Schlüter: Ich würde gerne länger bei Eintracht bleiben

Braunschweig.  Lasse Schlüter hat bei Eintracht Braunschweig keinen leichten Stand, kämpft sich aber stets zurück.

Verteidiger Lasse Schlüter kämpft mit Eintracht Braunschweig in der 2. Liga um den Klassenerhalt.

Verteidiger Lasse Schlüter kämpft mit Eintracht Braunschweig in der 2. Liga um den Klassenerhalt.

Foto: Darius Simka / regios24

Anfang des Jahres stand Lasse Schlüter schon vor dem Aus bei Eintracht Braunschweig. Der Linksverteidiger, der vor der Saison erst von Energie Cottbus geholt worden war, sollte bereits wieder gehen. Doch Schlüter blieb und bekam anschließend noch seine Einsätze auf dem Weg zum Zweitliga-Aufstieg der blau-gelben Fußballer. Im Sommer ein ähnliches Spiel. Wieder wurde Schlüter als potenzieller Abgang gehandelt, erneut entschied er sich zum Bleiben. Wieder zahlte es sich aus. Nach der Verletzung von Niko Kijewski hat der 28-Jährige nun sein drittes Zweitliga-Spiel über 90 Minuten in Folge für die Löwen absolviert.

„Das zeigt mal wieder, wie schnell es im Fußball gehen kann“, sagt Schlüter. Er hatte in den vergangenen Monaten auch Optionen für einen Vereinswechsel, ließ diese aber bewusst verstreichen. „Wir haben uns dazu entschieden, in Braunschweig zu bleiben, weil wir uns hier sehr wohl fühlen und auch immer daran geglaubt haben, dass ich bei der Eintracht wieder meine Chance erhalte“, sagt Schlüter.

Die Familie unterstützte ihn in den schwierigen Phasen

Mit „wir“ meint er sich und seine Frau, die als leidenschaftliche Reiterin mehrere Pferde in die Löwenstadt mitgebracht hat. Sogar „in der Nähe des Stadions“ habe man eine gute Unterkunft für die Tiere gefunden, berichtet Schlüter. Das war sicherlich nicht der einzige Grund für ihn, auch nach dem Trainerwechsel im Sommer um seine Chance bei der Eintracht zu kämpfen. Doch man merkt, dass ihm der private Faktor wichtig ist, und seine Familie habe ihn auch in den schwierigen Phasen der vergangenen eineinhalb Jahre stets unterstützt. Die Geduld in diesen Zeiten zahlt sich im Moment mal wieder für Schlüter aus. „Zum Glück bin ich in Braunschweig geblieben. Ich freue mich über jeden Einsatz und versuche dem Trainer in jedem Spiel Argumente zu liefern, mich weiter spielen zu lassen“, sagt der Linksfuß.

Zur Wahrheit gehört zwar auch, dass die Alternativen von Chefcoach Daniel Meyer für die linke Seite im Moment nicht gerade üppig sind. Doch Schlüter hat sich mit seinen Leistungen in den vergangenen drei Spielen zur aktuell besten Option der Eintracht in diesem Bereich gemausert – ob nun im Mittelfeld oder in der Viererkette. Bis zum Jahreswechsel will der ehemalige Cottbuser weitere Pluspunkte sammeln, bevor die Braunschweiger nach dem Öffnen des Transfermarktes vielleicht doch noch einmal für die Außenbahn nachlegen. „Ich würde gerne länger in Braunschweig bleiben“, sagt er mit Blick auf seinen am Ende der Saison auslaufenden Vertrag.

„Wir müssen einfach besser verteidigen“

Doch zunächst steht für ihn wie für die gesamte Mannschaft erst einmal der Abstiegskampf im Fokus. Am vergangenen Spieltag kassierten die Braunschweiger durch das 1:3 gegen den Karlsruher SC auf dem Weg zum Klassenerhalt einen Rückschlag. Aber Schlüter ist sich sicher, dass die Löwen am Freitag in Darmstadt wieder einen anderes Gesicht zeigen werden. „Wir müssen einfach besser verteidigen und uns mit 100-prozentigem Willen in die Zweikämpfe werfen. Wenn uns das gelingt, bin ich zuversichtlich“, sagt er. Denn offensiv habe die Eintracht zuletzt überzeugt.

Eine Entwicklung, an der er ebenfalls einen Anteil hat. Obwohl Schlüter als Linksverteidiger geholt wurde, hat er sich in seiner Karriere auch schon immer etwas weiter vorne wohlgefühlt. Bereits bei seinen vorherigen Stationen spielte der gebürtige Hamburger öfters im Mittelfeld. Mit dem von Daniel Meyer favorisierten Spielsystem mit einer Dreierkette in der Abwehr und vier Mittelfeldspielern davor fremdelt er also nicht. „Ich habe das schon häufiger gespielt, und gerade in der Verteidigung sind die Abläufe doch auch sehr ähnlich zur Viererkette“, sagt er über seinen Posten auf der linken Außenbahn.

Offensiv will Schlüter mehr Akzente setzen

Den muss er mit viel Laufbereitschaft beackern, um wie gewünscht auch offensiv einige Akzente setzen zu können. Gegen Nürnberg gelang ihm das gut, als er in den Nachspielzeit den Elfmeter herausholte, den Nick Proschwitz zum 3:2-Siegtreffer verwandelte. Dass er solche Aktionen häufiger haben muss, weiß auch Schlüter. Und er will sie auch liefern, um noch etwas länger in Braunschweig bleiben zu können.

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