Es geht auch ohne Bernd Nehrig

Braunschweig.  Eintracht überzeugte gegen Uerdingen auch ohne Bernd Nehrig. Das gibt Hoffnung für den Saisonendspurt.

Steffen Nkansah und Robin Becker verteidigen erfolgreich gegen Maximilian Beister.

Steffen Nkansah und Robin Becker verteidigen erfolgreich gegen Maximilian Beister.

Foto: Mario Hommes/ / imagoi

Es war die vielleicht wichtigste Frage vor dem Spiel von Eintracht Braunschweig gegen den KFC Uerdingen gewesen. Wie kann der Fußball-Drittligist den langfristigen Ausfall von Führungsspieler Bernd Nehrig kompensieren? Antwort: Mit einer geschlossenen Teamleistung und dem Rückgriff auf eine bewährte Defensiv-Taktik. So gelang ein souveräner 3:0-Sieg. So hoch hatten die Blau-Gelben in dieser Saison zuvor erst einmal gewonnen. Auch gegen Meppen gab es einen 3:0-Erfolg zu feiern.

Bei dem zog noch Nehrig im Braunschweiger Mittelfeld die Fäden, auch wenn es letztlich seine Nebenleute Stephan Fürstner und Marc Pfitzner waren, die mit ihren Toren für die entscheidenden Momente sorgten. Es ist klar, dass Nehrig den Löwen im Saisonfinale fehlen wird. Der Erfolg gegen Uerdingen macht aber viel Hoffnung, dass die Eintracht im Abstiegskampf dennoch besteht. Das lag zum einen an einer treffsicheren Offensive, aber auch daran, dass sich die Statik der Braunschweiger Defensive zumindest in diesem Spiel durch das Fehlen von Nehrig nicht verschlechtert hat.

Trainer André Schubert hatte darauf verzichtet, den Mittelfeldspieler nur eins zu eins zu ersetzen. Der Routinier hatte sich in den vergangenen Wochen als Sechser immer wieder zwischen die beiden Innenverteidiger fallen lassen, den Spielaufbau der Blau-Gelben von dieser Position aus angekurbelt. Doch Schubert weiß, dass er keinen anderen Spieler im Kader hat, der diese Rolle so perfekt wie Nehrig ausfüllen kann. Deshalb setzte er gegen Uerdingen auf drei Innenverteidiger, die im Spiel gegen den Ball stets von zwei defensiven Außen unterstützt wurden. Und diese Fünferkette funktionierte. Bis auf den Elfmeter, den Maximilian Beister vergab, besaßen die Gastgeber kaum nennenswerte Torchancen. „In unserem 5-2-3 haben wir es defensiv sehr gut gemacht und die Breite gut abgedeckt. Es ist schön, auswärts zu null zu spielen und selber drei Tore zu machen“, freute sich Schubert über Sieg und Leistung seines Teams.

Er hatte bereits vor der Winterpause einige Spiele mit einem ähnlichen System absolvieren lassen. Damals half es den Löwen, die Gegentorflut einzudämmen. Trotzdem setzte Schubert seit der Winterpause meistens auf eine Viererkette in der Abwehr – ebenfalls mit Erfolg. Dafür war Bernd Nehrig jedoch ein Schlüsselspieler. „So wie er seine Rolle interpretiert hat, war das sehr stark. Er hat als Sechser ein gutes Gefühl dafür, sich in die Abwehr fallen zu lassen. Mit so einer Übersicht können das bei uns nur wenige Spieler“, sagt Schubert. Deshalb habe er sich bewusst für eine Rückkehr zu drei festen Innenverteidigern entschieden. Und passenderweise standen mit Robin Becker, Steffen Nkansah und Niko Kijewski auch die Kandidaten bereit, die in dieser Formation schon erfolgreich zusammengespielt hatten. „Ein Vorteil ist dabei auch, dass wir so ganz gut Leandro Putaro ins Spiel bekommen. Für ihn ist die Rolle des Linksverteidigers eine sehr gute Position, weil er da mit seiner Geschwindigkeit das Spiel vor sich hat“, ergänzt Schubert.

Putaro kannte diese Aufgabe ebenfalls schon. Das war wohl ein weiterer Grund, warum die Defensive gegen Uerdingen über weite Strecken so gut funktionierte. Zusammen mit dem klaren 3:0-Sieg ist das das stärkste Signal, das die Braunschweiger vor den vier verbleibenden Saisonspielen senden konnten. Auch ohne Nehrig scheint die Eintracht bereit für den Endspurt im Abstiegskampf.

Schubert warnt aber auch erneut vor Selbstzufriedenheit. „Wir freuen uns über die Komplimente und darüber, dass wir in der Rückrunde gut gepunktet haben“, sagt er, trotzdem sei es nicht selbstverständlich, dass der Klassenerhalt am Ende geschafft werde. „Wir brauchen noch mindestens sechs Punkte, deshalb müssen wir weiter volles Rohr spielen“, erklärt er. Auch ohne Nehrig.

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