Löwen feiern am Dienstag Abschied mit den Fans

Braunschweig.  Die Basketballer lassen diese Woche die Saison in Braunschweig ausklingen und laden ins „Heinrich“ ein. Vier Profis bleiben sicher.

Abschiedsbild in der Münchner Gästekabine: Die Löwen freuen sich über ihre dritte starke Leistung in der Play-off-Viertelfinalserie gegen die Bayern. Der verletzte DeAndre Lansdowne war zu Hause geblieben.

Abschiedsbild in der Münchner Gästekabine: Die Löwen freuen sich über ihre dritte starke Leistung in der Play-off-Viertelfinalserie gegen die Bayern. Der verletzte DeAndre Lansdowne war zu Hause geblieben.

Foto: Ute Berndt

Viel geschlafen haben Braunschweigs Basketballer auf der letzten Heimreise ihrer Erstligasaison nicht. Erst morgens gegen fünf Uhr kamen sie am Montag mit dem Bus aus München zurück, körperlich völlig groggy, aber im Kopf noch so aufgewühlt von den Play-off-Erlebnissen und mächtig, mächtig stolz.

Klar war es auf dem Papier ein „Sweep“, ein glattes 0:3 in der Best-of-five-Serie. Aber die Braunschweiger sind als Tabellenachter der Hauptrunde letztlich mit 11, 10 und 10 Punkten Differenz sogar knapper ausgeschieden als die besser platzierten Konkurrenten Ulm (-61) und Bonn (-34), die zwar in Berlin und Oldenburg auch Topteams, aber eben nicht so eine Übermannschaft wie den Punktrundensieger Bayern vor der Brust hatten. Und die Löwen lagen trotzdem jeweils bis kurz vor Schluss gleichauf.

„Diese Play-off-Serie war sportlich die größte Herausforderung, aber auch ein Riesengewinn an Erlebnis und Erfahrung und macht Lust auf mehr“, resümierte Geschäftsführer Sebastian Schmidt. Wie die Mannschaft ohne die verletzten Stars Scott Eatherton und DeAndre Lansdowne sowie Bazou Koné gekämpft habe, sei „Wahnsinn“ gewesen und könne alle Beteiligten nur stolz machen.

Auch finanziell war die Meisterschaftsrunde laut Schmidt ein Erfolg, obwohl es bei nur einem Heimspiel blieb, dem sensationellen Gänsehaut-Event am Freitag vor 5619 Zuschauern. Die Play-off-Prämien der Spieler seien auch dank der Play-off-Prämien mancher Sponsoren wieder erwirtschaftet worden. Wobei Schmidt für die Zukunft in den Verträgen mit den Werbepartnern noch nachbessern will. „Aus der Historie heraus hatten wir da bislang teilweise eher Nichtabstiegsprämien vereinbart.“

Diese Woche steht im Zeichen der Abschiede, ehe die Profis zum Wochenende in ihre Heimatorte zurückkehren. Am Montag haben die Trainer ihre Abschlussgespräche mit den Profis begonnen, in denen die Spieler Feedbacks über ihre Entwicklung erhalten. „Ich möchte mich auch bei jedem einzelnen für diese unglaubliche, fantastische Arbeit bedanken“, sagte Trainer Frank Menz. Zudem hätten ihn einige Akteure um Tipps gebeten, woran sie im Sommer arbeiten sollen und wie er ihre Perspektive insgesamt einschätze.

Montagabend trafen sich die Mannschaft und das enge Umfeld, Betreuungsteam, Geschäftsstellen-Mitarbeiter zu einem Essen, bei dem auch Menz nach seinen drei überaus erfolgreichen Jahren in Braunschweig verabschiedet wurde. Am Dienstagabend soll es eine öffentliche Feier mit Sponsoren und Fans ab 19 Uhr im Wirtshaus Heinrich im Braunschweiger Stadtpark geben.

Von einigen ihrer Lieblinge werden die Löwen-Anhänger dann Abschied nehmen müssen. Allstar Scott Eatherton und Kapitän Thomas Klepeisz haben ihre Verträge verlängert und werden im Sommer freudig zurück erwartet. Auch die Nachwuchsspieler Dejan Kovacevic und Moritz Hübner sind noch an die Löwen gebunden. Alle anderen Verträge laufen aus beziehungsweise können per Option beendet werden.

Topscorer DeAndre Lansdowne, der wegen seines Bänderanrisses im linken Sprunggelenk aus dem Freitagsspiel am Samstag nicht mit dem Team nach München fahren konnte, hat den Verantwortlichen bereits signalisiert, dass er sich nach einem großen Vertrag im internationalen Geschäft umschaut.

Für Nationalspieler Chris Sengfelder, den die Löwen gerne halten wollen, kommt eine Rückkehr durchaus in Frage. Seine Entscheidung hänge ganz wesentlich von der Person des neuen Trainers ab, betont er. Auch würde er gerne international antreten, was ja vielleicht auch mit den Löwen möglich sei. „Ich werde mir ganz in Ruhe die Angebote anschauen, die auf dem Tisch liegen.“

Das Ziel, möglichst personelle Kontinuität zu wahren, gelte nach wie vor, betont Schmidt, der ebenfalls noch Einzelgespräche mit allen Spielern führen will. Auch Spielmacher Joe Rahon und Allrounder Shaquille Hines hätten sich durch ihre enorme Leistungssteigerung im Saisonverlauf einschließlich der Top-Auftritte in den Play-offs für neue Verträge empfohlen. Brayon Blake sei trotz seiner Leistungsschwankungen nicht aus dem Rennen. „Er hat ja ein Riesenpotenzial, das in München auch wieder aufgeblitzt ist, und für einen Rookie sind seine Statistiken okay.“

Über diese Personalien solle jedoch der neue Trainer mitbestimmen. In ein bis zwei Wochen, hofft Schmidt, werde man den Menz-Nachfolger präsentieren können.

Abschieds-Grillen mit Fans, Wirtshaus Heinrich, heute ab 19 Uhr.

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