Fußball-Oberliga

0:2 – Gifhorner Fehl(er)start im Derby gegen Lupo Martini

| Lesedauer: 5 Minuten
Nur zweiter Sieger: Melvin Luczkiewicz (rechts) und der MTV unterlagen Lupo (Maxim Safronow) im Derby.

Nur zweiter Sieger: Melvin Luczkiewicz (rechts) und der MTV unterlagen Lupo (Maxim Safronow) im Derby.

Foto: Sebastian Priebe / regios24

Gifhorn.  Der MTV leistet sich in Durchgang 1 zwei eklatante Fehler, die bestraft werden. Nur die Latte verhindert den zwischenzeitlichen Ausgleich.

Es bleibt dabei: Die Nachbarschaftsduelle gegen Lupo Martini Wolfsburg scheinen den Oberliga-Fußballern des MTV Gifhorn einfach nicht zu liegen. Zum Start in die neue Saison unterlagen die Schwarz-Gelben im heimischen GWG-Stadion den Kreuzheidern wie schon im Vorjahr mit 0:2 (0:2). Und wieder war es ausgerechnet der Ex-Gifhorner Timon Hallmann, der die Gäste aus die Siegerstraße brachte.

Einen großen Unterschied gab es im Vergleich zur vergangenen Spielzeit aber doch: Ein Klassenunterschied war es diesmal nicht, der zwischen den beiden Kontrahenten lag. War es im August 2021 noch die spielerische Klasse von Lupo, der die Gifhorner nicht gewachsen und entsprechend chancenlos gewesen waren, so schlugen sie sich diesmal praktisch selbst – durch zwei kapitale Fehler in der ersten Hälfte.

Erst bleiben Chancen aus, dann trifft Ex-Gifhorner Hallmann

Keine Frage, das Spiel der Gäste wirkte kontrollierter, wirkte strukturierter. Sie hatten – wie gewohnt – viel Ballbesitz. Aber mit einer Ausnahme eines Kopfballs von Timon Hallmann (3.), der letztlich weit am Tor vorbeiflog, setzten die Wolfsburger in einem intensiven Derby zunächst offensiv keine Akzente.

Das Duell blieb temporeich und unterhaltsam, war mitunter hitzig. Auch wenn die großen Torraumszenen fehlten. Der MTV näherte sich dem Lupo-Tor durch Neuzugang Julio Rodrigues (28.) erstmals gefährlich an – kein Problem für Gästekeeper Marius Sauß. Und dann leisteten sich die Hausherren den ersten groben Schnitzer: Routinier Marvin Luczkiewicz vertändelte das Leder 30 Meter vor dem Tor gegen Maxim Safronow, der auf Timon Hallmann durchsteckte, der überlegt zum 1:0 für die Wolfsburger einschob.

Nun waren die Schwarz-Gelben, die erstmals im neuen schwarzen Auswärtsdress aufliefen, gefordert – und hatten nach 40 Minuten bereits den Torschrei auf den Lippen. Eine Flanke von Arne Jaeger brachte Lasse Denker mit dem Kopf in die Mitte, und Athanasios Palanis köpfte das Leder auf fünf Metern an die Unterkante der Latte – diesmal wäre Sauß chancenlos gewesen.

Lupo erhöht und lässt dann nichts mehr anbrennen

Statt mit einem möglichen 1:1 ging es mit einem 0:2 in die Pause, denn die Gifhorner erlaubten sich den nächsten kapitalen Bock. Der Rückpass von Rechtsverteidiger Razak Iddrisu war viel zu kurz, Lupos Youngster Giosue Tortora nahm die Einladung dankend an, umkurvte MTV-Keeper Tobias Krull und schob locker zum zweiten Tor ein.

Die Ausgangssituation vor dem zweiten Durchgang war damit klar: Die Gifhorner müssen noch mehr tun, mehr riskieren. Das spiegelten auch die fünf Wechsel wider, die MTV-Coach Georgios Palanis im Verlauf der zweiten Hälfte vollzog. Die erhoffte Wirkung erzielten diese allerdings nicht. Lupos Defensive um das Innenverteidiger-Duo Dennis Dubiel/Sean Redemann – zwei weitere Ex-Gifhorner – stand sicher. Und offensiv schalteten die Wolfsburger in den Verwaltungsmodus, sie taten nicht mehr als nötig, so dass der Notizblock mit Ausnahme der zahlreichen Wechsel weiß bleiben sollte.

MTV: Krull – Iddrisu (78. Friederichs), Jaeger, Palanis, M. Saikowski – Grah (54. S. Saikowski) – Melvin Luczkiewicz, Marvin Luczkiewicz (60. Rudt) – Rodrigues (60. Leese), Ayaz, Denker (72. Schmidtke).

Tore: 0:1 Hallmann (33.), 0:2 Tortora (43.).

Der MTV Gifhorn muss seine Fehler abstellen

Lange Gesichter beim MTV Gifhorn, Derbysieger-Gesänge bei Lupo Martini Wolfsburg: Die Gemütslagen bei den Fußball-Oberligisten aus unserer Region konnten nach dem 2:0-Sieg der Gäste kaum unterschiedlicher sein.

Allerdings war MTV-Coach Georgios Palanis keineswegs unzufrieden mit dem Auftritt seiner Mannen. „Wir haben gegen eine angebliche Spitzenmannschaft gespielt, die uns nicht dominiert hat. Wir haben es dem Gegner bei den Toren aber leider zu leicht gemacht“, sagte er mit Blick auf die beiden Gegentreffer, die sein Team durch einfache Fehler eingeleitet hatte.

Ähnlich sah es MTV-Kapitän Tobias Krull. „Lupo hat nur die zwei Chancen gehabt, die wir selbst aufgelegt haben – durch zwei gravierende Fehler. Die müssen wir abstellen, daraus müssen wir lernen“, meinte „Krulli“ und schob nach: „Am Mittwoch geht es für uns ja schon im Pokal wieder weiter.“

„Unser Ziel war es, dass wir zu null spielen – und das haben wir geschafft. Wenn es heute ein Manko gab, dann war es unser Umschaltspiel nach der Pause“, konstatierte Lupos Trainer Giampiero Buonocore, dem „die Struktur im Spiel seiner Mannschaft sehr gut gefallen“ hatte. „Wir wollten hoch verteidigen, die Gifhorner unter Druck setzen. Und der Spielaufbau war gut heute.“

Elvir Zverotic, Sportlicher Leiter der Wolfsburger, war „froh, dass wir die beiden Gifhorner Geschenke angenommen haben. Die beiden Tore haben uns natürlich in die Karten gespielt. Und ich bin glücklich, dass wir nach der Pause nichts mehr gemacht, sondern das Spiel einfach nach Hause gebracht haben“, sagte Zverotic.

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