Leon Bürger braucht bei Eintracht viel Geduld

Braunschweig.  Leon Bürger ist ein großes Talent. Trotzdem ist der Mittelfeldspieler bei Fußball-Drittligist Eintracht Braunschweig im Moment etwas hinten dran.

Leon Bürger (links) wartet in der Rückrunde noch auf seinen ersten Einsatz für Eintracht.

Leon Bürger (links) wartet in der Rückrunde noch auf seinen ersten Einsatz für Eintracht.

Foto: Florian Kleinschmidt/BestPixels.de

Am Ende des Trainingslagers in der Türkei hatte sich André Schubert festgelegt. Yari Otto und Leon Bürger, stellte der Trainer von Eintracht Braunschweig klar, werden nicht abgegeben. Da könne kommen wer wolle, sagte der Coach zur Zukunft der beiden Talente, die das Interesse von anderen Klubs weckten. Doch während Otto anschließend seinen Wert für die Drittliga-Fußballer in fünf Ligaspielen mit zwei Toren eindrucksvoll unter Beweis stellen konnte, besetzt Bürger im Moment bei der Eintracht nur eine Nebenrolle.

In keinem der bisher zehn Rückrunden-Spiele kam der 19-Jährige zum Einsatz, fünfmal davon befand er sich noch nicht einmal im Kader. Dabei hatte der Mittelfeldspieler gerade in den ersten Spielen unter Schubert noch einen großen Schritt nach vorne in seiner Karriere gemacht. Vom 14. bis zum 18. Spieltag wurde Bürger in jeder Partie eingesetzt, dreimal stand er sogar in der Startelf und zeigte dabei auch gute Ansätze. Schon damals lobte Schubert das Potenzial des Talents. Ausgerechnet die Partie Mitte Dezember in Cottbus beendete Bürgers positive Entwicklung. Der 1:0-Sieg war der Beginn von Eintrachts tabellarischer Aufholjagd in den vergangenen Monaten. Doch Bürger schaute damals nur zu. An dieser Rolle hat sich seitdem für ihn nichts mehr geändert.

Schubert ist sich bewusst, dass der Mittelfeldspieler für seine persönliche Entwicklung aktuell keine einfache Zeit durchmacht und kämpfen muss. Trotzdem hält der Eintracht-Trainer weiterhin große Stücke auf ihn. „Leon Bürger ist ein super Fußballer, der muss eigentlich spielen. Ich ärgere mich fast ein bisschen, dass er im Moment ein Stück hinten dran ist“, sagt Schubert. Gerne würde er dem Talent mehr Spielpraxis einräumen. Doch der Coach hat sich entschieden, im zentralen Mittelfeld aktuell vor allem auf Erfahrung zu setzen. Die bringen Bernd Nehrig, Marc Pfitzner, Stephan Fürstner und Christoph Menz – Bürgers Konkurrenten um einen Platz in der Zentrale – alle ausreichend mit.

Und der Erfolg der vergangenen Wochen gibt Schubert mit seiner Entscheidung Recht. Der Coach will aber nicht, dass der Eindruck entsteht, dass er nicht mehr an eine große Zukunft Bürgers glaubt. „Leon ist nicht weg. Er ist sehr präsent in meinem Kopf, aber es fehlen ihm auch noch ein paar Sachen“, erklärt Schubert.

Dazu würden Defizite im Defensivverhalten sowie fehlende Ruhe in schwierigen Spielsituationen gehören. Daran muss Bürger arbeiten. Doch Schubert ist sicher, dass dem Youngster das gelingt. Langfristig sieht er den 19-Jährigen als einen Klasse-Spieler an. Genau deshalb hatte er einem Wechsel im Januar entschieden einen Riegel vorgeschoben. „Es ist nicht so, dass wir uns nur um die 13, 14 Spieler kümmern, die aktuell am Drücker sind“, sagt Schubert. Auch alle anderen Akteure hätten er und sein Trainerteam stets im Blick. Manchmal kommt die Chance zur Bewährung schneller als man denkt. Für Bürger ja vielleicht schon Sonntag in Lotte.

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