Scott Eatherton führt die Löwen zum Sieg in Bonn

Braunschweig.  Durchatmen bei den Löwen: Beim Krisenduell in Bonn gelang mit einem 90:85-Sieg die Trendwende.

Scott Eatherton setzt zum Dunking an.

Scott Eatherton setzt zum Dunking an.

Foto: imago/Nordphoto

Trainer Pete Strobl und seine Basketball Löwen können erst einmal durchatmen. Mit einer Energieleistung haben sich die Braunschweiger im Krisenduell der Bundesliga gegen Bonn nach Rückstand zurückgekämpft und einen 90:85-Auswärtssieg beim Tabellenvorletzten gelandet und damit auch die Position ihres Chefcoaches etwas stabilisiert. Bei einer weiteren Niederlage hätte es für Strobl eng werden können.

Doch der Löwen-Trainer kann sich vor allem bei Center Scott Eatherton (24 Punkte) bedanken, dass er nun wieder etwas fester im Sattel sitzt. Als die Braunschweiger im zweiten Viertel schon mit einigen Punkten im Rückstand lagen, war es der US-Amerikaner, der die Gäste mit regelmäßigen Körben im Spiel hielt. Bezeichnend waren zwei Szenen zu Beginn des Viertels. Zweimal tankte sich Eatherton mit einer guten Einzelleistung unter dem Korb durch und versenkte den Ball, zog aber gleichzeitig auch ein Foul und behielt anschließend auch beim Freiwurf die Nerven. So hielt Eatherton den Rückstand auf Bonn nicht nur in Grenzen, sondern er zog Teamkameraden wie Trevor Releford (20) und Karim Jallow (14) mit, die nach der Pause besser wurden. „Wir wussten, dass wir gewinnen müssen, und wir haben als Team gekämpft. Das hat zuletzt etwas gefehlt“, brachte Jallow den Kraftakt der Löwen auf den Punkt.

Für endgültige Entwarnung gibt es aber keinen Grund, das war auch ihm bewusst. „Wir müssen auch mal über 40 Minuten als Team spielen“, sagt der Flügelspieler nach dieser intensiven Partie. Das gelang den Braunschweigern nämlich auch in Bonn nicht. Vieles war Kampf, Krampf und Stückwerk und vor allem in den ersten beiden Vierteln konnten die Löwen kaum etwas von dem umsetzen, was sie sich vorgenommen hatten.

Besonders in der Defensive sollte und musste vieles besser werden als zuletzt. Das hatten sowohl Strobl als auch Sportdirektor Sebastian Schmidt im Vorfeld der Begegnung mehr als deutlich gemacht. Doch auch im Offensivspiel waren neue Ideen gefragt. Zunächst konnten die Löwen aber keines der beiden Vorhaben umsetzen. Angesichts des Negativlaufs der vergangenen Wochen war es natürlich etwas verständlich, dass die Braunschweiger wie auch die Gastgeber nicht gerade vor Selbstvertrauen strotzten. Beide Teams agierten nervös, mit viele Fehlern und Unsicherheiten. Doch die Bonner konnten das zunächst über eine geschlossene Mannschaftsleistung kompensieren, während bei den Löwen doch vieles Stückwerk blieb. Struktur im Angriffsspiel? Zunächst Fehlanzeige. Oft wussten die Löwen mit dem Ball wenig anzufangen, nahmen gewagte Würfe oder spielten risikoreiche Pässe. Ergebnis: Drei Ballverluste in den ersten vier Minuten. Und auch defensiv machten es die Braunschweigern den Hausherren schlicht und ergreifend zu einfach, zu punkten. Die Bonner zogen auf 8:2 davon, Strobl nahm nach 3:40 Minuten die erste Auszeit.

Danach lief es etwas besser. Immerhin: Die Löwen kämpften und blieben mit gelungenen Einzelaktionen sowie einer guten Reboundarbeit dran. Trotzdem waren es oft haarsträubende Fehler, die ihnen unterliefen. Ein Ballverlust jagte den nächsten, die Bonner mussten meistens nur Danke sagen. Aber die Hausherren verpassten es auch ein wenig, ihre Führung noch weiter auszubauen.

So erlaubten sie es den Löwen, zumindest in Nähe zu bleiben und im dritten Viertel drehten Eatherton und Co. die Partie. Mit einem 16:2-Lauf machten sie nicht nur den Rückstand wett, sondern gingen drei Minuten vor der letzten Pause das erste Mal in Führung. Mit einem 61:61 ging es ins letzte Viertel, wo das Spiel lange auf des Messers Schneide stand. Aber das Momentum lag nun aufseiten der Löwen ­– nicht nur wegen Eatherton. Auch seine Mitspieler waren nun voll da und brachten den knappen und wichtigen Erfolg nach Hause. Trotzdem bleibt noch viel Arbeit.

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder