Basketball Löwen verpflichten Anführer James Robinson

Braunschweig.  Der 26-jährige Aufbauspieler James Robinson wechselt aus Bayreuth zu Braunschweigs Basketballern. Löwen-Coach Pete Strobl erklärt den Transfer.

James Robinson (Mitte) soll die Basketball Löwen anführen.

James Robinson (Mitte) soll die Basketball Löwen anführen.

Foto: imago images/Peter Kolb

Im vergangenen Sommer gingen die Basketball Löwen bei der Besetzung ihrer Spielmacherposition ins Risiko, gaben einem College-Youngster ohne Profi-Erfahrung eine Chance – und mussten ihn noch vor Saisonbeginn austauschen. In diesem Jahr setzt der Braunschweiger Bundesligist auf eine bekannte Größe: Der US-Amerikaner James Robinson wechselt vom BBL-Konkurrenten Bayreuth an die Oker. Löwen-Cheftrainer Pete Strobl stimmt zu, dass das Risiko, mit dem 26-jährigen Aufbauspieler einen Fehlgriff getätigt zu haben, überschaubar ist. „James Robinson ist erfahren, kennt die Liga und hat bewiesen, dass er in der BBL, aber auch in der Champions League sehr gut spielen kann“, lobt Strobl den Neuen: „Er ist für uns eine große Verstärkung.“

Für Bayreuth stand Robinson in der vergangenen Saison in 11 von 21 Liga-Partien in der Startformation und erzielte in durchschnittlich knapp 23 Minuten 10,3 Punkte. Dabei traf der 1,91-Meter-Mann mehr als 38 Prozent seiner Dreipunktewürfe. Mit 4,6 Assists war Robinson, der mit Bayreuth auch das Halbfinale des Fiba Europe Cups erreichte, der beste Ballverteiler im Team. Eine ruhige Hand bewies er an der Freiwurflinie, wo er fast 93 Prozent seiner 68 Versuche im gegnerischen Korb unterbrachte.

Seine Profikarriere begann Robinson vor vier Jahren in Bosnien, wo er mit KK Igokea Meister und „MVP“ (wertvollster Spieler) der Finalserie wurde. Danach wechselte er zu den Bayreuthern, mit denen er die Bundesliga-Play-offs und das Viertelfinale in der Champions League erreichte, ehe er vor der Saison 2018/2019 einem höher dotierten Angebot nach Israel folgte. Vor der vergangenen Spielzeit holte ihn Bayreuths Trainer und Ex-Löwen-Coach Raoul Korner zurück nach Oberfranken. Im Juli 2020, als Robinsons erneuter Abschied feststand, drückte Korner sein Bedauern aus. „James hat zwei Saisons für uns einen tollen Job gemacht“, lautete das Arbeitszeugnis des Österreichers über Robinson, der „auch menschlich absolut top“ sei.

In Niedersachsen trifft der Mann aus Maryland an der Ostküste der USA nicht ausschließlich auf neue Mitspieler. Mit Braunschweig-Rückkehrer Lukas Meisner spielte er bereits in der vergangenen Saison in Bayreuth zusammen. „Die beiden kennen sich gut auf dem Spielfeld, aber auch außerhalb. Und sie haben fast geschwärmt, wie sehr sie den anderen lieben“, berichtet Strobl. „Das hilft uns auch bei unserer Teamchemie. Bei so vielen neuen Gesichtern ist es wichtig, schnell zusammenzuwachsen.“

Der Löwen-Trainer beschreibt seinen Neuzugang als kräftigen Spieler, der über einen guten Wurf verfüge und mit seinen Pässen ein Spiel lenken könne. „Er ist keiner, der 20 Würfe braucht – er bewegt den Ball gern und findet den offenen Mann“, sagt Strobl. „Er ist nicht eigennützig. Und solche Spieler wollen wir auch nicht haben. Wir wollen als Mannschaft spielen.“ Dem Point Guard hat Strobl dennoch eine Schlüsselrolle zugedacht: „Er wird unser Leitwolf.“ Dies beinhalte nicht zuletzt, wenn es drauf ankommt, auch mal den entscheidenden Wurf zu nehmen – und damit eine Lücke zu füllen, die der Verlust von Thomas Klepeisz hinterließ.

Dass die Löwen-Wahl auf Robinson fiel, bedeutet freilich auch, dass auch Alleingesellschafter Dennis Schröder das Können des neuen Aufbauspielers zu schätzen weiß. „Dennis muss bei jedem Spieler den Daumen heben“, bestätigt Strobl. Der NBA-Star, selbst der beste Spielmacher, den Deutschland je hervorgebracht hat, dürfte einen fähigen Point Guard beurteilen können, sollte man meinen. Ein Indiz mehr, dass es sich bei Robinson um einen guten Griff handeln könnte.

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