Löwen-Kapitän: „Ein komplettes Spiel durchzustehen wird hart“

Braunschweig.  Lukas Meisner und die Braunschweiger Basketballer genießen die „Freiheit“ nach ihrer Quarantäne und treffen auf erstarkte Konkurrenz.

Endlich wieder feste Tagesabläufe: Lukas Meisner und die Löwen haben sich aus der Quarantäne freigetestet und das Training für die Nachholpartie am Donnerstag gegen den MBC aufgenommen.

Endlich wieder feste Tagesabläufe: Lukas Meisner und die Löwen haben sich aus der Quarantäne freigetestet und das Training für die Nachholpartie am Donnerstag gegen den MBC aufgenommen.

Foto: Darius Simka / Regios24

Seit Sonntag sind sie offiziell wieder in ihrem Element, Braunschweigs Basketballer konnten sich mit negativen Ergebnissen aus ihrer Corona-Quarantäne freitesten. „Wir waren super froh, uns wiederzusehen und freuen uns total, jetzt wieder ein Stück Freiheit zu genießen“, schwärmt Kapitän Lukas Meisner. Nach zwei Wochen Pause, unterbrochen nur durch eine Übungseinheit und eine vergebliche Fahrt zum dann kurzfristig abgesetzten Pokalspiel nach Berlin, wird nun wieder trainiert.

Donnerstag gastiert der MBC bei den Basketball Löwen Braunschweig

„Es ist ein schönes Gefühl, in der Halle zu stehen, aber man muss natürlich aufpassen, nicht zu früh zu viel zu machen“, warnt der Nationalspieler. Andererseits drängt die Zeit. Denn schon am Donnerstag steht die erste Nachholpartie an, das Heimspiel gegen den MBC aus Weißenfels. „Das wird ganz schön hart, dann schon ein komplettes Spiel durchstehen zu müssen“, ahnt Meisner.

Die ersten Trainingseinheiten dagegen hätten sich gar nicht besonders anstrengend angefühlt. „Die Muskeln werden schneller müde, aber man kommt relativ schnell rein, ich hatte es mir schlimmer vorgestellt“, erzählt der 25-Jährige. Was er nach der Quarantäne besonders genießt, sind die festen Tagesabläufe anstelle der Beliebigkeit.

Meisner über die Quarantäne: Wochentage kaum zu unterscheiden

Er habe keine Probleme gehabt, sich allein zu Hause zu beschäftigen, habe sein Fernstudium vorangetrieben, trainiert, mit Coaches und Mitspielern kommuniziert, gelesen, Basketball geguckt, gekocht, erzählt der Powerforward. „Aber jeder Tag war gleich, und es war völlig egal, was du wann getan hast. Zuletzt konnte ich die Wochentage kaum noch unterscheiden – und das war unangenehm.“ Nun seine Tage wieder in einem bestimmten Takt zu verbringen, sei eine echte Erleichterung.

Größere Sorgen vor Muskelverletzungen, wie sie beim Training nach einer Pause gerne mal vorkommen, macht sich der Löwen-Kapitän nicht. Durch ausgiebiges Stretching und regelmäßige Yogastunden habe die Mannschaft ganz gut vorgebeugt, glaubt er und fühlt sich auch hinsichtlich der Belastungssteuerung bei Athletiktrainer Alvaro de Pedro in guten Händen.

Löwen-Kapitän warnt vor Müdigkeit zum Ende der ersten Spiele

Der Spanier überwacht die Einheiten mit Argusaugen, behält die Laufleistungen unter Kontrolle, spricht mit den Spielern vor dem Training, nach dem Training und zwischendurch und gibt Signale an die Coaches, wenn ein Profi mal eine Verschnaufpause braucht.

Ein erhöhtes Gefahrenpotenzial für die Gesundheit sieht Meisner eher in den ersten Spielen. „Wenn du müde bist gegen Ende, passierten vielleicht Dinge, auf die du nicht mehr so richtig vorbereitet bist“, malt er sich aus. „Ein Ellenbogenschlag, bei dem du keine Spannung hast, ein Zusammenprall aus Unaufmerksamkeit – da müssen wird uns ganz besonders versuchen zu konzentrieren.“

Löwen stehen mit vier Siegen und vier Niederlagen gut da

Nicht nur bei den Löwen, auch bei der Konkurrenz waren in der Zeit ihrer Quarantäne über den Jahreswechsel besonders viele Spiele angesetzt. Und so hat sich einiges getan in der BBL, auch personell. Viele Mannschaften haben nachgerüstet. Spitzenreiter Ludwigsburg allerdings muss den Abgang eines der besten BBL-Profis verkraften. Ex-Nationalspieler Elias Harris trumpfte so stark auf, dass ihn der spanische Erstligist Saragossa abwarb.

Die Löwen stehen mit ihrem ausgeglichenen Punktekonto von vier Siegen und vier Niederlagen nach wie vor gut da. Zwischenzeitlich waren sie damit ohne eigenes Zutun sogar auf einen Play-off-Platz geklettert, inzwischen sind sie wieder Zehnter. Dabei rangieren mit Frankfurt (5:6) und Bamberg (5:7) zwei Teams über den Braunschweigern, die ein negatives Punktekonto aufweisen. Mit einem Sieg gegen den MBC würde das Team von Pete Strobl also vorbeiziehen und Anschluss nach oben knüpfen können.

Aufwärtstrend und Verstärkungen bei den Kellerteams der BBL

Realistischer scheint für die Löwen jedoch der Blick nach unten, wo die Kellerkinder allesamt einen Aufwärtstrend bewiesen und Punkte gesammelt haben. Schlusslicht Vechta feierte am Wochenende gegen Champions-League-Starter Bamberg den ersten Sieg, Gießen (2:10 Siege) spielte mit Meister Alba Berlin beim 82:92 bis wenig Minuten vor Schluss auf Augenhöhe, und will Medienberichten zufolge nun auch noch Liga-Star und Centerbrocken John Bryant zurückholen.

Aufsteiger Chemnitz (3:8) schließlich hätte beinahe sensationell Titelfavorit München bezwungen. Nur zwei dumme Entscheidungen in den Schlusssekunden verhinderten beim 76:77 am Sonntag den Triumph der Sachsen gegen die Bayern, die wie die Berliner aufgrund der hohen Belastung durch die vielen Euroleague-Spiele und einiger Verletzter allerdings derzeit am Stock gehen.

Bis zum Hinrunden-Ende warten sechs Spitzenteams aufs Strobl-Team

Zwischen den genannten Teams und den Löwen stehen der MBC (4:6), Würzburg (4:7), Bayreuth (4:8), Bonn (3:8) und Göttingen (3:8), also weitere Kontrahenten auf Augenhöhe. Allerdings trifft die Mannschaft bis zum Ende der Hinrunde nur noch auf drei Gegner dieser Kategorie (MBC, Bonn, Chemnitz), muss aber sechsmal gegen Spitzenklubs antreten. Duelle dieser Art gab es bislang gegen Oldenburg und Crailsheim - die Löwen waren bei 30-Punkte-Niederlagen jeweils chancenlos.

Und nun müssen sie auch noch die zweiwöchige Pause körperlich aufholen und sich dabei gleich fast von null auf hundert durch fünf englische Wochen kämpfen. Keine guten Voraussetzungen für Favoritenstürze. „Das Wichtigste ist“, betont Lukas Meisner, „dass wir schnell wieder unsere Spannung und Aggressivität aufbauen“.

Nachholtermine:Die fünf durch die Quarantäne ausgefallenen Löwen-Partien wurden neu angesetzt: Heimspiel gegen MBC, Donnerstag, 14. Januar, 19 Uhr, Pokalspiel bei Alba Berlin Mittwoch, 20.Januar, Heimspiel gegen Bonn, Mittwoch, 27. Januar, Spiel in Chemnitz 3. Februar (alle fest terminiert), Heimspiel gegen Bayern München, 9. März, (geplant, aber noch nicht amtlich).

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