DEL startet in die Saison – Riesenfreude bei den Grizzlys

Wolfsburg.  38 Spieltage, danach Play-offs und Auftakt am 17. Dezember – so geht die Deutsche Eishockey-Liga mit allen 14 Teams in die Corona-Saison.

Es gibt eine DEL-Saison 2020/21 – Freude und Erleichterung sind auch bei den Grizzlys Wolfsburg (links Coach Pat Cortina, rechts Manager Charly Fliegauf) riesengroß.

Es gibt eine DEL-Saison 2020/21 – Freude und Erleichterung sind auch bei den Grizzlys Wolfsburg (links Coach Pat Cortina, rechts Manager Charly Fliegauf) riesengroß.

Foto: Jan Huebner/Taeger / imago images/Jan Huebner

Riesenfreude und große Erleichterung – die Deutsche Eishockey-Liga (DEL) hat am frühen Donnerstagnachmittag final verkündet, was sich zuletzt bereits abgezeichnet hatte: Es wird eine Saison 2020/21 geben. Alle 14 Mannschaften haben die teils schwierigen finanziellen Hürden gemeistert und nehmen am Spielbetrieb teil, den sie kaufmännisch Stand jetzt ohne Zuschauereinnahmen planen. Charly Fliegauf, der Manager der Grizzlys Wolfsburg, sprach von einem „Gänsehautfeeling, wenn man final erreicht, was sich alle gewünscht haben“. Kapitän Sebastian Furchner meinte: „Es ist natürlich eine herausragende Nachricht für uns Spieler und für alle, die Eishockey lieben. Die Freude ist einfach riesengroß.“ Wie erwartet wird es allerdings eine Spielzeit mit ganz anderen Rahmenbedingungen.

Es wird eine verkürzte Saison geben, 38 Hauptrunden-Spieltage sind angesetzt. Die 14 Teams werden in zwei Gruppen à sieben Mannschaften aufgeteilt. Für die Grizzlys geht es in der Nordstaffel gegen die Eisbären Berlin, die Fischtown Pinguins aus Bremerhaven, die Düsseldorfer EG, die Kölner Haie, die Iserlohn Roosters und die Krefeld Pinguine.

Grizzlys spielen viermal gegen die Gegner

Im Süden spielen folgerichtig Red Bull München, die Adler Mannheim, die Nürnberg Ice Tigers, die Augsburger Panther, der ERC Ingolstadt, die Straubing Tigers und die Schwenninger Wild Wings. „Wir müssen die Kosten und die Pandemie im Blick behalten. Von daher haben wir uns entschieden, in zwei regionalen Divisionen zu spielen“, erklärte DEL-Geschäftsführer Gernot Tripcke im Rahmen einer virtuellen Pressekonferenz. Der Modus beinhaltet 24 Spiele pro Klub innerhalb seiner Staffel, das heißt die Grizzlys spielen viermal gegen die anderen sechs Nordstaffel-Gegner. Jeweils zweimal geht es gegen die Teams aus dem Süden. Fliegauf sagt: „Diese Gruppeneinteilung ergibt Sinn und minimiert die Gefahr.“

Ein DEL-Eröffnungsspiel wird es am 17. Dezember geben, die weiteren Partien des Auftaktspieltags werden vom 18. Dezember an ausgetragen, der letzte Hauptrunden-Spieltag ist für den 18. April angesetzt. Dazwischen wird die Liga an gerade einmal 18 Tagen pausieren, im Schnitt spielt eine Mannschaft fast alle drei Tage. Die Spieltage werden auf mehrere Tage verteilt. Sollten Teams von Corona betroffen sein, dann werde es Lösungen geben, um den Spielplan anzupassen, so Tripcke: „Das eine oder andere wird improvisiert werden müssen.“ Die Entscheidung, ob ein Team pausieren muss, trifft dabei immer das Gesundheitsamt vor Ort.

Ein genauer Spielplan wird noch aufgestellt

Einen genauen Spielplan gab es am Donnerstag noch nicht. Tripcke bat nach der wegweisenden Entscheidung am Donnerstag um Geduld: „Die Entscheidung, dass alle 14 Klubs mitspielen, ist erst in der Nacht gefallen. Das werden wir in den nächsten ein, zwei Wochen machen.“

Auch Play-offs sind eingeplant, diese sollen am 20. April beginnen, das letzte Finalspiel ist für den 7. Mai avisiert. Geplant ist, dass sich die jeweils besten vier der sieben Teams dafür qualifizieren. Und geplant ist, dass die Entscheidungsspiele im Modus „Best-of-Three“ ausgetragen werden. „Das ist das Minimum, das wir hoffentlich spielen können. Im Februar, Anfang März werden wir überlegen, ob es Potenzial gibt, die Play-offs zu verlängern“, sagte der DEL-Geschäftsführer. Wie es mit der Qualifikation für die internationale Champions Hockey-Leauge wird, ist noch nicht besprochen. An den Regelungen für ausländische Profis und der U23-Regelung wird nicht geschraubt.

Hopp: „Ein unglaublicher Kraftakt“

Im Vorfeld der Entscheidung von Donnerstag hatten zahlreiche Gespräche stattgefunden, zweimal war der Saisonstart verschoben worden. „Es war zweifelsohne ein unglaublicher Kraftakt“, sagte Daniel Hopp aus dem DEL-Aufsichtsrat und zugleich Gesellschafter bei den Adlern Mannheim. Erst nach der letzten physischen Sitzung Anfang Oktober, auf der die Entscheidung über den Auftakt noch verschoben wurde, sei der entscheidende Durchbruch gekommen: durch das Hilfspaket des Staates, erneuten Gesprächen über einen Gehaltsverzicht der Profis und des genauen Durchrechnens an jedem Standort.

„Dass alle mitgeholfen haben, dass wir eine Saison spielen, ist einfach toll, und es ist stark, wie die Eishockey-Familie hier zusammensteht“, meinte der Grizzlys-Manager, der Spielern und Sponsoren im Namen von Geschäftsführung und Aufsichtsrat seinen Dank für ihr Entgegenkommen in dieser Situation aussprach. Fliegauf sagte weiter: „Dass wir eine Saison spielen können, ist der Lohn für harte, harte Arbeit.“ Weil am Donnerstag alles sehr schnell ging, blieb ihm keine Zeit, der Wolfsburger Mannschaft den positiven Entscheid persönlich mitzuteilen, der in der virtuellen Gesellschafterversammlung dann „relativ schnell erledigt“ gewesen sei: „Aber die Freude bei den Spielern ist groß, wir waren da immer offen, und ich habe sie auf dem Laufenden gehalten über die Entwicklung.“

Die Grizzlys sind schon mitten drin

Sportlich werde diese Entscheidung die kommenden Wochen der Grizzlys kaum beeinflussen. Die Wolfsburger sind mittendrin im Magenta-Sport-Cup, an dem acht DEL-Klubs teilnehmen, am Freitag steht Spiel 3 gegen Bremerhaven auf dem Programm. Fliegauf betont: „Die Mannschaft bereitet sich intensiv vor, und jetzt wieder mit einem Ziel vor Augen. Es ist wichtig für den Kopf, dass man jetzt wieder ein festes Ziel vor Augen hat, und weiß, wann es losgeht.“

Der Wolfsburger Manager blickt aber schon einmal auf die Ziele seines Teams: „Wenn es die Play-offs gibt, dann ist es natürlich unser Ziel, dass wir dabei sind.“ Um das zu erreichen, komme es vor allem darauf an, wie die Teams die unwägbare Situation – keine Zuschauer, Anreisen am Spieltag, Busfahrten mit Atemschutzmaske – für sich meistern. „All die Dinge, die auf einen einprasseln, muss man richtig handhaben. Deswegen ist es gut, dass wir die Situation mit dem Magenta-Sport-Cup jetzt schon haben“, sagt der Manager. Doch erst einmal überwog am Donnerstag auch bei ihm die Freude über die positive Entscheidung der Liga.

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