Basketball Löwen Braunschweig geben Kostja Mushidi zweite Chance

Braunschweig.  Im Dezember 2019 musste Kostja Mushidi die Basketball Löwen Braunschweig verlassen. Nun kehrt er zurück – und gibt sich geläutert.

Braunschweigs Kostja Mushidi kehrt zurück.

Braunschweigs Kostja Mushidi kehrt zurück.

Foto: Florian Kleinschmidt / Florian Kleinschmidt/BestPixels.de

Welche disziplinarischen Gründe es genau waren, die im Dezember 2019 dafür gesorgt hatten, dass Kostja Mushidi seine Koffer packen musste, damit gingen die Löwen-Basketballer nie an die Öffentlichkeit. Seit gestern wissen Braunschweigs Basketball-Fans immerhin, dass die Gräben doch nicht unüberwindbar waren. Der hochtalentierte Flügelspieler ist zurück bei den Löwen – und hat beim Bundesligisten gleich einen Vertrag über zwei Jahre unterschrieben.

Kostja Mushidi – Basketball Löwe mit „Herz am richtigen Fleck“

Klub-Boss Dennis Schröder spricht in der Mitteilung des Vereins über „sehr berechtigte Gründe“, die zu Mushidis Demission geführt hätten. Der NBA-Profi hält es dennoch für geboten, dem 22-Jährigen, der das „Herz am richtigen Fleck“ habe, eine zweite Chance zu geben: „Wir sind ein Entwicklungsstandort für junge deutsche Spieler und unsere Aufgabe sollte auch darin bestehen, dass wir Spieler wie Kostja mit dabei unterstützen, ihre Zukunft in richtige Bahnen zu lenken. Genau deshalb haben wir uns für einen Neuanfang mit ihm entschieden.“

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Bei den Löwen-Fans dürfte die Entscheidung überwiegend positiv aufgenommen werden. Der im Sommer 2019 erstmals verpflichtete Mushidi hatte sich in nur neun Pflichtspielen zum Publikumsliebling gemausert, der es verstand, die Zuschauer in der VW-Halle mit tollen Aktionen und emotionalen Gesten mitzureißen. Nach Siegen oder erfolgreichen Würfen feierte er ausgelassen, nach einer Niederlage riss er aber auch schon mal ein Trikot in Fetzen oder weinte bittere Tränen. Daneben etablierte er sich als Leistungsträger: 11,6 Punkte bei einer starken Dreierquote (38,9 Prozent) gelangen dem 1,95 Meter großen Shooting Guard pro Partie.

Kostja Mushidi hat Basketball Löwen Braunschweig ins Herz geschlossen

Mushidi selbst spricht in der Vereinsmitteilung von einem Fehler sowie „daraus resultierenden und gerechtfertigten Konsequenzen“ und gibt sich geläutert: „Ich habe das Braunschweiger Programm vergangenes Jahr ins Herz geschlossen und will aus meiner zweiten Chance hier viel machen. Ich will Vollgas für den Klub geben, mich als Mensch und Spieler weiterentwickeln und mit dem Team die gesteckten Ziele erreichen.“

Worte, die Pete Strobl gern hört. Der Cheftrainer der Löwen ist bereit, Mushidi diese zweite Chance in seiner Mannschaft zu geben: „Kostja ist ein Mensch. Er hat wie viele andere, wie du und ich, ein paar Fehler gemacht. Wir alle hoffen, dass er daraus gelernt hat und er nie wieder die gleichen Fehler macht.“ Strobl berichtet von einer sehr guten Beziehung zu dem Rückkehrer, er stand in regelmäßigem Kontakt mit ihm: „Ich freue mich, dass er wieder da ist. Ich will ihn unterstützen und ihm etwas beibringen, als Spieler, aber auch als Mensch.“

An dem Basketballer Mushidi, der schon als Nachwuchsspieler auf internationaler Bühne glänzte, hat der Löwen-Coach ohnehin keine Zweifel. Vom Potenzial her sei der gute Verteidiger mit seinen langen Armen ein zukünftiger A-Nationalspieler. „Es gibt bei mir keine Geschenke. Aber er hat die Chance, sich Spielminuten zu verdienen, wenn er hart arbeitet und alles auf und außerhalb des Spielfelds gut meistert“, gibt Strobl die Regeln vor.

Nun liegt es also an dem jungen Flügelspieler, seine einst so verheißungsvolle Karriere, die fast ein Dreivierteljahr auf Eis lag, wieder in eine Erfolgsgeschichte zu verwandeln. Löwen-Boss Dennis Schröder zumindest glaubt daran: „Kostja ist nicht naiv, sondern weiß, dass dies seine letzte Chance sein könnte.“

Mit dem langjährigen und erfolgreichen Junioren-Nationalspieler haben die Löwen ihren elften von zwölf anvisierten Profis unter Vertrag genommen. Bei dem noch ausstehenden Neuzugang dürfte es sich, gemäß den von Sportdirektor Oliver Braun skizzierten Kaderplänen, um einen vierten Importspieler handeln.

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