Basketball Löwen holen Bazou Koné zurück nach Braunschweig

Braunschweig.  NBA-Star Dennis Schröder gibt seinem Kumpel Bazou Koné bei den Löwen eine zweite Chance.

Artistisch fliegt Bazou Koné zum Korb. Rund sieben Punkte erzielte er in seiner besten Löwen-Saison (2017/2018) pro Partie.

Artistisch fliegt Bazou Koné zum Korb. Rund sieben Punkte erzielte er in seiner besten Löwen-Saison (2017/2018) pro Partie.

Foto: Florian Kleinschmidt

Kaum ein Basketballer hat die Löwen-Fans während der Frank-Menz-Ära so gespalten wie Bazou Koné. Die einen liebten seine pfeilschnellen Dribblings und explosiven Attacken auf den Korb, seine bisweilen genialen Pässe und seine griffige Verteidigung. Die anderen ärgerten sich über vogelwildes Drauflosstürmen, sorglose Ballbehandlung und einen wackeligen Wurf, der mit dem Lehrbuch nur wenig zu tun hat. Kommende Saison dürfen die Fans wieder heftig debattieren: Koné ist zurück bei den Löwen und wurde mit einem Einjahresvertrag ausgestattet.

Der 26-jährige Hamburger mit ivorischen Wurzeln hat damit schon zum dritten Mal in der Löwenstadt angeheuert. Vor zehn Jahren spielte er an der Seite der heutigen NBA-Stars Dennis Schröder und Daniel Theis in der Nachwuchs-Bundesliga, von 2017 bis 2019 folgte das Kapitel unter Trainer Menz. Nun freut sich Koné darauf, „wieder in dieser tollen Halle zu spielen, in dieser tollen Stadt zu wohnen. Ich habe mich in Braunschweig immer wohlgefühlt.“

Bazou Koné – Freund von Löwen-Gesellschafter Dennis Schröder

Dass der Combo-Guard nun zurück ist, liegt – darüber muss man sich nichts vormachen – weniger an seinen Leistungen in den vergangenen Jahren. Koné ist ein enger Freund von Löwen-Alleingesellschafter Schröder, der dem früheren A2-Nationalspieler, dessen Karriere ins Straucheln geraten ist, in seiner Mannschaft eine weitere Gelegenheit geben will, sein Können zu zeigen. „Er hat in der Vergangenheit bereits mehrfach bewiesen, dass er ein wertvoller Spieler ist, der stets abliefert und in jedem Spiel 110 Prozent gibt“, wird Schröder in der Vereinsmitteilung zitiert. Der derzeit beste deutsche Basketballer lässt darin aber auch nicht offen, was er von seinem Kumpel bei den Löwen erwartet: „Spielerische Leistung auf einem hohen Niveau.“

Trotz des Zuspruchs vom Klubchef gibt es für Koné keine Extrawürste, etwa in den Aufstellungen von Cheftrainer Pete Strobl: „Dennis hat mir von Anfang an klipp und klar gesagt, dass ich für meine Minuten hart arbeiten muss. Ich habe ihm geantwortet, dass ich genau das will. Ich will nur eine Chance, alles andere liegt dann an mir.“

In der abgelaufenen Saison absolvierte Koné nur drei Partien für das G-League-Ausbildungsteam von Schröders NBA-Klub in Oklahoma City. In der dritten riss ihm eine Sehne im Zeh, es folgten eine Operation und lange Monate in der Reha. Als ein verlorenes Jahr sieht er diese Saison dennoch nicht an: „Im Gegenteil, ich habe richtig viel gelernt. Die Basketballkultur in Amerika ist natürlich eine ganz andere. Ich war jeden Tag mit NBA-Coaches und -Spielern zusammen. Deswegen habe ich megaviel mitgenommen, auch wenn ich nicht gespielt habe.“

Bazou Koné hofft auf den Durchbruch bei den Löwen

Verletzungen haben den schlaksigen Aufbauspieler in seiner Karriere immer wieder zurückgeworfen, auch in seinem bislang letzten Jahr bei den Löwen (2018/2019), als er nur 18 von 34 Liga-Partien bestreiten konnte. Nach einem mehrwöchigen Sommer-Trainingslager in Ulm, an dem auch andere Bundesliga-Spieler wie Andreas Obst oder Patrick Heckmann teilnahmen, fühlt sich Koné nun aber wieder bereit für Basketball auf hohem Wettkampflevel. „Ich bin wieder fit und so heiß wie noch nie, jetzt wieder durchzustarten“, sagt er. Und er ergänzt: „Ich habe ein sehr gutes Gefühl, dass dieses Jahr sozusagen mein Durchbruch wird und ich – hoffentlich verletzungsfrei – mit Braunschweig eine super Saison hinlegen kann.“

Dass er nicht nur den prominenten Vereinsboss, sondern auch einige Mitspieler wie Karim Jallow und Lukas Meisner bereits gut kennt, könnte dabei helfen. Und dann ist da ja auch Schröder-Entdecker Liviu Calin, der Koné schon vor zehn Jahren förderte. „Er ist kein Spieler, der in jedem Spiel 20 Punkte macht“, weiß der Co-Trainer der Löwen, „aber er ist schnell und verteidigt sehr gut. Und er ist jetzt einer der erfahrensten Spieler im Team. Wenn er gesund bleibt, sollte er ein positiver und konstruktiver Faktor werden, der der Mannschaft hilft.“

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