Talent Van Slooten begeistert bei den Löwen-Basketballern

Braunschweig.  Das 18-Jährige schenkt seinem Ex-Klub Vechta in der Volkswagenhalle eiskalt 15 Punkte ein.

Gegen die Mannschaft aus seiner westniedersächsischen Heimatstadt lieferte Luc van Slooten (l.) einen Karriere-Bestwert ab.

Gegen die Mannschaft aus seiner westniedersächsischen Heimatstadt lieferte Luc van Slooten (l.) einen Karriere-Bestwert ab.

Foto: Darius Simka / regios24

Als Luc van Slooten nach fast sechs Minuten erstmals das Spielfeld betrat, hatte Trainer Pete Strobl ihn auch ein wenig aus der Not heraus eingewechselt. Karim Jallow hatte gerade sein zweites Foul kassiert und wurde deshalb auf die Bank beordert. Der Kapitän der Löwen-Basketballer ist einfach zu wichtig, als dass man ihn fahrlässig in Foulprobleme geraten lassen könnte. Was Strobl wohl nicht ahnte: Der erst 18-jährige Van Slooten würde an diesem Abend eine ähnlich wichtige Rolle wie Nationalspieler Jallow spielen.

Dass der gebürtige Vechtaer gegen seinen Heimatklub mit einer Prise Extra-Motivation spielen würde, war dagegen klar. Und gleich in seiner ersten Offensivaktion ging der 2,02 Meter große Flügelspieler frech zur Sache, versuchte es im Eins-gegen-eins mit einem Hakenwurf gegen Vechtas Robin Christen, der allerdings daneben ging. Auch sein zweiter Wurf, ein Dreier aus zentraler Position, war deutlich zu kurz, ehe ihm acht Sekunden vor Ende des ersten Viertels das Glück hold war. Sein dritter Versuch, ein Dreipunktewurf aus der rechten Ecke, sprang hoch vom Ring ab und fiel dann, mit ganz viel Dusel, doch noch durch die Reuse.

Persönlicher Bestwert für Van Slooten

Die ersten drei Punkte von am Ende 15 Zählern – ein persönlicher Bestwert in der noch jungen BBL-Karriere Van Slootens. „Es ist immer schön, gegen sein altes Team so zu performen. Ich bin glücklich“, freute sich der Neu-Löwe, der in den vier Pflichtspielen dieser Saison zuvor auf insgesamt nur elf Punkte gekommen war, im Interview bei Magenta-Sport über den Sieg und seine persönliche Leistung.

Es war schon beeindruckend, mit welcher Ruhe, mit welchem Selbstvertrauen Van Slooten seinem Ex-Klub fünf Dreier einschenkte und auch deutliche Fehlversuche einfach an sich abperlen ließ. Das fand auch Mitspieler Kostja Mushidi, der nicht mit Lob für die deutsche Nachwuchshoffnung geizte: „Mit 18 Jahren so in ein wichtiges Spiel reinzugehen, 15 Punkte aufzulegen und auch nach einem Airball einfach weiter zu werfen: Das sind Qualitäten, die einen jungen Spieler mit Potenzial ausmachen.“

Einsatzzeit war kein Geschenk vom Trainer

Strobl stellte nach der Partie klar, dass die am Ende 22-minütige Einsatzzeit Van Slootens kein Geschenk, sondern Lohn war. „Luc ist ein Spieler, der Spielpraxis braucht. In der vergangenen Trainingswoche hat er sich die verdient – zum Glück, denn wir haben ihn heute gebraucht“, betonte der Löwen-Trainer und schwärmte: „Er ist sehr, sehr talentiert und ist einer der besten deutschen Spieler in seinem Jahrgang. Er kann ein bisschen von allem und ist auf dem Spielfeld sehr intelligent.“

Mit seinem abgezockten Auftritt gegen Vechta dürfte sich Van Slooten in der teaminternen Hackordnung ein Stück weiter nach oben gearbeitet haben. In der zweiten Hälfte gegen seinen Ex-Klub schickte Strobl, der wegen der Foulprobleme seiner Center nun zunächst auf eine kleine Aufstellung setzte, den Youngster in der Startformation aufs Feld. Der U18-Nationalspieler, der im Sommer einen Mehrjahresvertrag unterschrieben hat, wird den Löwen und ihren Fans noch viel Freude bereiten. „Sky is the limit für ihn“, ist Mushidi überzeugt.

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