Löwen-Kapitän Klepeisz: „Ich bin schockiert und richtig zerstört“

Braunschweig.  Braunschweigs Kapitän Thomas Klepeisz findet nach der Pleite gegen Oldenburg deutlich Worte und fordert mehr Spieldisziplin und Struktur.

Thomas Klepeisz kam gegen Rickey Paulding und Co. nur schwer ins Spiel. Hinterher übte der Kapitän grundsätzliche Kritik.

Thomas Klepeisz kam gegen Rickey Paulding und Co. nur schwer ins Spiel. Hinterher übte der Kapitän grundsätzliche Kritik.

Foto: Christopher Vehrke / soulclapmedia

Die Niederlage gegen Oldenburg war eine erwartbare Niederlage, und sie fiel mit 22 Punkten gegen ein Eurocup-Top-16-Team auf den ersten Blick auch nicht bedrohlich aus. Aber das Zustandekommen und ihr eigenes Zutun zu diesem Ergebnis dürfte die Harmonie bei den Löwen für die nächsten Tage doch erheblich erschüttert haben.

Eigentlich sollte für die Braunschweiger Lucca Staiger am Montagabend seinen Kommentar zum Spiel vor der Fernsehkamera von Magentasport abgeben. Aber der prominente Neuzugang, der diesmal nicht in der Startformation stand und auch danach keine Akzente setzen konnte, ging vorbei, und so stand plötzlich wieder Kapitän Thomas Klepeisz dort.

Völlig frustriert. Aber auch aufgebracht. „Das war eine der schmerzhaftesten Heimniederlagen, die ich seit sehr langer Zeit in Braunschweig hatte“, gab er zu. „Wir bringen sehr wenig von dem, was wir uns vornehmen, aufs Feld.

Dann hob der Österreicher zu einer Kritik und Selbstkritik an, die sich auch auf die vergangenen Auftritte bezog. Das Team könne keine halbwegs konstante Leistung über 40 Minuten bringen. „Andauernd werfen wir die Bälle weg. Ich bin schockiert und richtig zerstört gerade“, sagte er. Auch er selbst habe sich „gefühlt 50 Ballverluste“ geleistet. Alles Schwächen, die sich bereits durch die vergangenen Wochen ziehen und die nun von den Oldenburgern beim 71:93 eben nochmal besonders schonungslos aufgedeckt wurden.

„Wir spielen nie unsere Plays zu Ende, die wir uns vornehmen, wir steigen bei jeder Möglichkeit aus. Das ist einfach nur schlecht“, schimpfte er. Er selbst, der strukturierteste Akteur im Team, einer der immer wieder den roten Faden findet und das Spiel zusammenbinden kann, wenn es auseinanderfällt, spielte gestern unverständlicherweise nur 18 Minuten.

Was der Kapitän sagte, klang nach schonungslosen Worten und einem größeren Aufarbeitungsbedarf auch intern: „Jeder muss sich selbst an die Nase fassen. Wir müssen Strukturen reinbringen“, forderte er. „Wir müssen wissen, wo die Leute stehen müssen, eine Gliederung finden und uns genau an unser Konzept halten und das durchziehen.“

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