Fejzic wird zum großen Rückhalt

Braunschweig  Der Schlussmann der Löwen widerlegt die Zweifel an seiner Klasse.

Ken Reichel (rechts) und Nik Omladic (links) wissen, bei wem sie sich zu bedanken haben: Torhüter Jasmin Fejzic.

Ken Reichel (rechts) und Nik Omladic (links) wissen, bei wem sie sich zu bedanken haben: Torhüter Jasmin Fejzic.

Foto: Roland Weihrauch/dpa

Auch dieser Text muss noch einmal mit Rafal Gikiewicz anfangen. Groß war die Aufregung bei den Eintracht-Fans, als der polnische Torwart, bis dahin die klare Nummer 1 bei den Löwen, kurz vor dem Saisonstart Braunschweig in Richtung Freiburg verließ. Jasmin Fejzic, so die fast einhellige Meinung, könne den Keeper nicht gleichwertig ersetzen. Doch Trainer Torsten Lieberknecht vertraute Fejzic und sollte Recht behalten.

Bereits in der Hinrunde erwies sich der 31-Jährige als zuverlässig. Seine Fehlerquote war gering und in einigen Spielen zeigte Fejzic auch, dass er zu spektakulären Paraden fähig ist. „Er hat uns mehr Spiele gerettet als verloren“, sagte Lieberknecht bereits zur Winterpause, die die Eintracht als Spitzenreiter der 2. Liga genießen durfte – auch wegen Fejzic.

Trotzdem blieb der Bosnier nicht unumstritten. Sein Zögern bei hohen Bällen und seine mittelmäßigen Fähigkeiten mit dem Ball am Fuß wurden von einigen Kritikern weiter moniert. Die starken Reflexe, die Fejzic eins ums andere Mal auf der Linie zeigte, wurden durchaus gewürdigt, aber letztlich als nicht ausreichend für einen Top-Keeper in der 2. Liga empfunden. Und weil mit Marcel Engelhardt keine starke Nummer 2 im Kader stand, wurde der Wunsch nach einer Verstärkung für das Tor mal leise, mal laut formuliert.

Doch wieder blieben die Eintracht-Verantwortlichen standhaft. Und wieder bestätigte Fejzic mit seinen Leistungen diese Einschätzung. In der Rückrunde machte der Torwart noch einmal einen Schritt nach vorne. Er zeigte starke Paraden, wurde in schwierigen Phasen zum großen Rückhalt und arbeitete auch bei seinen Schwächen. Hohe Bälle in den Strafraum und Rückpässe der Mitspieler wurden für ihn immer seltener zum Problem. Und auch die Diskussionen um seinen am Saisonende auslaufenden Vertrag konnten Fejzic nicht aus der Ruhe bringen. Wie der Fels in der Brandung stand er im Tor der Löwen und widerlegte die Zweifel an seiner Klasse. Sein persönlicher Höhepunkt war sicherlich, als er der Eintracht bei seinem Ex-Klub Fürth mit einem gehaltenen Elfmeter einen Punkt rettete.

Es war also keine Überraschung mehr, als Fejzic vor dem letzten regulären Saisonspiel gegen den Karlsruher SC seinen Vertrag bei der Eintracht verlängerte. Aus der Nummer 2 ist in den vergangenen Monaten eine starke Nummer 1 geworden. Die selbstbewusst in die nächste Saison gehen kann.

Von Gikiewicz spricht in Braunschweig jedenfalls kaum noch jemand. Der Pole saß die ganze Saison in Freiburg auf der Ersatzbank. Nur als Erinnerung, zum wirklich letzten Mal.

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