Nur ein Anfang auf dem Weg zur langfristigen Besserung

Braunschweig.  Die Löwen zeigen in der zweiten Hälfte in Bonn Kampf und Klasse. Doch viele Defizite der vergangenen Wochen bleiben.

Karim Jallow zieht in Bonn zum Korb.

Karim Jallow zieht in Bonn zum Korb.

Foto: imago/Nordphoto

Nach der ersten Hälfte hatten wahrscheinlich nur wenige noch auf einen Sieg der Basketball Löwen in Bonn gesetzt. Enttäuschend war es, was die Braunschweiger die ersten 20 Minuten am Rhein zeigten. Doch dank einer tollen Aufholjagd gewannen sie angeführt vom starken Scott Eatherton am Freitag das Krisenduell der Bundesliga gegen die Bonner mit 90:85 . Darüber war nicht nur Trainer Pete Strobl, für den es bei einer weiteren Niederlage eng hätte werden können, erleichtert.

Ist nun also wieder alles gut bei Braunschweigs Erstliga-Basketballern? Mitnichten. Das zeigten auch die selbstkritischen und reflektierten Worte, die Karim Jallow, neben Eatherton stärkster Spieler der Löwen in Bonn, zur Leistung seiner Mannschaft fand. Der Sieg gegen den Tabellenvorletzten sei zwar sehr wichtig gewesen, befand der Small Forward, trotzdem sollte die erste Hälfte den Löwen zu denken geben. Man müsse endlich auch mal über 40 Minuten als Team geschlossen auftreten, forderte Jallow. „Wir dürfen nicht so schnell die Köpfe hängenlassen“, fügte er mit Blick auf die erste Hälfte hinzu, in der das Strobl-Team doch ziemlich viele Defizite der vergangenen Wochen offenbarte – von einer fehlenden Spielidee, einem schwachem Defensivverhalten bis zu einer schlechten Körpersprache. Dass sich kämpfen lohnt und dass in ihnen mehr steckt als sie zuletzt zeigten, bewiesen Jallow und Co. in der zweiten Hälfte, wo sie den Bonnern klar den Schneid abkauften.

Trainer Strobl sieht darin zumindest einen ersten Schritt hin zur langfristigen Trendwende. „Wir haben uns in dieser Woche sehr auf uns konzentriert und das Training strenger und diszipliniert durchgeführt. Ich bin sehr froh, dass meine Jungs darauf gut reagiert haben und besonders in der zweiten Halbzeit als Team und mit Kampfgeist gespielt haben“, sagte der Coach kurz nach der Partie in Bonn.

Nicht nur ihm wird es jetzt vielleicht auch etwas entgegenkommen, dass die Löwen nun zwei Wochen Zeit haben, sich auf das Heimspiel gegen Bamberg vorzubereiten. Mit nur acht Spielern erkämpften sie sich den wichtigen Erfolg in Bonn, fünf Akteure kamen auf eine Spielzeit von etwa 30 Minuten ­– ein Kraftakt, der nicht jedes Mal möglich ist. „Wir werden in den nächsten zwei Tagen bestimmt schwere Beine haben“, vermutete Jallow noch am Spielfeldrand.

Dass die Löwen mit so einem kleinen Aufgebot agierten, lag auch daran, dass Aleksandar Marelja an einer leichten Fußverletzung laborierte. Angeblich nichts Ernstes, trotzdem wollte Strobl auch mit Blick auf die nächste Aufgabe gegen Bamberg kein Risiko eingehen. Da werden die Braunschweiger dann beweisen müssen, dass die zweite Hälfte gegen Bonn keine positive Ausnahme war. „Die Play-offs sind weiter unser Ziel“, betont Sportdirektor Sebastian Schmidt. Deshalb können die guten 20 Minuten am Rhein für die Löwen nur der Anfang auf einem langen Weg zur Besserung gewesen sein.

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