Spies feiert Debüt als MTV-A-Junioren-Coach

Fußball: Genau wie Gifhorns Trainer Michael Spies feiern auch zwei Spieler des TSV Hillerse am Wochenende eine Premiere.

Erstmals auch als U19-Coach im Einsatz an der Linie: Gifhorns Oberliga-Trainer Michael Spies (links) im Gespräch mit Betreuer Kostas Bongouridis.

Erstmals auch als U19-Coach im Einsatz an der Linie: Gifhorns Oberliga-Trainer Michael Spies (links) im Gespräch mit Betreuer Kostas Bongouridis.

Foto: Michael Uhmeyer / regios24

Doppelter Einsatz für Spies

Eigentlich ist Michael Spies als Trainer „nur“ für die Oberliga-Fußballer des MTV Gifhorn tätig. Doch da sich die Schwarz-Gelben nun kurz vor dem Saisonstart von U19-Coach Jan Rinkel trennten und „keinen Schnellschuss“, so Jugendleiter Serkan Güngör, machen wollen, ist der 55-jährige Ex-Profi zurzeit eben in doppelter Mission im Einsatz. Das zeigte sich schon am Mittwoch, als Spies erst das Training des A-Junioren-Landesligisten leitete und dann die Platzhälfte zu seinen Herren wechselte. „Wir werden das erst einmal intern lösen“, hatte Güngör angedeutet. Und so war es dann eben auch am Wochenende: Am Samstag feierte Spies seine Premiere an der Seitenlinie der U19 und nach 90 Minuten einen 3:0-Sieg seiner Schützlinge, die auf dem B-Platz im Sportpark Flutmulde gegen die JSG Schöningen/Königslutter nichts anbrennen ließen. Am Sonntag erlebte der MTV-Coach dann auf dem A-Platz ein Wechselbad der Gefühle. Nach einer hochverdienten 2:0-Führung mussten sich Gifhorns Oberliga-Herren dem MTV Wolfenbüttel noch mit 2:3 geschlagen geben und bleiben sieglos.

Dreifache MTV-Schwächung

Mathes Hashagen und Mario Petry fehlten dem Fußball-Oberligisten MTV Gifhorn schon verletzt – ihr Einsatz am nächsten Sonntag gegen die FT Braunschweig bleibt fraglich. Und dann erwischte es in der Nachspielzeit gegen Wolfenbüttel auch noch Charlie Kolmer, der rüde von den Beinen geholt wurde – und mit Physiotherapeut Carsten Meyer in die Klinik fuhr. „Er hat eine Meniskusprellung erlitten. So, wie es aussieht, ist aber nicht mehr kaputt. Wir waren bis abends länger noch im Krankenhaus“, berichtete Meyer. Zudem stellte der schwache Schiedsrichter Tim Lahse auch noch Arne Jaeger mit Rot und Noah Moreno Silva mit Gelb-Rot vom Platz – und schwächte den MTV mit Blick aufs kommende Heimspiel weiterhin. Besonders bitter: Jaeger wurde wegen Handspiels des Feldes verwiesen, es gab Elfmeter und Rot – eine Doppelbestrafung, die so im Regelwerk nicht vorgesehen ist. Es sei denn, er hätte mit Absicht ein Tor durch ein Handspiel verhindert. Schwer vorstellbar, denn selbst die Bilder im Livestream zeigen deutlich, dass der MTV-Verteidiger sich beim Schuss des Wolfenbüttelers wegdrehte und den Ball gar nicht sah, der ihm aus Nahdistanz an den Arm geschossen wurde – somit eine klare Fehlentscheidung. Ob die Gifhorner Einspruch gegen die drohende Sperre einlegen, sei laut Serkan Güngör, kommissarischer Abteilungsleiter, noch offen.

Starke Hillerser Debütanten

Im vorletzten Gruppenspiel des Fußball-Bezirkspokals gegen den TSV Wendezelle (4:1) fehlten dem TSV Hillerse etliche Stammkräfte, darunter Fabian Busse, Luca Ehresmann, Michel Lahmann und Nick Borgfeld. So musste Trainer „Charly“ Melaouah ein wenig improvisieren und sich Verstärkung aus der zweiten Mannschaft holen, die bereits am Freitagabend in der Kreisliga im Einsatz gewesen war (1:1 gegen den SSV Kästorf II). So waren neben dem erfahrenen Jonas Müller, Ex-Kapitän der „Ersten“, der von Beginn an ran durfte, auch einige Spieler erstmals dabei. Ferdinand von Wurmb und Jona Tusche, der gerade erst aus der A-Jugend des JFV Kickers ins Kreisliga-Team aufgerückt ist, wurden von Melaouah zu Beginn der zweiten Halbzeit eingewechselt. Und beide machten ihre Sache richtig gut. Der hoch gewachsene Tusche zeigte auf der Sechser-Position körperliche Präsenz, gewann viele Zweikämpfe, insbesondere in der Luft, und „hat gezeigt, dass er, obwohl er eine echte Kante ist, auch richtig gut Fußball spielen kann“, lobte Melaouah den Youngster. Und Offensivmann von Wurmb wirbelte die massive Wendezeller Defensive etliche Male durcheinander. Ein Treffer gelang dem Debütanten zwar nicht, weil sein Kopfball in der 79. Minute knapp am linken Pfosten vorbei segelte. Dennoch fügte sich von Wurmb mit seinem Einsatz sehr gut ein und dürfte sich bei Melaouah für weitere Einsätze im Bezirksliga-Team empfohlen haben.

Wechselspiel bei Hillerses Gegner

Wer Hillerses Pokalgegner, den TSV Wendezelle, schon bei Testspielen während der Saisonvorbereitung gesehen hatte, rieb sich am Sonntag verwundert die Augen, denn auf dem Feld waren kaum bekannte Gesichter zu sehen. Wo Bezirksligist draufstand, war eigentlich ein Kreisligist drin. Damit lieferte das Team aus dem Kreis Peine einen klaren Beweis dafür, welchen Stellenwert der Bezirkspokal bei einigen Teams einnimmt – speziell dann, wenn keine Chance aufs Weiterkommen mehr besteht. Der Verein hatte praktisch die komplette zweite Mannschaft nach Hillerse entsandt. Dem geschuldet, hatte Trainer Thomas Mainka „seinem“ Team auch eine für ihn ungewöhnliche defensive Ausrichtung verordnet. Der überwiegende Teil der ersten Mannschaft spielte derweil als „Zweite“ in der Kreisliga – und verpasste dem hoffnungslos überforderten TSV Hohenhameln eine 12:0-Packung. Mit Niclas Kamp (4), Torsten Erich (2), Lars Timpe (2), Thomas Erich und Steven Allerkamp sind nahezu alle Torschützen eigentlich feste Größen des Bezirksliga-Teams. Ein fragwürdiges Wechselspielchen…

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