deadline für einen Start am 13. November.“

Das bekräftigte auch der DEL-Aufsichtsratsvorsitzende Jürgen Arnold in einer ersten Stellungnahme: „Die Gespräche, die wir mit der Politik seit mehreren Wochen auf allen Ebenen führen, müssen wir in den kommenden Tagen nochmals dringend intensivieren. Unser Ziel ist, dass wir mit allen 14 Klubs in die neue Saison gehen können. Das hat für uns oberste Priorität, aber nur wenn uns bis zum 2. Oktober verbindliche Zusagen vorliegen, werden wir am 13. November in die Saison starten.“

Bundesliga-Auftakt hat DEL-Klubs nicht gerade Mut gemacht

Arnold sagte weiter: „Aufgrund der aktuellen Vorgaben der Politik sind wir nicht in der Lage, Spieltagserlöse verlässlich zu kalkulieren. Alle Klubs wollen unbedingt spielen, aber unter den derzeitigen Rahmenbedingungen ist dies wirtschaftlich nicht seriös darstellbar. Alle Klubs haben im Vorfeld dieser Sitzung auf dieser Basis erneut kalkuliert. Uns fehlen für einen verantwortungsvollen Saisonstart rund 60 Millionen Euro, die wir ohne die Hilfe Dritter alleine nicht aufbringen können.“ Fliegauf weiß auch, dass es sich nicht nur um die alleinigen Einnahmen handelt, die zurückkehrende Fans ermöglichen sollen, sondern auch allgemein um die Spieltagserlöse, unter die auch Catering und VIPs fallen.

„Jeder einzelne Klub hat dabei seine eigene Geschichte“, so der Grizzlys-Manager mit Blick auf die ganz unterschiedlichen Corona-Voraussetzungen in den Bundesländern. Auch der Bundesliga-Auftakt mit kurzfristigen Verboten für die Zuschauerzulassung, beispielsweise beim Eröffnungsspiel, habe nicht gerade Mut gemacht. Fliegauf: „Wir können gar nicht richtig mit Zuschauern planen, das hat das Wochenende gezeigt.“

Grizzlys-Manager wertet Mitteilung als „Hilferuf an die Regierung“

Arnold ließ mitteilen: „Wir können und wollen kein Harakiri begehen. Vielmehr sind wir in der Pflicht, wirtschaftlich verantwortungsbewusst mit dieser schwierigen Situation umzugehen. Es geht um die gesamte Liga, unsere Nationalspieler, unsere Nachwuchs- und Jugendteams, unsere Fans sowie um tausende Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei den Klubs und im direkten Umfeld.“ Fliegauf nennt die Mitteilung im Anschluss an die Gesellschafterversammlung „noch einmal einen Hilferuf an die Regierung.“ Wenn nicht bald verbindlichere Ansagen kommen, wird nicht nur ein Saisonstart am 13. November immer unwahrscheinlicher, die Chance auf einen Saisonausfall wird größer.

Allein über diesen Tagesordnungspunkt hätte die Gesellschafterversammlung rund vier Stunden im Lindner Congress Hotel getagt, so Fliegauf, den die Vertagung durchaus überrascht hat: „In dem Maße hatten wir das eigentlich nicht erwartet.“ Die Grizzlys gehörten im Vorfeld ganz klar zu den Teams, die die Saison sportlich bestreiten wollen. An der Planung mit Blick auf den Spielbetrieb wird sich vorerst nichts ändern. Coach Pat Cortina bereitet die Profis so vor, als würden sie am 13. November loslegen müssen. Fliegauf sagt: „Wir fahren unser Programm erst einmal so weiter.“

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