Eintracht zeigt zu viele Schwächen und verliert gegen Karlsruhe

Braunschweig.  Erneut liegen die Löwen in einem Heimspiel früh zurück. Gegen den Karlsruher SC blieb diesmal eine positive Antwort aus.

Jannis Nikolaou (links) und Nick Proschwitz (Mitte) im Luftduell mit Robin Bormuth.

Jannis Nikolaou (links) und Nick Proschwitz (Mitte) im Luftduell mit Robin Bormuth.

Foto: Darius Simka / regios24

In den vergangenen Wochen hatten Einsatz und Moral die Eintracht nach einem Rückstand stets zurück in die Spur geführt. Diesmal blieb ein Comeback aus. Wie in vielen Spielen zuvor mussten Braunschweigs Zweitliga-Fußballer auch im Heimspiel gegen den Karlsruher SC früh Gegentore hinnehmen. Doch anders als gegen Bochum, Nürnberg und Sandhausen gab es kein Happy End. Die Löwen verloren 1:3 (1:2) und verpassten die Chance, sich etwas von der Abstiegszone abzusetzen.

Diese Niederlage markiert aber nicht nur eine ausgelassene Möglichkeit, sich in der Tabelle nach oben zu schieben. Nicht zum ersten Mal in dieser Saison stellt sich nach einer Pleite die Qualitätsfrage. Gegen den KSC zeigte die Eintracht zu viele Schwächen, als dass die Fans beruhigt auf die nächsten Wochen schauen können. Vor allem defensiv produzieren die Braunschweiger in der Summe zu viele Fehler und stellen sich teilweise naiv und stümperhaft an. „Es wiederholen sich gewisse Muster. Wir müssen dieses Spiel nicht verlieren, doch unter dem Strich ist es nicht ausreichend, wie wir verteidigen“, stellt Trainer Daniel Meyer fest.

Qualität reicht nicht aus, um immer einen Rückstand aufzuholen

Und nicht immer können die Löwen mit einem Kraftakt, die Fehler in der Defensive wieder ausmerzen. Prinzipiell ist der Ansatz, ordentlichen Zweitliga-Fußball spielen zu wollen, erkennbar – auch gegen den KSC. Aber die Qualität in der Offensive ist dann letztlich auch nicht ausreichend, um in jeder Partie noch einen Rückstand wettmachen zu können. Vor allem, wenn wie gegen Karlsruhe mit Martin Kobylanski der Spielmacher fehlt.

Nach zwanzig Minuten sah es nach einer recht klaren Angelegenheit für die Gäste aus. Der KSC um den Ex-Braunschweiger Philipp Hofmann war besser als die Löwen ins Spiel gekommen und durch zwei Standardsituationen mit 2:0 in Führung gegangen. Erst war es eine Ecke, die die Braunschweiger nicht konsequent klären konnten und so Kyoung-Rok Choi einen Torschuss erlaubten, der von Eintrachts Innenverteidiger Robin Ziegele noch entscheidend abgefälscht wurde und für Schlussmann Felix Dornebusch unhaltbar im Tor landete (14. Minute). Anschließend war es ein Freistoß, den Marvin Wanitzek perfekt über die Mauer zum 2:0 für Karlsruhe ins Netz zirkelte (18.).

Der KSC ist zunächst die klar bessere Mannschaft

Doch auch unabhängig von diesen beiden Situationen waren die Gäste in dieser Phase die klar bessere Mannschaft. Die Löwen offenbarten als gesamtes Team in der Defensivarbeit deutliche Schwächen, ließen ihren Gegenspielern viel zu oft zu viel Platz und stellten sich auch in vielen Zweikämpfen – so auch beim Entstehen des Freistoßes, der zum 0:2 führte – sehr ungeschickt an. „Das war eine Paradebeispiel für eine gewisse Naivität im Defensivverhalten und nicht okay“, analysierte Meyer.

Er hatte bereits nach dem 0:2 auf die Schwäche seines Teams reagiert. Der Trainer hatte die Eintracht mit einem 4-2-3-1-System ins Rennen geschickt. Im Vergleich zur Startelf in Sandhausen gab es eine personelle Veränderung. Patrick Kammerbauer begann für Yassin Ben Balla. Doch nach dem 0:2 war Meyer klar: So geht es nicht weiter. Er stellte taktisch um. Kapitän Dominik Wydra rückte vom zentralen Mittelfeld in die Abwehr, wo die Vierer- zur Dreierkette wurde. Braunschweig spielte wieder in Meyers favorisierten 3-4-1-2-System.

Nick Proschwitz trifft in Torjägermanier

Das zeigte Wirkung, auch wenn der Anschlusstreffer etwas überraschend fiel. Kammerbauer bediente Nick Proschwitz an der Strafraumgrenze, und Eintrachts Stürmer agierte in bester Torjägermanier. Kurze Drehung, trockener Schuss – 1:2 (31.). Die Löwen waren wieder dran und hätten durch Manuel Schwenk eine Minute später fast nachgelegt. Doch Schwenk zögerte im Strafraum zu lange mit dem Abschluss – Chance vorbei.

Trotzdem waren die Blau-Gelben nun besser im Spiel, agierten mit dem KSC auf Augenhöhe und konnten sich nach dem Seitenwechsel sogar Vorteile erarbeiten. Die Eintracht spielte deutlich druckvoller und hatte mehr Szenen in Nähe des Karlsruher Strafraums. Die beste hätte um ein Haar das 2:2 gebracht. Nachdem Felix Kroos einen Freistoß ans Lattenkreuz gezirkelt hatte, war Proschwitz vom Abpraller so überrascht, dass er den Ball nicht kontrollieren konnte. Vom Fuß des Stürmers prallte das Spielgerät am leeren Gehäuse des KSC vorbei (57.).

Der Ausgleich wäre möglich gewesen

Aber auch danach wäre der Ausgleich möglich gewesen. Eine scharfe Hereingabe von Fabio Kaufmann von außen ging knapp am Tor sowie an zwei Mitspielern vorbei (62.). Fast im Gegenzug gelang dem KSC die Vorentscheidung. Robin Ziegele versuchte im Strafraum, mit der Hacke zu klären, verlängerte aber auf Hofmann, der den Ball auf Choi querlegte. Der Mittelfeldspieler ließ sich nicht bitten und vollendete zum 3:1 für die Gäste.

Somit wurde es für die Blau-Gelben noch schwieriger zurückzukommen. Das Bemühen lässt sich ihnen auch nach dem dritten Gegentreffer nicht absprechen, doch klare Torchancen ergaben sich nicht.

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