Löwe Lansdowne: „Unser Gesamtpaket funktioniert gut“

Braunschweig.  Braunschweigs Basketballer feiern sich für ihre Teamleistung beim Derby-Triumph in Göttingen, dem fünften Sieg in Folge.

„Derbysieger, Derbysieger, hey, hey“: Brayon Blake (von links), Thomas Klepeisz, Shaquille Hines, Lars Lagerpusch, DeAndre Landowne und die anderen Löwen- Profis feiern in Göttingen mit den Fans.

„Derbysieger, Derbysieger, hey, hey“: Brayon Blake (von links), Thomas Klepeisz, Shaquille Hines, Lars Lagerpusch, DeAndre Landowne und die anderen Löwen- Profis feiern in Göttingen mit den Fans.

Foto: Swen Pförtner / Pförtner, Swen

Wenn das neue Jahr für Braunschweigs Basketballer nur annähernd so weiter geht, wie es am Mittwoch beim heiß umkämpften Niedersachsen-Duell in Göttingen begonnen hat, werden die Fans noch viel Freude an ihrem Team haben. Beim 80:76 (45:42)- Triumph lief längst nicht alles rund für die Löwen, die von außen serienweise freie Würfe daneben setzten. Aber sie haben nach ihrer unglaublichen Siegesserie inzwischen eine belastbare Unbeirrbarkeit und das spielerische Können, um die engen Spiele trotzdem zu gewinnen.

„Das war wirklich ein großer Sieg, und unser Selbstvertrauen hat den Unterschied gemacht“, urteilte Center Scott Eatherton, der die Löwen gegen seinen Ex-Klub kurz vor Schluss wieder in Führung gebracht hatte und mit 18 Zählern Topscorer war. „Wir haben zusammengestanden, jeder hat etwas beigetragen, und am Ende haben wir alles richtig durchgezogen.“

Das galt besonders für Thomas Klepeisz. „Der hat heute nicht seinen besten Tag“, hatte gerade noch Terry Schofield geurteilt, Trainerlegende mit Vergangenheit in Göttingen wie Braunschweig, da entschied der Österreicher die Partie für die Löwen. Mit einer Entschlossenheit, die ihm zuvor beim Werfen und der Verteidigung gegen Göttingens Besten, Michael Stockton, gefehlt hatte, zog Klepeisz 20 Sekunden vor Schluss zum Korb, erzielte die 78:76-Führung und machte 14 Sekunden vor dem Ende von der Freiwurflinie den Sack zu.

„So lange ich da bin und dem Team helfen kann, wenn es darauf ankommt, sehe ich das positiv“, kommentierte der 27-Jährige und strahlte. Schon gegen Ulm war er nach eher dürftiger Leistung dank entscheidender Treffer der gefeierte Held gewesen. Schnell rückte der Kapitän aber wieder das Team in den Mittelpunkt: „Wir haben ziemlich abgezockt gespielt.“

Als Kaltschnäuzigkeit in Person gefiel DeAndre Lansdowne. Auch wenn der Löwen-Topscorer von der Dreierlinie einen rabenschwarzen Tag erwischt hatte (1/8 Würfe), er blieb ruhig, forcierte nichts und war in der hitzig umkämpften zweiten Spielhälfte die Führungsfigur auf dem Feld. „Ich habe versucht, das Team fokussiert zu halten, und das ist mir, glaube ich, ganz gut gelungen“, sagte er zufrieden.

Ein größerer Faktor als zuletzt war Shaquille Hines. Der schlaksige Amerikaner kam defensiv besser als sein Positionskollege Chris Sengfelder mit Göttingens quirligem Powerforward Derek Willis zurecht und war bester Rebounder der Löwen. Beim Kampf um den abspringenden Ball legte das Team im Schlussviertel die Grundlage für den Derbysieg. War das Reboundduell bis dahin ausgeglichen, gewannen es die Braunschweiger in den letzten zehn Minuten mit 14:6 und griffen sich 5 von insgesamt starken 13 Offensivrebounds.

„Außerdem wurde unsere Verteidigung immer besser“, nannte Lansdowne den anderen Siegfaktor. Hieran hatte Bazou Koné seinen Anteil, der es Stockton schwerer machte als Klepeisz und Joe Rahon. „Wir funktionieren als Gesamtpaket derzeit einfach gut“, erklärte Lansdowne die Erfolge der Löwen, die nun zu Hause seit Anfang November ungeschlagen sind und jetzt den dritten Auswärtssieg feierten.

Nach dem großen Heim-Duell am Samstag gegen Spitzenteam Alba Berlin, dem die Löwen schon seit Tagen entgegenfiebern und zu dem mehr als 4000 Fans erwartet werden, folgen nach einer kleinen Pause bis zum Ende der Hinrunde noch Auswärtsspiele in Crailsheim und Gießen. Angesichts von zwei Siegen Vorsprung auf die Verfolger hat das Menz-Team also sogar gute Chancen, den Play-off-Rang bis zur Punktrunden-Halbzeit zu verteidigen. Vielleicht doch schon mehr als die vielzitierte „schöne Momentaufnahme“?

Braunschweig – Berlin, Sonnabend, 18 Uhr, VW-Halle

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