10:7 gegen Schwäbisch Hall - Lions gewinnen den German Bowl

Frankfurt.  Die Braunschweiger Footballer holten in Frankfurt ihren zwölften deutschen Titel.

Brandon Connette (führte die Lions zum Titel.

Brandon Connette (führte die Lions zum Titel.

Foto: EIBNER/Florian_Schust

Sie haben es geschafft! Die Lions sind zum zwölften Mal deutscher Meister im American Football. Sie gewannen den German Bowl am Samstagabend in Frankfurt gegen die Schwäbisch Hall Unicorns mit 10:7 (0:0) und freuten sich grenzenlos. Im Vorjahr waren die Braunschweiger im Halbfinale rausgeflogen, vor zwei jahren hatten sie gegen die Unicorns das Endspiel verloren.

Gleich nach der Halbzeitpause machten die Lions richtig Druck. Explosionsartig agierte die Abwehr, zwang die Unicorns nach starken Aktionen von Jakob Schridde und Benjamin Krahl nach nur 33 Sekunden, das Angriffsrecht wieder abzugeben. Und dann schlug der Braunschweiger Angriff zu. Christopher McClendon erlief über zehn Meter den ersten Touchdown des Spiels, Tobias Goebel gelang der Extrapunkt per Kick – 7:0. Und nach einem erneuten Abwehrwirbel und der Rückeroberung des Angriffsrechts erhöhte Goebel per Fieldgoal aus 27 Metern auf 10:0. Das Momentum war nur klar auf der Seite des deutschen Rekordmeisters.

Trotzdem wurde es noch einmal hektisch in der Schlussphase, weil Schwäbisch Hall verkürzte auf 7:10. Doch das bessere Team behielt die Oberhand, geriet nicht mehr wirklich ins Wanken. Ein verdienter Erfolg für eine glorreiche Saison, in der es keine Niederlage gab, nur Siege, eine perfect Season, davon wird man in Braunschweig noch lange reden.

Eine Halbzeit lang standen zuvor die beiden Touchdown-Fabriken aus Braunschweig und Schwäbisch Hall still. Keine Punkte zur Pause, das hatte es das ganze Jahr bei diesen Ausnahmeteams der Bundesliga nicht gegeben. Aber nicht etwa ein Streik war der Grund, sondern nahezu perfekte Abwehrarbeit auf beiden Seiten. Fast jeder etwas weitere Pass drohte in die Arme des Gegners zu fallen oder tat es auch, einmal auf jeder Seite, geworfen von Braunschweigs Brandon Connette und Halls Spielmacher Adrian Clark, abgefangen von Lions-Amerikaner Basil Jackson und wenig später auch von Goran Zec auf der anderen Seite.

Auch wenn sich viele Aktionen neutralisierten und beide Mannschaften zeigten, dass sie ihre Hausaufgaben prima erledigt hatten in den vergangenen Trainingswochen, so waren es doch die Lions, die sich ein Übergewicht erarbeiteten.

Während die Unicorns nicht einmal in die Nähe der Braunschweiger Endzone kamen, waren die Männer von Braunschweigs Cheftrainer Troy Tomlin dicht dran zu punkten. Doch zweimal warfen sie Regelverstoße zurück, die mit Raumverlusten geahndet werden. Und Tobias Goebel schaffte es im Anschluss nicht, Fieldgoals aus machbaren, aber dennoch stolzen 43 und 49 Metern Entfernung zwischen den Torstangen unterzubringen. Eine 6:0-Führung zur Halbzeit wäre allerdings allemal verdient gewesen. Vor allem, weil die Lions das aktivere Team stellten, mehr agierten als reagierten. Die Hauptlast des Angriffs trug wie die ganze Saison über Ballträger Christopher McClendon, der beste Runningback der Liga. Immer wieder wurde er ein, zwei Male früh gestoppt und schaffte dann einen deutlich größeren Raumgewinn. Es ging darum, den Gegner müde zu spielen.

Wie zu erwarten war, kamen die beiden Angreifer Connette und Christian Bollmann, die im Halbfinale Gehirnerschütterungen erlitten hatten, zum Einsatz. Und beiden war nicht anzumerken, dass ihnen einige Trainingseinheiten fehlten. Bis zur Pause scheuten Schwäbisch Hall und Braunschweig mit ganz wenigen Ausnahmen das große Risiko. Doch das sollte sich noch ändern.

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder