FC Germania Parsau freut sich über Geldsegen

Parsau.  Fußball: Dank des Profidebüts von Mateo Klimowicz im vergangenen Jahr darf sich der FC Germania Parsau nun über 4200 Euro freuen.

Da Mateo Klimowicz (links, hier im Duell mit Sören Gonther vom FC Erzgebirge Aue) in der vergangenen Saison für den VfB Stuttgart in der 2. Liga debütierte, erhält sein Jugendverein FC Germania Parsau nun eine Ausbildungshonorierung.

Da Mateo Klimowicz (links, hier im Duell mit Sören Gonther vom FC Erzgebirge Aue) in der vergangenen Saison für den VfB Stuttgart in der 2. Liga debütierte, erhält sein Jugendverein FC Germania Parsau nun eine Ausbildungshonorierung.

Foto: Robert Michael / picture alliance/dpa

Sonntag, 4. August 2019, es läuft die 90. Minute des Fußball-Zweitligaspiels zwischen dem 1. FC Heidenheim und VfB Stuttgart (2:2): Gästecoach Tim Walter nutzt seine letzte Wechseloption, nimmt Routinier Daniel Didavi vom Feld und verhilft seinem erst 19-jährigen Neuzugang Mateo Klimowicz damit zum Profidebüt in Deutschland.

Was das alles mit dem Lokalsport in Gifhorn zu tun hat? Eine ganze Menge, denn nun, mehr als ein Jahr später, darf sich der FC Germania Parsau aufgrund dieser Einwechslung über eine stattliche Geldsumme freuen. Im Rahmen der Ausbildungshonorierung förderte die Deutsche Fußball Liga (DFL) in diesem Jahr nämlich 103 Klubs unterhalb der 3. Liga mit insgesamt rund 1,6 Millionen Euro. Damit würdigte die DFL den erstmaligen Einsatz von 59 Lizenzspielern in der Bundesliga und 2. Bundesliga in der Saison 2019/20, die bei diesen Vereinen ausgebildet worden sind.

Wichtige finanzielle Hilfein Zeiten von Corona

Von der Ausbildungshonorierung profitieren Vereine, die spätere Lizenzspieler zwischen deren 6. und 21. Lebensjahr ausgebildet haben, wobei Vereine, die an der Ausbildung dieser Spieler zwischen deren 6. und 11. Geburtstag beteiligt waren, 4200 Euro pro Saison erhalten. Genau diese finanzielle Zuwendung hat nun auch der FC Germania Parsau bekommen, worüber sich der Vorsitzende Karl-Hermann Polle gerade in Zeiten von Corona freut, „zumal wir in diesem Jahr keine Sportwoche hatten und auch den Germanen-Cup, unser Fußball-Hallenturnier im Januar, bereits abgesagt haben“.

Dass Mateo Klimowicz, der Sohn des früheren Bundesliga-Spielers vom VfL Wolfsburg, Diego Klimowicz (2001 bis 2007), beim Zweitligaspiel in Heidenheim debütierte „und auch in der Bundesliga bislang so eingeschlagen hat, freut uns alle im Verein besonders“, betont Polle.

Am 6. Juli 2000 in seiner Heimat Argentinien geboren, ging es für den heute 20-jährigen Offensivakteur im darauffolgenden Jahr mit seiner Familie nach Deutschland, weil sein Vater den Vertrag beim VfL unterschrieben hatte. Zu Hause waren die Klimowicz’ in Parsau, wo Mateo mit seinen Eltern sechs Jahre lang wohnte, dort den Kindergarten besuchte – und bereits als Fünfjähriger in der G-Jugend der JSG Bergfeld/Parsau/Tülau erstmals gegen das runde Leder trat.

„Zuvorkommender“ Papamit fußballverrücktem Sohn

Genau wie Parsaus Vorsitzender, der nur rund 1000 Meter Luftlinie von den Klimowicz’ entfernt wohnte und Papa Diego als „sehr zuvorkommend“ beschreibt, hat auch Fred Skusa nur gute Erinnerungen an die Südamerikaner. „Die ganze Familie hat damals freiwillig viel für uns getan“, sagt der 52-Jährige, der zu der Zeit die JSG und somit auch „Klimo junior“ trainierte. „Diego hat zum Beispiel einmal Regenjacken für die ganze Mannschaft mitgebracht. Auch seine Frau Paula war fast immer da.“

Und auch das fußballerische Potenzial des mittlerweile 1,79 Meter großen Kreativspielers sei schon damals zu sehen gewesen. „Mateo war fußballverrückt und für sein Alter schon sehr weit“, erzählt Skusa. „Er war beidfüßig gleichstark, ehrgeizig, dribbelstark und schnell. Es hat mit ihm einfach Spaß gemacht.“

Bis zur F-Jugend kickte Mateo Klimowicz für die JSG Bergfeld/Parsau/Tülau, ehe er 2007 mit seiner Familie nach Dortmund zog, da sich sein Vater für einen Wechsel vom VfL zu Borussia Dortmund entschlossen hatte. In der Jugendakademie des BVB wurde das Talent des früheren Parsauers weiter gefördert, ehe es zurück in die Heimat ging, und zwar zu Instituto AC Córdoba – dem Verein, für den auch Papa Diego am Ende seiner Karriere aktiv gewesen war (2010 bis 2011). Mateo Klimowicz gab am Ende der Saison 2016/17 für AC sein Profi-Debüt in der zweiten argentinischen Liga, ehe ihn der VfB Stuttgart zu Beginn der Spielzeit 2018/19 zurück nach Deutschland lotste. Der Rest ist Geschichte…

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